Ilse Korotin (Hg.) biografiA. Lexikon österreichischer Frauen Band 3 P – Z 2016 BÖHLAU VERLAG WIEN KÖLN WEIMAR Veröffentlicht mit der Unterstützung des Austrian Science Fund ( FWF ): PUB 162-V15 sowie durch das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft und das Bundesministerium für Bildung und Frauen Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://portal.dnb.de abrufbar. © 2016 by Böhlau Verlag Ges. m. b. H & Co. KG , Wien Köln Weimar Wiesingerstraße 1, A- 1010 Wien, www.boehlau-verlag.com Alle Rechte vorbehalten. Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist unzulässig. Layout: Carolin Noack, Ulrike Dietmayer Einbandgestaltung: Michael Haderer und Anne Michalek , Wien Druck und Bindung: baltoprint, Litauen Gedruckt auf chlor- und säurefrei gebleichtem Papier Printed in the EU ISBN 978 -3 -205 - 79590 - 2 Inhalt Einleitung: Frauen sichtbar machen. Das Projekt biografiA. Biografische Datenbank und Lexikon österreichischer Frauen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7 Band 1 Biografien A – H . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19 – 1420 Band 2 Biografien I – O . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1421 – 2438 Band 3 Biografien P – Z . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2439 – 3666 Band 4 Register . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3667 – 4 24 8 Personen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3667 – 3806 Berufsliste . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38 07 – 3822 Abkürzungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3823 – 3828 Sekundärliteratur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3829 – 4240 Nachweise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4241 – 4246 AutorInnen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4247 – 4248 P Paalen | P 2441 Paalen Bella, geb. Pollakin; Sängerin Geb. Paszthö, Ungarn, 9. 7. 1881 Gest. New York City, New York, USA, 28. 8. 1964 B. P. wird am 9. 12. 1881 als Isabella Pollakin in Paszthö, einem Ort in Ungarn geboren. Sie studiert in Wien Gesang bei Rosa Papier-Paumgartner und Johannes Resz. 1904 debü- tiert sie als Fides in Meyerbeers „Le Prophète“ am Düsseldorfer Staatstheater. 1905 – 1906 tritt die Sängerin in Graz auf. An die Wiener Staatsoper kommt B. P. auf die Empfehlung Gustav Mahlers, der von ihrer Interpretation des Gesangsolos in seiner 3. Symphonie be- eindruckt ist. Über 30 Jahre, von 1906 bis 1937 , ist B. P. an der Wiener Staatsoper enga- giert. 1933 wird ihr der Titel „Kammersängerin“ verliehen, um sie für ihre Verdienste um die Wiener Staatsoper auszuzeichnen. Ihre Hauptpartien sind: Azucena in „Il Trovatore“, Amneris in „Aida“, Annina in „Der Rosenkavalier“, Erda und Fricka in „Der Ring des Nibelungen “ , Herodias in „Salome“, Klytemnästra in „Elektra“, Ortrud in „Lohengrin“ und Venus in „Tannhäuser“. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten muss B. P. Wien verlassen, sie emigriert 1939 in die Vereinigten Staaten. Die Sängerin flüchtete mit Hilfe ihrer Kollegin, der be- rühmten Opernsängerin Lotte Lehmann. B. P. war stark mit der Wiener Staatsoper verbunden, sie kam im Alter von 25 Jahren an dieses Haus und hielt ihm bis 1937 die Treue. Ihre Verdienste um die Wiener Oper werden zwar 1933 durch die Verleihung des Titels „Kammersängerin“ gewürdigt, jedoch bewahrt sie dieser Titel nicht vor der Vertreibung. Der späte Zeitpunkt ihrer Flucht aus dem Wien der Nationalsozialisten weist darauf hin, dass auch B. P. selbst sich durch ihre über 30 -jähri- ge Mitgliedschaft an der Wiener Staatsoper geschützt fühlte. Im Exil in den Vereinigten Staaten konnte B. P., im Gegensatz zu vielen ihrer Kolleginnen, ihre Karriere nicht fortsetzen. Sie betätigte sich von 1939 bis 1959 als Lehrerin für Gesang. 1964 stirbt B. P. in New York. L.: Hixon/Hennessee 1993 , Kutsch/Riemens 1987 , Müller 1929 , Pass/Scheit 1995 , Seger 1978 ( 1987 ), Stengel/Gerigk 1940 , Weissweiler 1999 Karin Nusko Pacher Helga Maria; Anthropologin Geb. Graz, Stmk., 1. 11. 1922 Gest. 21. 8. 1971 Ausbildungen: Studium der Biologie an der Universität Graz, Studium der Anthropologie, Zoologie, Botanik und Psychologie an der Universität Wien, 1946 Promotion. Laufbahn: 1944 / 45 Laborantin am Anthropologischen Institut der Universität Wien, 1949 / 50 ebd. zweite Assistentin bei Prof. Josef Weninger, 1960 – 71 Oberassistentin. Spezia- listin für die R. Pöch’sche sog. Buschmann-(Skelett-)Sammlung. Qu.: UA Wien. W.: „Biometrischer Vergleich der Bevölkerungsgruppen von St. Jakob im Rosenthal (Kärn- ten) und Marienfeld im Banat (Rumänien). Diss.“ ( 1946 ), „Anthropometrischer Vergleich zweier mitteleuropäischer Bevölkerungsgruppen (St. Jakob i. R., Kärnten und Marienfeld, P | Pacher 2442 rumän. Banat)“ ( 1952 ), „Anthropologische Untersuchungen an den Skeletten der Rudolf Pöch’schen Buschmannsammlung (= Pöchs Nachlass A, Bd. 12 )“ ( 1962 ) L.: Fuchs 2002 Pacher Josefine Berta; Frauenrechtsaktivistin Geb. ? Gest. ? Laufbahn: Um 1918 Vertreterin des „Verbandes der deutschen Hausfrauen Österreichs“ in der „Kommission für Frauenarbeit“ des Ministeriums für soziale Fürsorge. W.: „Die Anerkennung des Hausfrauenstandes als Beruf. In: Österreichische Frauen-Zeitung. Monatsschrift des Christlichen Frauenbundes Österreichs. 3 . Jg., Heft 6 , August 1919 “, „Das Hausgehilfinnengesetz; Das Wahlrecht und die Hausfrauen. In: Die nationale Frau: Organ für deutsche Politik und soziale Entwicklung. 1 . Jg., 1919 “ L.: Kronthaler 1995 , www.onb.ac.at /ariadne/ Pacher von Theinburg Barbara (Franzine?), geb. Freiin von Gagern; Frauenrechtsaktivistin Geb. Hanau, Deutscher Bund (Deutschland), 11. 7. 1855 Gest. Wien, 5. 3. 1925 Herkunft, Verwandtschaften: Vater: Max Frh. von Gagern ( 1810 – 1889 ), deutscher liberaler Politiker. LebenspartnerInnen, Kinder: Verheiratet mit Gustav Pacher von Theinburg ( 1839 – 1927 ), Industrieller. Laufbahn: Sie war 1909 – 1922 Präsidentin des Wiener Frauen-Erwerb-Vereins, dem sie ihre ganze Arbeitskraft widmete. L.: ÖBL , www.onb.ac.at/ariadne/ Pachler Marie Leopoldine, geb. Koschak; Pianistin und Komponistin Geb. Graz, Stmk. 2. 2. 1794 Gest. Graz, Stmk. 10. 4. 1855 Herkunft, Verwandtschaften: Mutter: Therese Raud, Vater: Hof- und Gerichtsadvokat Dr. A. Koschak († 1814 ). LebenspartnerInnen, Kinder: 1816 verheiratet mit dem Grazer Bierbrauer und Advoka- ten Dr. Karl Pachler ( 1789 – 1850 ), Sohn Faust Pachler, Pseudonym: C. Paul, Schriftsteller ( 1819 – 1891 ). 1835 Aufnahme des Stiefsohns F. Kaltenegger v. Riedhorst, späterer Landes- hauptmann von Krain. Ausbildungen: Der Vater, Aldobrand Koschak, förderte die musikalische Entwicklung seiner Tochter durch Klavier- und Gesangsunterricht. Er versammelte in seinem Haus regelmäßig einen Kreis einflussreicher Persönlichkeiten, Musiker und Künstler. Er veranstaltete darü- ber hinaus regelmäßig Konzerte, bei denen seine Tochter, die als Wunderkind galt, häufig auftrat. Bereits im Alter von neun Jahren komponierte sie Märsche, die in Graz von den Regimentskapellen gespielt wurden, und Tanzstücke für die Hausbälle des Vaters. M. L. P. war auch Schülerin Schnellers, der ihr Talent erkannte und förderte. Laufbahn: Im Zusammenhang mit dem Staatsbankrott in Österreich, verlor die Familie Pächlerin | P 2443 Koschak 1811 ihr Vermögen. Gemeinsam mit ihrer Mutter reiste M. L. P. nach Laibach und führte dort einige Prozesse mit der Absicht, das Familienvermögen noch zu retten, jedoch ohne Erfolg. Da der Vater erkrankte und aufgrund der schlechten finanziellen Situation der Familie, beschloss M. L. P. Berufsmusikerin zu werden. Heiratsangebote schlug sie aus. Ein reicher Kaufmann aus Triest und Freund des Hauses Koschak mit Namen Preshern bot an, M. K. zu adoptieren, um sie als Künstlerin ausbilden und reisen zu lassen. Auf die Bitte der Mutter hin, die mit ihrem kranken Mann nicht alleine bleiben wollte, entschied sich M. L. P. jedoch gegen eine Karriere als Berufsmusikerin. Sie trat nicht mehr öffentlich auf und hei- ratete am 12 . Mai 1816 den wohlhabenden Bierbrauer und Richter Dr. Karl Pachler. Im Jahre 1817 reiste M. L. P. eine begeisterte Beethoven-Anhängerin, nach Wien und machte dort Bekanntschaft mit dem Komponisten. Zweimal lud sie ihn nach Graz ein, jedoch ohne jemals Antwort zu erhalten. Im Jahre 1819 wurde der einzige Sohn, der spätere Schriftsteller Faust Pachler, geboren. Das Haus der Pachlers in Graz, das Rabenschinderhaus in der Herrengasse, entwickelte sich zu einem kulturellen Zentrum. M. L. P. konzertierte im privaten Zirkel und improvisierte „mu- sikalische Porträts“ der anwesenden Personen. Franz Schubert verbrachte auf Einladung der Pachlers im Sommer 1827 einige Wochen in ihrem Haus. Im Hause P. verkehrten u. a. die Hofschauspieler S. Müller, Löwe, Anschütz und Rettich, die Musiker Hüttenbrenner und Jenger, die Dichter Holtei und Leitner, die Maler Abel und Teltscher. Auf M. L. P.s Anre- gung vertonte Schubert, der 1827 in Graz drei Wochen ihr Gast war, die Lieder „Heimliches Lieben“ (Text von Klenke), D 922 , und „Eine altmodische Ballade“, D 923 , sowie Leitners Gedichte „Das Weinen“, D 926 , „Vor meiner Wiege“, D 927 , und bereits 1826 „Gesang“ (An Sylvia), D 891 , die er alle seiner Gönnerin widmete. Der „Kindermarsch“, D 928 , von Schubert für Karl P.s Namenstag geschrieben, wurde von M. L. P. und ihrem Sohn Faust 1827 vertont. M. L. P. pflegte Freundschaften zu Prokesch-Osten. Ihre angeblich enge Be- ziehung zu L. v. Beethoven wurde jedoch widerlegt und auch sein Brief, der sie als die „wahre Pflegerin“ seiner „Geisteskinder“ bezeichnete, gilt gemeinhin als Fälschung. M. L. P.s Kompositionen für Klavier wurden nie veröffentlicht. Ausz.: Die Laibacher Philharmonische Gesellschaft verlieh M. L. P. am 15 . Okt. 1817 nach- träglich eine Ehrenmitgliedschaft. L.: Deutsch 1907 , Hoffmann 2003 , Huber 1953 , Keckeis/Olschak 1953 /54 , Kosch 1933 , Lohberger 1961, Lohberger 1965 , ÖBL , Pachler 1866 , Riemann 1939 , Suppan 1962 – 66 , Wurzbach, http://www.sophie-drinker-institut.de/cms/index.php?page=pachler-koschak- marie Pächlerin Barbara; Bäuerin und Verurteilte in einem Zaubereiprozess Geb. vermutl. zwischen 1490/1500 Gest. 28. 8. 1540 LebenspartnerInnen, Kinder: Verheiratet mit Chuenz Pächler († 1554 ) in Windlahn; Kinder: Hans († vor 1555 ), verheiratet in erster Ehe mit einer namentlich unbekannten Frau aus Villanders, in zweiter Ehe mit Margretha, „eine Wälchin“; Brigitha († vor 1587 ) verheiratet mit einem Jörn, der zunächst in Voran und dann in Mölten ansässig war; Mar- tin († 1571 ), Zimmermann am Burgfeld zu Steet/Sarntheim, verheiratet in erster Ehe mit P | Pacolt 2444 einer Maria, in zweiter mit Katharina Aicher aus Pens; Margreth ( 1585 ), verheiratet mit Hans Urbaner oder Tschötter, wohnhaft im Gericht Gufidaun; Jacob, Maisnegger, verhei- ratet in Windlahn, verheiratet mit einer unbekannten Frau; Anna († vor 1571 ), verheiratet in erster Ehe mit Michel Gerin zu Unterreinswald, in zweiter Ehe mit Bärtl Farcher im Gericht Sarnthein. Laufbahn: Die Familie war um 1510 aus Villanders im Eisacktal ins Sarntal gekommen, wo die Eltern den Stöckelehof in Auen in Pacht nahmen. Durch ihre Heirat mit Chuenz Pächler wurde sie Bäuerin zu Pachl in Windlahn (vgl. die Abb. des Hofes bei Mahlknecht 1976 a). Aus der Ehe gingen sechs Kinder hervor. Im Alter von etwa 45 oder höchstens 50 Jahren wurde B. der Zauberei angeklagt und durch mehrere „peindlichen“ Verhöre (Folterungen) kam das Geständnis zutage, mit dem sie unter Vorsitz des Richters Rueland Kaboy († 1559 ) der Hexerei überführt, zum Tod am Scheiterhaufen verurteilt und am 28 . Au- gust 1540 verbrannt wurde. Aus dem Gerichtsprotokoll geht hervor, dass B. P. eine gewisse Pachmann-Anndl vergiften und umbringen wollte, da sie diese verdächtigte, ihren Mann verführt und mit ihm die Ehe gebrochen zu haben. Ob darin ein Schlüssel liegt, dass es zur Anklage kam und welche Rolle Anna Pachmann dabei spielte, ist schwer zu beurteilen. B. P.s Mann hat nach ihrer Hinrichtung wieder geheiratet, eine Anna Platter aus Nordheim im Sarntal. Die Tochter, die aus dieser Ehe hervorging, wurde auf den Namen Barbara ge- tauft. B. P. fand als Pachler-Zottl Eingang in die Südtiroler Sagenwelt. L.: Mahlknecht 1976 a Ingrid Roitner Pacolt Maria, geb. Skacel; Kinder- und Jugendbuchautorin Geb. Wien, 8. 7. 1910 Gest. Wien, 12. 12. 1982 LebenspartnerInnen, Kinder: Verheiratet mit Prof. Ernst Pacolt (* 1912 ), Sprachforscher und Schulbuchautor; Sohn: Udo (* 1939), Chefredakteur. Lauf bahn: Bemühte sich gem. mit ihrem Mann um die Neugestaltung von Sage und Schwank. W. u. a.: „Sagen aus Alt-Wien. Nacherzählt“ ( 1946 ), „Till Eulenspiegel. Ein weiser Herr“ ( 1952 ), „Närrische Leut‘ einst und heute. Schwänke“ ( 1953 ), „Der gefangene Wassermann und andere Sagen aus der Steiermark“ ( 1954 ), „Der Wachsmensch von Lambach und andere Sagen aus Oberösterreich“ ( 1954), „Münchhausen“ ( 1955 ), „Das Donauweibchen und ande- re Sagen aus Wien“ ( 1957 ), „Sagen aus Österreich“ ( 1961 ), „Mein goldenes Märchenbuch“ ( 1963 ), „Mein goldenes Sagenbuch“ ( 1966 ) L.: Binder 1968 , Hladej 1968 , Internationales Institut für Jugendliteratur und Leseforschung 1999 , Jugendschriftenkommission 1948 , Stock 1995 Padaurek Leopoldine, Zwettler; Widerstandskämpferin und Hilfsarbeiterin Geb. Wien, 13. 8. 1898 Gest. Wien, 21. 11. 1944 LebenspartnerInnen, Kinder: Ehemann: Heinrich Padaurek, wurde gemeinsam mit seiner Frau angeklagt, weil er ihre staatsfeindlichen Tätigkeiten nicht angezeigt hatte. Pagania | P 2445 Laufbahn: Kommunistische Widerstandskämpferin; verhaftet 25. 1. 1944 , verurteilt wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ am 27. 9. 1944 . Am 21 11 1944 hingerichtet. Aus dem Urteil: „Die Angeklagte Leopoldine Padaurek hat im Jahre 1943 Beziehungen zu höheren KPÖ -Funktionären unterhalten, für diese eine Verbindung hergestellt und kom- munistische Flugschriften zur Verbreitung weitergegeben. Auch sie hat dadurch den kom- munistischen Hochverrat vorbereitet und die Kriegsfeinde des Reiches begünstigt.“ Ausz.: Ehrenhain der hingerichteten WiderstandskämpferInnen, Wiener Zentralfriedhof, Gruppe 40 . Ihr Name findet sich auf einer Gedenktafel in der Weihestätte (ehemaliger Hinrichtungsraum) im Wiener Landesgericht. Qu.: DÖW L.: Brauneis 1984 , Weinert 2004 Pagania [App]ia?] 2. Jh. Geograph. Lebensmittelpunkt: Steiermark (Noricum). Ehefrau des Quintus Veratius Honoratus, eines Mitglieds des Stadtrates von Iulium Car- nicum (Zuglio in Friaul). Er war aus Oberitalien zugewandert. Ob seine Frau mit ihm kam oder Einheimische war, lässt sich nicht eindeutig sagen. Sie haben beide römisches Bürgerrecht. Qu.: Grabstein aus Voitsberg ( CIL III 11739 ), heute im Depot des Landesmuseums Joan- neum. L.: Weber 1969 a Theresia Pantzer Pagay Josefine; Sängerin Geb. Wien, 1810 Gest. Berlin, Preußen, Deutsches Reich (Deutschland), 18. 11. 1892 LebenspartnerInnen, Kinder: Sohn: Hans Pagay ( 1845 – 1915 ), Charakterkomiker bei Max Reinhardt in Berlin. Lauf bahn: Stand zum ersten Mal mit 14 Jahren auf der Bühne am Quaitheater in Wien. Hatte große Erfolge als Soubrette. Nahm Mitte der 1880 er Jahre Abschied von der Bühne und lebte in Berlin. L.: Kosch 1953 , Morgenstern 2007 , Semi-Kürschner, Wininger 1929 Pagliero (Guerra) Camilla; Tänzerin Geb. Castel-Rosso, Turin, Italien, 15. 4. (auch 13. 3. (Czeike) od. 13. 5. ) 1859 Gest. Lovrana, Istrien, Italien, 6. 5. (auch 12. 5. Czeike) 1925 (Lovran, Kroatien) LebenspartnerInnen, Kinder: 1898 Heirat mit Nicola Giuseppe Guerra ( 1865 – 1942 ), Tän- zer, Ballettmeister und Choreograph. Ausbildungen: Absolvierte die königliche Ballettschule in Turin. Laufbahn: Wurde 1879 an die k. k. Hofoper in Wien engagiert. Ab 1883 Solotänzerin, 1893 – 1901 Mimikerin. Um 1901 / 02 als Ballettlehrerin tätig. L.: Czeike Bd. 4, 2004 , Eisenberg 1891 , http://www.musiklexikon.ac.at/ P | Paischer 2446 Paischer Edith; Parteifunktionärin und Bundesrätin Geb. Mauerkirchen, OÖ, 24. 5. 1929 Ausbildungen: 1936 – 1944 Volks- und Hauptschule. Laufbahn: 1944 – 1945 Bürolehrling im Finanzamt Braunau am Inn, 1946 – 1982 Angestellte bzw. Sekretärin der SPÖ -Bezirksorganisation Braunau am Inn; ab 1949 SPÖ -Funktionärin, 1973 – 1979 Stadträtin der Stadt Braunau am Inn, 1979 –1982 Erste Vizebürgermeisterin der Stadt Braunau am Inn, 1973 – 1986 Vorsitzende des Sozial- und Gesundheitsausschusses der Stadt Braunau am Inn, Vorsitzende der SPÖ -Frauenorganisation und Funktionärin der Ortsorganisation der SPÖ Helpfau-Uttendorf, Mitglied des erweiterten Bundesfrauenko- mitees, stellvertretende Vorsitzende und Mitglied des Klubvorstandes; 1982 – 1991 Mitglied des Bundesrates SPÖ , 2009 wurde E.P. zur Konsulentin für allgemeine Kulturpflege ernannt. L.: Nachrichten Braunau 2009 , Parlamentarierinnen. Pakosta Florentina; Malerin Geb. Wien, 1. 10. 1933 Ausbildungen: 1956 – 1960 Studium der Malerei an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Josef Dobrowsky, Studienaufenthalte in Paris, Prag und Amsterdam. Laufbahn: F. P. vertritt eine Position in der zeitgenössischen Malerei, welche die psycho- logische Durchdringung des Werkes mit der objektiven Bildsprache des Konstruktivis- mus verbindet. Kontinuierlich in ihrer Werkentwicklung ist ihre Auseinandersetzung mit Machtstrukturen und sozialen Phänomenen. 1978 organisierte sie als Vorstandsmitglied der Secession die Frauenkunst-Ausstellung „Secessionistinnen“. Ihre kritische Auseinanderset- zung mit der Geschlechter-Problematik spiegelten die Werkgruppen der Schnabelköpfe bis zur genormten Menschendarstellung der Zuschauer. Daneben ist sie auch schriftstellerisch tätig. Ihre Werke sind in den bedeutenden Museen Österreichs vertreten. Ausstellungen u. a.: 1999 Jahrhundert der Frauen: vom Impressionismus zur Gegenwart, BA - CA Kunst- forum Wien, 2003 Mimosen-Rosen-Herbstzeitlosen – Künstlerinnen. Positionen 1945 bis heute, Kunsthalle Krems, 2008 Nach 1970 , Albertina, Wien. Ausz., Mitglsch.: 1971 Mitglied der Wiener Secession. Theodor-Körner-Preis, Preis der Stadt Wien. 2004 Ausstellung ihrer Werke in der Albertina. Zitate: „Die Gesellschaft ist eine Männergesellschaft, der auch Frauen beitreten können“. W.: „Gem. m. Wagner, Manfred (Hrsg.), Eine Werkschau. Die schöpferische Erkenntnis vom jeweiligen Sein“ ( 1999), „Wiener Tanz. Skizzenblätter 1956 – 1964 “ ( 2007 ), „Was man nicht sagen darf. Novellen und Aufsätze zur bildenden Kunst. Hrsg. von Leonore Maurer“ ( 2004 ) L.: Bruegger 1999 Palffy Kamilla, Friederike Emilie, verh. Waniek, auch Palffy-Waniek; Sängerin, Gesangspädagogin und Schriftstellerin Geb. Mannersdorf/March, NÖ, 20. 11. 1885 Gest. Bad Ischl, OÖ, ? Ausbildungen: Schülerin von H. Reinhold. Laufbahn: War zunächst Pianistin in Wien. Konzertierte als Sängerin auch im Ausland. Qu.: DB NS -Lit. Graz. Palisa-Mlitz | P 2447 W.: „Der Elfenbeinwürfel“ (o. J.), „X-mal Rembrandt. Mit Zádor, Eugene“ ( 1929 ), „Fremde Erde. Opernbuch“ ( 1930 ) L.: Giebisch/Pichler/Vancsa 1948 , http://www.musiklexikon.ac.at/ Palisa-Mlitz Christine; Psychiaterin und Neurologin Geb. Wien, 14. 9. 1910 Ausbildungen: 1927 Schulbesuch in England, 1928 Matura in Wien; Medizinstudium an der Universität Wien, 1934 Promotion. Laufbahn: Ab 1933 an der Neurologisch-Psychiatrischen Universitäts-Nervenklinik unter Otto Pötzl ( 1877 –1962 ); Zusammenarbeit in Paralyse- und Malariabehandlungsfragen mit Prof. Wagner-Jauregg; wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Neurologie und Psy- chiatrie, bes. Hirnpathologie. W.: „Zur Therapie und Prognose der juvenilen Paralyse“ ( 1935 ), „Zur Psychopathologie des Zeiterlebens im postencephalitischen Blickkrampf“ ( 1936 ), „Zur Phänomenologie des hypogl. Zustandsbildes bei behandelten Psychosen“ ( 1937 ), „Bewegungsautomatosen im Insulinschock“ ( 1938 ), „Das Erwachen aus dem hypoglykämischen Schock“ ( 1939 ), „Über musikalische Störungen bei sogenannter Leitungsaphasie“ ( 1945 ) L.: BLÖF , Teichl 1951 Palmay Ilka von, auch: Palmai, geb. Petráss Ilona, verh. Gräfin Kinsky; Schauspielerin Geb. Kaschau, Kassa, Oberungarn (Košice, Slowakei), 21. 9. 1859 Gest. Budapest, Ungarn, 17. 2. 1945 I. P. wird am 21. September 1859 in Košice geboren. Ihr wirklicher Name lautet eigentlich Ilona Petráss. Sie erscheint zuerst auf den musikalischen Bühnen in Ungarn. Am Theater ihrer Heimatstadt Kaschau beginnt sie in ganz kleinen Partien, singt dort aber auch schon ihre ersten Operettenrollen. In der Erstaufführung der ungarischen Fassung von „Der Bet- telstudent“ von Karl Millöcker in Budapest spielt sie am 26 . März 1886 die Rolle des Sandor Barinkay. In erster Ehe ist sie mit dem Schauspieler Josef Szigeti verheiratet. Die Ehe wird jedoch geschieden. Nach einem kurzen Engagement am Volkstheater Budapest (Budai Népzinház) geht sie an das Stadttheater von Cluj (Klausenburg), kommt aber bald wieder an das Budapester Volkstheater zurück. Hier wird sie zur großen Operettendiva und hat durch die perfekte musikalische Beherrschung ihrer Soubrettenpartien wie durch die aparte Eleganz ihrer Erscheinung bis 1889 eine glänzende Karriere in der ungarischen Metropole. Nachdem sie Deutsch gelernt hat, geht sie 1890 an das Theater an der Wien. Am 19 . April 1890 debütiert sie am Theater an der Wien, wo sie in Hauptrollen auftritt. Auch hier eilt sie von Triumph zu Triumph. So am 10 . Jänner 1891 in der Uraufführung von Carl Zellers Operette „Der Vogelhändler“ als Briefchristel und am 10 . Jänner 1893 in der Uraufführung der Operette „Fürstin Ninetta“ von Johann Strauss. Nach ihrem Abgang vom Theater an der Wien 1893 gastiert sie in Berlin und unternimmt dann große Tourneen in Deutschland. Sie spielt auch in der deutschen Produktion des „Mikado“ als Nanki-Poo. Um diese Zeit hei- ratet sie ihren zweiten Ehemann, den österreichischen Grafen Eugen Kinsky ( 1859 – 1939 ) und geht von der Bühne des Theaters an der Wien ab. 1895 nimmt sie eine Einladung vom Herzog von Sachsen-Coburg-Gotha an, um in seiner Court Theatre Company in London P | Palmay 2448 als Gastkünstlerin aufzutreten. Sie spielt die Briefchristel in „Der Vogelhändler“ in fünf Aufführungen ( 17. bis 29. Juni 1895 ). Der Erfolg ist auch hier, vor allem als Christel in „Der Vogelhändler“, so groß, dass sie zu einem Gastspiel am Londoner Drury Lane Theatre eingeladen wird. Sie wird dann durch ein Angebot von der D’Oyly Carte Opera Company überrascht, in der letzten Oper von Gilbert und Sullivan, „The Grande Duke“ zu spielen, in der sie die Rolle der Julia Jellicoe übernimmt. Sie bekommt einen zweijährigen Vertrag, aber „The Grande Duke“ läuft nur vier Monate, vom März bis Juli 1896 und als „Mikado“ am 11. Juli 1896 wiederbelebt wird, steht sie nicht auf der Besetzungsliste. Sie kommt für „His Majesty“ ( 1897 ) wieder zurück und spielt die Rolle von Felice. Sie singt sogar in einem Hofkonzert vor der englischen Königin Victoria ungarische Lieder. Im Mai 1897 erkrankt sie und kehrt im Juli 1897 nach Hause zurück. 1898 / 99 kommt sie wieder nach Wien, aber die meiste Zeit ihrer Karriere verbringt sie in Budapest. 1905 gastiert sie im Deutschen Theater in New York, geht aber wieder zurück nach Ungarn. Gräfin Kinsky schreibt ihre Biographie schließlich in ungarischer Sprache („Emlékeim“, Budapest 1912 ). Diese wird ins Deutsche übersetzt und 1911 in Berlin als „Meine Erinnerungen“ veröffentlicht. Weiters verfasst sie eine Gedichtsammlung in ungarischer Sprache. Es gibt nur einige seltene Gram- mophon-Aufnahmen ihrer Stimme, hauptsächlich mit ungarischen Liedern, entstanden 1903 in Budapest. I. P. wirkt 1913 beim Stummfilm „Johann Strauss an der schönen, blauen Donau“ und 1915 bei der Verfilmung „Das Satansweib“ mit. 1928 zieht sie sich schließlich von der Bühne zurück und stirbt am 17. Februar 1945 in Budapest im Alter von 86 Jahren. Rollen in Operetten: „Der lustige Krieg“ von Johann Strauss in Budapest, Ungarn ( 1883 ); Barinkay in „Der Bettelstudent“ von Karl Millöcker in der Erstaufführung in Budapest, Ungarn ( 1886 ); „Mamzell Nitouche“ von Herve ( 1890 ); Briefchristel in „Der Vogelhändler“ von Carl Zeller ( 1891 ); „Fürstin Ninetta“ von Johann Strauss ( 1893 ); Nanki-Poo in „Der Mikado“ von Arthur Sullivan am Theater an der Wien ( 1893 ); Briefchristel in „Der Vogel- händler“ von Carl Zeller in der Erstaufführung in London ( 1895 ). I. P. im Film: „Johann Strauss an der schönen, blauen Donau“ (Österreich 1913 , Stummfilm, SW ); „Das Satansweib“, auch „Das Teufelsweib“ (Österreich 1915 , Stummfilm, SW ). W.: „(Palmay-Kinsky, Ilka): Meine Erinnerungen“ ( 1911 ) L.: Linhardt 1997 , Zeller 1942 , „Ilka Palmay. In: Die Bombe, 10 6 1883 “ , „Ilka Palmay. In: Die Bombe, 2. 2 1890 “, „Mme. Palmay Ilka. In: Der Humorist, 7 5 1890 “, „Ilka Palmay. In: Der Humorist, 22 9. 1890“, „Carl Zeller-Museum St. Peter/Au: Theaterzettel und Plakat der Uraufführung von ‚ Der Vogelhändler‘, 10 1 1891 “, „Premierenkritik zur Operette ‚ Der Vogelhändler‘. In: Die Presse, 11. 11 1891 “, „Premierenkritik zur Operette ‚ Der Vogelhänd- ler‘. In: Wiener Fremdenblatt, 11 1. 1891“, „Die Bombe, Nr. 3, 18 1 1891 “, „Das illustrierte Unterhaltungsblatt, 20 2 1891 “, „Mme. Palmay Ilka. In: Der Humorist, 10. 3 1891 “, „Ilka Palmay. In: Der Humorist, 21 9. 1891 “, „Carl Zeller-Museum St. Peter/Au: Plakat der 100 Uraufführung von ‚Der Vogelhändler‘, 26 11 1891 “, „Die 100 . Aufführung des ‚Vogelhänd- ler‘. In: Die Presse, 26. 11 1891 “, „Palmay Ilka in ihrer jüngsten Glanzleistung. In: Der Hu- morist, 1 2. 1892 “, „Ilka v. Palmay. In: Der Humorist, 10. 3. 1893 “, „Der Floh, 23 12 1894 “, „Titelseite, Der Floh, 24 3. 1895“, „Titelseite, Madame von Palmay as Julia. In: ‚The Grand Duke‘ at the Savoy. In: ‚The Sketch‘, 15. 3. 1896 “, „ ‚The Grand Duke‘ at the Savoy Theatre. A Chat with Madame Palmay. In: The Sketch, 15 4 1896 “, „Zu unserem Titelbilde. In: Der Palme | P 2449 Humorist, 20. 11 1897 “, „Sport und Salon, 20 12 1900 , S. 7 “, „Der Humorist, 1. 9 1911 “, Ti- telseite, Johann Strauss an der schönen, blauen Donau. In: Kinematographische Rundschau Nr. 282 , S. 38/ 39. http://www.szineszkonyvtar.hu/contents/p-z/palmayelet.htm Thomas Gnedt Palme Mizzi; Schauspielerin und Chansonnière Geb. 1881 Gest. Wien, 30. 1. 1907 Lauf bahn: Wurde bereits 1895 ans Carltheater engagiert, spielte auch kleine Rollen am Deutschen Volkstheater und war ab 1899 Mitglied des Theaters in der Josefstadt. Stefan Grossmann schreibt in „Die Schultern der Mizzi Palme und andere Texte“ über M. P., die junge Frau wäre an einem Sommertag auf dem Bahnsteig Peter Altenberg begegnet, der sei- ne Augen nicht von ihr wenden konnte. Sie fühlte seinen Blick und sagte plötzlich: „Kom- men S‘ mit in den Wartesaal.“ Altenberg folgte ihr. Dort wechselte die junge Schauspielerin ihre Bluse, und der sehnsüchtige Liebhaber junger Mädchen konnte ein paar Augenblicke lang ihre nackten Schultern und ihren „leuchtenden Nacken“ sehen. „Siehst, das habe ich für dich getan, Peterl, weil ich weiß, daß es dir Freude macht.“ Es existieren einige Porträts von M. P. im Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek. Qu.: Tagblattarchiv (Personenmappe). L.: Czeike Bd. 4, 2004, Großmann 1995 , http://www.zeit.de/ 1995 / 30 /Wartesaal Palmer Maria, Ps. Eliot Parker White, Pichler; Schauspielerin Geb. Wien, 5. 9. 1917 (1924) Gest. Los Angeles, California, USA, 6. 9. 1981 Herkunft, Verwandtschaften: Vater: Fabrikant, wurde wegen illegaler sozialdemokratischer Betätigung vom NS -Regime inhaftiert. Ausbildungen: Besuchte die Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien. Laufbahn: War schon mit vier Jahren als kleines Tanzwunder Mitglied des Gertrud Bo- denwieser-Ensembles. Spielte am Theater in der Josefstadt und am Internationalen Theater. Erhielt kurz vor dem „Anschluss“ Österreichs eine Rolle in Belgien angeboten. Nach der Entlassung gelang es der Familie unter Zurücklassung des gesamten Besitzes in die USA zu fliehen. Zunächst war M. P. Hostess in einem kleinen Art-Kino, bildete sich bei Arthur Hopkins in dramatischer Technik weiter. Wurde durch Auftritte an Sommerbühnen be- kannt. Nach zahlreichen Rollen in Hollywoodfilmen und Arbeiten für das Lux-Radio zog sie sich Ende der 1950 er Jahre aus dem Filmgeschäft zurück, arbeitete aber weiter für das Theater und das Fernsehen. Qu.: Die Academy Foundation in Los Angeles betreut eine umfangreiche Maria Palmer- Collection. L.: Trapp/Mittenzwei 1999 , Ulrich 2004 , www.imdb.com/ Pamberger Erna; Keramikerin und Textilkünstlerin Geb. 1906 Gest. 2000 P | Pammer 2450 Herkunft, Verwandtschaften: Vater: Ferdinand Pamberger ( 1873 – 1956 ), Maler, Grafiker und Lehrer an der fachlichen Fortbildungsschule für Lithographen. Stein- und Kupferdrucker in Wien sowie an der Kunstgewerbeschule Graz. Laufbahn: Unterrichtete in den 1940 er Jahren an der Kunstgewerbeschule in Graz Kostüm- kunde. Arbeiten für: Gmundner Keramik und für die Wiener Werkstätte (Keramik, Stoffe). Schuf Wandmalereien, Bühnenbild- und Kostümentwürfe, Plakatentwürfe, Illustrationen und Terrakotten. L.: Schweiger 1990 , www.bildindex.de/, www.deutschefotothek.de/ Pammer Hertha, geb. Hiltl; Theologin und Entwicklungshelferin Geb. Wien, 21. 6. 1905 Gest. Wien, 25. 12. 1995 Herkunft, Verwandtschaften: Mutter: Elsa von Hiltl, geb. Neumann-Spallart; Vater: Ernst R. v. Hiltl, Oberst; Schwester: Nora v. Hiltl ( 1905 –1979 ), Ministerialrätin im BMUK und Gemeinderätin. LebenspartnerInnen, Kinder: 1935 Heirat mit Dr. Maximilian Pammer, Präsident des Ös- terreichischen Statistischen Zentralamtes; drei Kinder: Maximilian (* 1936 ), Dr., BM für AA , Gesandter; Ernst (* 1937 ), Dr., Rechtsanwalt; Elisabeth verh. Nopp (* 1940 ), Dr. Ausbildungen: Matura, Fachausbildung für Management, Verlags- und Druckereiwesen; theologische Ausbildung. Laufbahn: Bis zur Eheschließung Bilanzbuchhalterin; nach 1945 Aufbau der katholischen Frauenbewegung im Rahmen der Katholischen Aktion, 1957 – 1979 deren Vorsitzende; 1963 – 82 Direktorin der Stelle für Entwicklungsförderung der Österreichischen Bischofs- konferenz; 1957 Einführung des Familienfasttages sowie Stipendienaktionen für Studenten aus Entwicklungsländern. Ausz., Mitglsch.: 1965 Koreanische Ehrung in Seoul (Prof. und Orden), 1978 Großes Ehren zeichen für Verdienste um die Republik Österreich; Hertha-Pammer-Preis der Ka- tholischen Frauenbewegung Österreichs (Referat „Entwicklungsförderung“). L.: BLÖF Pancera Gabriele (Ella), verh. Blüthner, verh. Krill, verh. Haenel; Pianistin Geb. Wien, 15. 8. 1876 Gest. Bad Ischl, OÖ, 10. 5. 1932 LebenspartnerInnen, Kinder: 1898 –1910 verheiratet mit M. Blüthner, Klavierfabrikanten- sohn; bis 1923 verheiratet mit J. Krill, Inhaber des Hesse-Verlages; 1924 Heirat mit W. Haenel. Ausbildungen: Erhielt ersten musikalischen Unterricht am Institut Hanausek in Wien, Stu- dium am Wiener Konservatorium (Klavier bei J. Epstein und Leschetitzky sowie Theorie bei dem Brucknerschüler Vockner). In Weimar Schülerin von Stavenhagen. Laufbahn: G. P. trat bereits mit 13 Jahren öffentlich auf und unternahm ab 1892 ausgedehn- te Konzertreisen, die sie durch Österreich, Deutschland, Russland, Skandinavien, Italien und Frankreich führten. Besonders in England wurde sie gefeiert und mit Liszt verglichen. L.: Altmann 1936 , Eisenberg 1893 , Müller 1929 , ÖBL , AMZ 1932 , S. 291 , Die Musik, Jg. 24 , 1932 , S. 720 ; LV bl. 10 5. 1957 , NZM 1932, S. 644 Paneth | P 2451 Paneth Marie; Malerin und Sozialpädagogin Geb. Österreich, 15. 8. 1895 Gest. London, Großbritannien, November 1986 Herkunft, Verwandtschaften: Schwiegervater: Joseph Paneth, Freund von Sigmund Freud. Ausbildungen: Schülerin des Malers Karl Čižek. Laufbahn: Im Jahr 1920 lernt sie Sigmund Freud kennen; kurz darauf zieht sie mit ihrem Ehemann in das damalige Niederländisch-Ostindien (heute Indonesien). Später lässt sie sich mit ihrem Mann in New York nieder, wo sie ihre Werke u. a. 1939 in der Society of Independent Artists ausstellt. Den Großteil des Krieges verbringt sie in Großbritannien. Hier wird die Straffälligkeit von Kindern und Jugendlichen, die während des Blitzkrieges in Armut und unter Gesundheitsproblemen leidend ohne familiären Rückhalt leben, zu- nehmend zum Problem. Die traumatisierten Jugendlichen haben in Luftschutzbunkern und Flüchtlingszentren keinen Raum zum Spielen und zeigen extrem deviantes Verhalten. In London startet M. P. ein sozialpädagogisches Projekt; sie liest zahlreiche Slumkinder in den Straßen auf, die zu gewalttätig sind, um in Flüchtlingszentren zu leben und bringt sie in ein Spielhaus („play shelter“) in einem abbruchreifen Gebäude mit ehemaligem Luftschutzbunker in der Branch Street. M. P.s erzieherische Methode weicht stark von den pädagogischen Idealen der Zeit ab. Sie tritt für einen entspannten, antiautoritären Umgang ein und lässt die Jugendlichen ihre wütenden und gewalttätigen Ausbrüche aus- agieren, um eine kathartische Wirkung zu erreichen. M. P. hält ihre MitarbeiterInnen an, den Jugendlichen das Ausagieren ihres Zorns zu ermöglichen, bis sie selbst genug davon hätten. Ihren Schützlingen gibt sie, wie auch Kindern in anderen Einrichtungen zuvor, Material zum selbstständigen, ohne Regeln geleiteten Malen und Zeichnen. Dieser von Čižek inspirierte Zugang zur Kunsterziehung bei Kindern schlägt in der Branch Street erstmals fehl und resultiert in Attacken gegen die Einrichtung und die ErzieherInnen. Als die Kinder auch noch den Spielplatz zerstören, kündigen die MitarbeiterInnen. M. P. behält ihre Methode jedoch bei und lässt die Kinder so spielen, wie sie es auf der Straße gelernt haben. Sie präsentiert ihnen einen ausgebombten Platz, an dem alle gemeinsam mittels zusammengesammelten Baumaterials einen neuen Spielplatz errichten. Weiters erbauen sie eine Feuerstelle, ein selbstverwaltetes Café, u. a. Das partizipatorische Branch Street-Projekt nützt das kindliche Spiel zum Bau und Erhalt von Gemeinschaft: Die Ju- gendlichen können sich mit einem gemeinsamen Ort und einem gemeinsamen Projekt identifizieren und, indem sie selbst Verantwortung übernehmen, in den zerbombten und zerstörten Orten ihrer Stadt etwas Neues Aufbauen. Das Projekt ist ein großer Erfolg, die Jugendlichen gewinnen sukzessive Vertrauen zu ihren „Hausvätern“ und „Hausmüttern“ und ändern ihre Einstellung zu Autorität. Sie können sich bald sicher sein, die Erwachse- nen auf ihrer Seite zu haben und als eigene Persönlichkeiten in ihren Sorgen und Bedürf- nissen ernst genommen zu werden. Später wird M. P. angeben, ihre Erziehungsmethode sei auch politisch motiviert: Zur Formung verantwortungsbewusster, selbstdisziplinierter demokratischer Subjekte bedarf es eines Identifikationsobjektes, das sich nicht in einer po- litischen Leitfigur wie einem Diktator manifestiert. M. P.s Ideen, allen voran die Idee des Abenteuerspielplatzes („adventure playground“, „junk playground“) sind bis heute fester Bestandteil der Theorie zur Jugendarbeit. M. P. arbeitet auch nach dem Krieg in Groß-