F O R S C H U N G E N E P H E S O S X I Der sogenannte Hadrianstempel an der Kuretenstraße ist eines der bekanntesten Monumente des antiken Ephesos. Der kleine Tempel wurde kurz nach seiner Freilegung in den 1950er Jahren wieder - aufgebaut und dominiert heute wie in der Antike mit seiner Fassade den westlichen Teil der Kureten- straße, einer der Hauptstraßen der antiken Stadt. Der Ausgräber Franz Miltner interpretierte das Gebäude– vermeintlich in Übereinstimmung mit der Bauinschrift– als Neokorie-Tempel von Ephesos, den ›offiziellen‹ Kaiserkulttempel für Hadrian, dessen Errichtung der Stadt vom Kaiser selbst 132/133 n. Chr. erlaubt worden war. Zwar erntete diese Deutung Widerspruch, alternative Interpre- tationen konnten sich aber nicht etablieren. Die vorliegende Publikation ist das Ergebnis eines von 2009 bis 2012 am Österreichischen Archäo- logischen Institut durchgeführten Forschungsprojekts, in dessen Rahmen die Baugeschichte und die Aussage der figürlichen und ornamentalen Dekoration des Gebäudes ebenso ausgewertet wurden wie die Inschriften und Informationen über den Stifter. Integraler Bestandteil der Gesamtdar- stellung ist zudem eine restauratorische und konservatorische Bestands- und Zustandsaufnahme einschließlich umfassender Probenanalysen. Aus der kontextuellen Untersuchung ergibt sich, dass die Funktion des kleinen Bauwerks, das auch in seiner Inschrift als »Tempel« oder »Schrein« bezeichnet wird, höchstwahrscheinlich im Zusammen- hang mit den feierlichen Prozessionen zu sehen ist, die vom ephesischen Artemis-Heilig tum aus- gehend durch das Stadtgebiet und über die Kuretenstraße wieder zurück an ihren Ausgangspunkt führten. Ursula Quatember, geboren 1976 in Linz. Studium der Klassischen Archäologie und Ägyptologie an der Universität Wien, von 1997 bis 2012 Mitarbeiterin der Ausgrabung des Österreichischen Archäologischen Instituts in Ephesos. Zurzeit Leiterin eines Forschungsprojekts zur Architektur des römischen Kleinasiens am Institut für Archäologie der Universität Graz. ISBN 978-3-7001-7994-8 F O R S C H U N G E N I N E P H E S O S X I / 3 DER SOGENANNTE HADRIANSTEMPEL AN DER KURETENSTRASSE U r s u l a Q u a t e m b e r Textband F O R S C H U N G E N I N E P H E S O S X I / 3 DER SOGENANNTE HADRIANSTEMPEL AN DER KURETENSTRASSE U r s u l a Q u a t e m b e r Mit Beiträgen von Robert Kalasek, Martin Pliessnig, Walter Prochaska, Hans Quatember, Hans Taeuber, Barbara Thuswaldner, Johannes Weber Planmappe Der sogenannte Hadrianstempel an der Kuretenstraße ist eines der bekanntesten Monumente des antiken Ephesos. Der kleine Tempel wurde kurz nach seiner Freilegung in den 1950er Jahren wieder aufgebaut und dominiert heute wie in der Antike mit seiner Fassade den westlichen Teil der Kureten straße, einer der Hauptstraßen der antiken Stadt. Der Ausgräber Franz Miltner interpretierte das Gebäude– vermeintlich in Übereinstimmung mit der Bauinschrift– als Neokorie Tempel von Ephesos, den ›offiziellen‹ Kaiserkulttempel für Hadrian, dessen Errichtung der Stadt vom Kaiser selbst 132/133 n. Chr. erlaubt worden war. Zwar erntete diese Deutung Widerspruch, alternative Interpre tationen konnten sich aber nicht etablieren. Die vorliegende Publikation ist das Ergebnis eines von 2009 bis 2012 am Österreichischen Archäo logischen Institut durchgeführten Forschungsprojekts, in dessen Rahmen die Baugeschichte und die Aussage der figürlichen und ornamentalen Dekoration des Gebäudes ebenso ausgewertet wurden wie die Inschriften und Informationen über den Stifter. Integraler Bestandteil der Gesamtdar stellung ist zudem eine restauratorische und konservatorische Bestands und Zustandsaufnahme einschließlich umfassender Probenanalysen. Aus der kontextuellen Untersuchung ergibt sich, dass die Funktion des kleinen Bauwerks, das auch in seiner Inschrift als »Tempel« oder »Schrein« bezeichnet wird, höchstwahrscheinlich im Zusammen hang mit den feierlichen Prozessionen zu sehen ist, die vom ephesischen ArtemisHeilig tum aus gehend durch das Stadtgebiet und über die Kuretenstraße wieder zurück an ihren Ausgangspunkt führten. Ursula Quatember, geboren 1976 in Linz. Studium der Klassischen Archäologie und Ägyptologie an der Universität Wien, von 1997 bis 2012 Mitarbeiterin der Ausgrabung des Österreichischen Archäologischen Instituts in Ephesos. Zurzeit Leiterin eines Forschungsprojekts zur Architektur des römischen Kleinasiens am Institut für Archäologie der Universität Graz. ISBN 978-3-7001-7994-8 Planmappe v1es.indd 1 01.02.2018 10:08:29 FALTPLAN 1 ›Hadrianstempel‹, Gesamtplan Faltplan 1.indd 1 21.12.17 19:30 FALTPLAN 2 ›Hadrianstempel‹, Ansicht Süd Pläne 2-10.indd 2 21.12.17 19:30 FALTPLAN 3 ›Hadrianstempel‹, Schnitt A-A Pläne 2-10.indd 3 21.12.17 19:30 FALTPLAN 4 ›Hadrianstempel‹, Schnitt B-B Pläne 2-10.indd 4 21.12.17 19:30 FALTPLAN 5 ›Hadrianstempel‹, Schnitt C-C Pläne 2-10.indd 5 21.12.17 19:30 FALTPLAN 6 ›Hadrianstempel‹, Schnitt D-D Pläne 2-10.indd 6 21.12.17 19:30 FALTPLAN 7 ›Hadrianstempel‹, Schnitt E-E Pläne 2-10.indd 7 21.12.17 19:30 FALTPLAN 8 ›Hadrianstempel‹, Schnitt F-F Pläne 2-10.indd 8 21.12.17 19:30 FALTPLAN 9 ›Hadrianstempel‹, Ansicht West Pläne 2-10.indd 9 21.12.17 19:30 FALTPLAN 10 ›Hadrianstempel‹, Ansicht Ost Pläne 2-10.indd 10 21.12.17 19:30