Vitalfunktionen Bewusstsein Arbeiten die verschiedenen Bereiche des Nervensystems ungestört zusammen, so ist der Mensch bei Bewusstsein. Er kann sehen, hören, fühlen, riechen und schmecken. Sein Denk-, Merk- und Reaktionsvermögen funktioniert, ebenso wie die Fähigkeit, geordnete Bewegungsabläufe auszuführen. Er ist örtlich, zeitlich und der Situation entsprechend orientiert. Auch die wichtigen Schutzreflexe sind, obwohl sie nicht bewusst gesteuert werden, von einem ungestörten Bewusstsein abhängig. Bei Bewusstlosen ist die Muskulatur völlig erschlafft und die Schutzreflexe sind ausgeschaltet. Daher besteht die Gefahr, dass die Zunge in den Rachenraum sinkt und dort die Atemwege verschließen kann. Da der Hustenreflex bei bewusstlosen fehlt, können außerdem Speichel, Erbrochenes oder Blut in die Atemwege gelangen und zur Erstickung führen. Um zu überprüfen, ob die Person bei Bewusstsein ist, berührt man diese kräftig mit rüttelnden Bewegungen an der Schulter und spricht sie aktiv an: „Hallo, können Sie mich hören?“ Wenn hier absolut keine Reaktion folgt, hat die Person ihr Bewusstsein verloren. Vitalfunktionen Atmung Die Atmung ist essenziell für das Leben, da sie Sauerstoff aus der Luft über die Lunge ins Blut bringt und Kohlendioxid (CO²) wieder aus dem Körper abtransportiert. Der Sauerstoff erreicht damit alle Organe. Das wichtigste davon ist das Gehirn, das bereits nach 3–5 Minuten ohne Sauerstoffzufuhr bleibende Schäden erleidet. Beim Einatmen hebt die Atemmuskulatur den Brustkorb an, wodurch die Lunge sich ausdehnt und Frischluft einströmt. Beim Ausatmen entspannt sich die Muskulatur passiv, sodass verbrauchte Luft entweicht. Deshalb muss neben der Bewusstseinslage auch die Atmung geprüft werden. Mit zwei Fingern am Kinn und der anderen Hand an der Stirn wird der Kopf der Person behutsam nach hinten gelegt und der Hals überstreckt. Das Kinn ist dabei leicht anzuheben und nach vorne zu ziehen. Mit der eigenen Wange und dem Ohr dicht über Mund und Nase der Person, ihre Atmung fühlen und meist auch hören. Dabei wird zum Brustkorb geblickt, um zu sehen, wie sich Brust und Bauch beim Atmen heben und senken. Die Atemkontrolle ist 10 Sekunden durchzuführen. Hat die betroffene Person eine normale Atmung, erkennen wir 2-3 Atemzüge in 10 Sekunden.