Specimina Philologiae Slavicae ∙ Supplementband 25 (eBook - Digi20-Retro) Verlag Otto Sagner München ∙ Berlin ∙ Washington D .C. Digitalisiert im Rahmen der Kooperation mit dem DFG- Projekt „Digi20“ der Bayerischen Staatsbibliothek, München. OCR-Bearbeitung und Erstellung des eBooks durch den Verlag Otto Sagner: http://verlag.kubon-sagner.de © bei Verlag Otto Sagner. Eine Verwertung oder Weitergabe der Texte und Abbildungen, insbesondere durch Vervielfältigung, ist ohne vorherige schriftliche Genehmigung des Verlages unzulässig. «Verlag Otto Sagner» ist ein Imprint der Kubon & Sagner GmbH. Marlene Grau Untersuchung zur Entwicklung von Sprache und Text bei M. M. Zoščenko Dargestellt an Kurzgeschichten der 20er Jahre Marlene Grau - 9783954794713 Downloaded from PubFactory at 01/10/2019 04:19:48AM via free access 00050254 SPECIMINA PHILOLOGIAE SLAVICAE Herausgegeben von Olexa Horbatsch, Gerd Freidhof und Peter Kosta Supplementband 25 Marlene Grau Untersuchungen zur Entwicklung von Sprache und Text bei M. M. Zoščenko Dargestellt an Kurzgeschichten der 20er Jahre VERLAG OTTO SAGNER • MÜNCHEN 1988 Marlene Grau - 9783954794713 Downloaded from PubFactory at 01/10/2019 04:19:48AM via free access Bayerisch• Staatsbibliothek München Copyright by Verlag Otto Sagner, München 1988. Abteilung der Firma Kubon und Sagner, München. Druck: Görich & Weiershäuser, 3550 Marburg/L. ISBN 3-87690-370-X -fStļ'ļOS^S' Marlene Grau - 9783954794713 Downloaded from PubFactory at 01/10/2019 04:19:48AM via free access 00050254 Für Greta Marlene Grau - 9783954794713 Downloaded from PubFactory at 01/10/2019 04:19:48AM via free access ♦ I I Marlene Grau - 9783954794713 Downloaded from PubFactory at 01/10/2019 04:19:48AM via free access V orw ort Die vorliegende Dissertation ist gleichsam eine notwendige “Vorstudie” für ■ « die ursprünglich geplante Arbeit “Probleme der Übersetzung von Werken Zoščenkos ins Englische und Deutsche’'. Bei der Materialsammlung, die sich wegen der die Übersetzer vor schwierige Probleme stellenden Vielschichtig- keit der Sprache auf Zoščenkos Kurzgeschichten der 20er Jah re konzentrierte, wurde allmählich klar, daß die sich z .T . sehr stark voneinander unterschei- • I • ē denden Übersetzungen nicht auf unterschiedlichen Ubersetzerkonzeptionen beruhen konnten, sondern au f verschiedenen Text versionen fußen m ußten. •• •• Im m er noch von Überlegungen eines Uberset Zungsvergleichs geleitet, wur- den 30 besonders häufig übersetzte Kurzgeschichten Zoščenkos ausgewählt, deren Versionen f e s t gest ellt werden sollten, um Fehlbewert ungen der Uber- S e t z u n g e n zu vermeiden. Dem reichen F u n d u s der Leninbibliothek in Moskau ist es zu verdanken, daß sämtliche Ausgaben der Werke Zoščenkos eingesehen werden konnten, womit die Vielzahl der Textversionen offenkundig und das •« Vorhaben eines Uberset zungsvergleichs illusionär wurde. Analyseobjekt dieser Arbeit sind nun die mehr als 600 Text varianten, die in • • den fast 50 betroffenen Ausgaben aufgefunden wurden. Ähnlich wie vor • • _ einem Ubersetzungsvergleich eine übersetzungsrelevante Textanalyse u .a . klären muß, welche sprachlichen Mittel welche Funktion im Gesamt text ha- ben (und deshalb bei einer äquivalenten Übersetzung die besondere Auf- •• merksamkeit eines Übersetzers erfordern), so muß auch einer B etrachtung der größtenteils sprachlich, teils inhaltlich dominierten Text varianten und dem Vergleich und der Bewert ung der aus ihnen result ierenden Text versionen eine Analyse des Wesens und der wesentlichen Elemente der Texte Zoščenkos vorangehen. Ausgangspunkt der Arbeit ist, daß die Sprache Zoščenkos das Zentrum sei- ner Kurzgeschichten bildet; sie dient nicht nur der sprachlichen Verpackung der Aussage, sondern ist ein entscheidender Teil von ihr, indem erstens die Sprachverwendung ohne direkte auktoriale Eingriffe die Aussagen des Erzählers in Zweifel zieht und zweitens sie selbst zum Objekt der Kritik wird. In welchem Zusammenhang die Sprache Zoščenkos, nur in einem Aufsatz von Vinogradov aus dem Ja h re 1928 zum Forschungsobjekt geworden, m it der allgemeinen Entwicklung der russischen Sprache steht-, welche Funktion sie in Zoščenkos Skaz erfüllt, welche Eigenschaften sie als künstlerische Brechung des russischen Prostorečie, der “Sprache der Straße” , nach der Revolution Marlene Grau - 9783954794713 Downloaded from PubFactory at 01/10/2019 04:19:48AM via free access besitzt - und wie Veränderungen in der kulturpolitischen Situation wieder auf sie zurückwirken, das ist. die komplexe Fragestellung dieser Arbeit. Daß das Them a eine solch grundsätzliche Änderung erfahren konnte, ver- danke ich dem Entgegenkommen meines Betreuers, Professor Gerd Freidhof, der mir mit vielen hilfreichen Hinweisen und viel Verständnis für die Schwie* rigkeit der Thematik zur Seite stand. Besonderer Dank gilt auch meiner sowjetischen Mentorin, dr nauk O l’ga Grigor’evna Revzina, die die Bearbei- tu ng der Textvarianten als wissenschaftlich lohnenswerte Aufgabe engagiert unterstützte und meinen vielen Detailfragen geduldig ihr O hr lieh, sowie der Zoščenko-Spezialistin M arietta O m arovna Cudakova, an die ich mich mit allen Zweifelsfragen wenden konnte. Ohne den vom DAAD ermöglichten zweimaligen längeren Aufenthalt an der Moskauer Staatsuniversität (MGU) wäre das Vorhaben nicht zu verwirklichen gewesen. In der Zeit der Nie- derschrift der Arbeit habe ich viel moralische U nterstützung und Solidarität von den M itarbeiterinnen und M itarbeitern des Slavischen Seminars der Uni- versität Frankfurt und meinen Freundinnen und Freunden erfahren, denen ich an dieser Stelle auf das herzlichste danken möchte. Bei der Herstellung der Druckvorlage standen mir die M itarbeiter der Gesellschaft für wissen- schaftliche Datenverarbeitung in Göttingen, Dr. Peter Scherber und Karl (Sieverling, mit Rat und Tat und Gastfreundschaft zur Seite, ihnen verdanke ich die letzten angenehmen Stunden mit meiner Dissertation. Marlene Grau - 9783954794713 Downloaded from PubFactory at 01/10/2019 04:19:48AM via free access 00050254 Михаил Зощенко вибиргег яблоки у уличного торговца. Снимок Бориса Игнатовича. Aus: Literaturnaja gazeta, 18. 2. 1987. Marlene Grau - 9783954794713 Downloaded from PubFactory at 01/10/2019 04:19:48AM via free access 00050254 Kürzel für die K u r z g e s c h ic h t e n Zoščenkos А Arist okrat ka Ag A gitator Ak Akter Al Al’fons В Banja Ba B aba Be Bed n o st’ CS Carskie sapogi Di Diktofon FN Fom a nevernyj C a Galoša 1 Inostrancy К Krizis KP Kačestvo produkcii LP L etn jaja peredyska Ma M atrenišča Mo Monter NL Nervnye ljudi NN Ne nado im e t’ rodstvennikov Op O perācijā Oš Ošibočka Pa Pacientka PK Prelesti kul’tury Pu Puškin RÈ Reżim ekonomii S Sčast ’e SD Sčastlivoe detstvo SK Semejnyj kuporos SN Sobačij njuch SpD Spešnoe deio Kürzel für a n d e r e W erke M . M . Zoščenkos GK G o lubaja kniga. Leningrad 1935. P K P P is ’m a к pisatelju. Leningrad 1929. RNIGS Rasskazy Nazara Il’ica gospodina Sinebrjuchova. Peterburg/ Berlin 1922. ♦ • • vi 11 Marlene Grau - 9783954794713 Downloaded from PubFactory at 01/10/2019 04:19:48AM via free access K ü r z e l für die v e r w e n d e t e n A u s g a b e n von M. M . Z o š č e n k o s Wer- keil (c h r o n o lo g isc h g e o r d n e t ) JU R 23 Jumorističeskie rasskazy. P etro grad/M o sk va 1923. A24 Arisiokratka. Rasskazy. P etrograd/M oskva 1924. VŽ24 Veselaja žizn\ Leningrad 1924. O JA 25 Obez’janij jazyk. Jumoristiöeskie rasskazy. Moskva 1925. R25L Rasskazy. Leningrad 1925. R25M Rasskazy. Moskva 1925. SN25 Sobačij njuch. Moskva 1925. AG26 Agitator. M oskva/Leningrad 1926. DR26 Desjat’ rasskazov. Leningrad 1926. К 26 Krízis. Leningrad 1926. M26 Matrenišča. M oskva/Leningrad 1926. RS26 R yb’ja samka. M oskva/Leningrad 1926. T M R 26 Tetka M ar'ja rasskazala. Moskva 1926. UG26 Uvazaemye graždane. M oskva/Leningrad 1926. B27 Baretki. Moskva/Leningrad 1927. BB27 Blednolicye b r a t ’ja. Jumoristiceskie rasskazy. Moskva 1927. MU27 Mešcanskij uklon. Leningrad 1927. MŽ27 Melaci žizni. Leningrad 1927. NL27 Nervnye ljudi. C h ar’kov 1927. DNŽ28 Dni našej žizni. Leningrad 1928. IRIP28 lzbrannye rasskazy i povesti. Char'kov 1928. LP28 Ljal'ka pjat'desjat. M oskva/Leningrad 1928. NKS28 Nad kem smeetes'?! M oskva/Leningrad 1928. SS29-32 Sobranie socinenij. Leningrad/M oskva 1929-1932. LL30 Lišnie ljudi. Moskva 1930. IR31 lzbrannye rasskazy. Leningrad 1931. 133 Izbrannoe. Rasskazy. Povesti. Feretony. Leningrad 1933. 134 Izbrannoe. Leningrad 1934. R34 Rasskazy. Leningrad 1934. R34a Rasskazy. Leningrad 1934. GK35 G olubaja kniga. Leningrad 1935. IR35 lzbrannye rasskazy. Leningrad 1935. IR36 lzbrannye rasskazy. 1923-1934. Leningrad 1936. T37 1935-1937. Rasskazy, povesti, fel’etony, te atr, kritika. Lenin- grad 1937. 139 Izbrannoe. Leningrad 1939. R39 Rasskazy. Moskva/Leningrad 1939. Marlene Grau - 9783954794713 Downloaded from PubFactory at 01/10/2019 04:19:48AM via free access UG40 Uvazaemye graždane. lzbrannye rasskazy. 1923-1938. Lenin- grad 1940. IP46 lzbrannye proizvedenija. 1923-1945. Leningrad 1946. IRIP56 lzbrannye rasskazy i povesti. 1923-1956. Leningrad 1956. RFP58 Rasskazy, fel’etony, povesti. Moskva 1958 IP68 lzbrannye proizvedenija v dvuch tom ach. Leningrad 1968. R74 Rasskazy. Moskva 1974. LZ77 Ličnaja žizn\ Rasskazy. Moskva 1977. RSKF77 Rasskazy. Senti ment al łnye povesti. Komedii. FelVtony. Mos- kva 1977. 178 Izbrannoe. V dvuch tomach. Leningrad 1978. 181L Izbrannoe. Leningrad 1981. I81M Izbrannoe. Moskva 1981. SS86-87 Sobranie socinenij v trech tom ach. Leningrad 1986-1987. ZI Die erste Veröffentlichung einer Kurzgeschichte Zoščenkos in einer Zeitschrift. Zur N o t a t i o n : In den ersten drei Kapiteln wird nach der Ausgabe SS29-32 zitiert. Ein mit “+ ” versehenes Kürzel einer Kurzgeschichte, z. B. (N L+ ), bedeutet, daß nach einer anderen Ausgabe zitiert wird (vgl. Fußnote 146). Ein kursives Kürzel, z. B. ( N L ), signalisiert , daß die zitierte variante Textstelle noch weitere Text- varianz aufweist. Marlene Grau - 9783954794713 Downloaded from PubFactory at 01/10/2019 04:19:48AM via free access Inhaltsverzeichnis 00050254 0. Einleitende Bem erkungen zur Sprache Z o š č e n k o s ............................... 1 1. Die Sprache Zoščenkos - Voraussetzungen ......................................... 11 1.1. Die Entwicklung der russischen Sprache 111 den 20er Ja h re n ....... 11 1.1.1. Forschungsstand .......................................................................................... 11 1.1.1.1. Die marxistisch-soziologische P e r i o d e ................................................... 12 1.1.1.2. Die marristische Periode ...........................................................................16 1.1.1.3. Die stalinistische P e r i o d e ...........................................................................17 1.1.1.4. Die nachstalinistische Periode .................................................................18 1.1.2. Faktoren und M anifestationen der Veränderungen der russischen Sprache nach der R e v o lu tio n ............................................... 22 1.1.2.1. Die Sprache der Zeitungen ...................................................................... 27 1.1.2.2. Die oratorische Rede .................................................................................. 31 1.1.2.3. Die Sprache der Unterschicht ...................................................................34 1.1.2.4. Manifestationen des Sprachzustands in der Belletristik ................. 38 1.2. Skaz ....................................................................................................................41 1.2.1. Forschungsentwicklung .............................................................................. 41 1.2.2. Die Skaz-Merkmale .................................................................................... 51 1.2.2.1. Grammatische M e r k m a l e ...........................................................................52 1.2.2.2. Situative Merkmale .................................................................................... 53 1.2.2.3. Semantische M erkmale .............................................................................. 53 1.2.2.4. Expressive M e r k m a l e .................................................................................. 55 1.2.2.5. Allokutionale M erkmale ............................................................................ 58 1.2.2.6. Dialektale Merkmale .................................................................................. 59 1.2.3. Funktionen, Funktionieren und Wirkung des Skaz bei Zoščenko .65 2. Die Sprache Zoščenkos - die Sprache von Zoščenkos Erzähler . . . 74 2.1. Theoretische V o rb e m e rk u n g e n .................................................................74 2.1.1. Der Begriff “Prostorečie" .......................................................................... 74 2.1.2. Das Prostorečie in der Belletristik .........................................................79 2.1.3. Die Merkmale des Prostorečie .................................................................82 2.2. Die Herkunft von Zoščenkos Erzähler, seine Prostorečie-V e r w e n d u n g ............................................................................ 88 2.2.1. Phonetische Besonderheiten des Prostorečie ....................................... 88 XI Marlene Grau - 9783954794713 Downloaded from PubFactory at 01/10/2019 04:19:48AM via free access 2.2.2. Morphologische B esonderheiten des Prostorečie ................................ 89 2.2.2.1. Substantive ...................................................................................................... 91 2.2.2.2. P r o n o m i n a ........................................................................................................92 2.2.2.3. V e r b e n ................................................................................................................93 2.2.3. Syntaktische B esonderheiten des P r o s t o r e č i e ...................................... 95 2.2.4. Lexikalische B esonderheiten des Prostorečie ...................................... 97 2.2.4.1. Nicht-expressive Prostorečie-E l e m e n t e ................................................ 103 2.2.4.2. Expressive Prostorečie-Elem ente ..........................................................106 2.2.5. Lexikalische Elemente aus dem Prostorečie verw andten S p ra c h s c h ic h te n ............................................................................................ 110 2.2.5.1. Elemente der B auernsprache .................................................................. 110 2.2.5.2. Elemente aus dem Unterweltm ilieu ...................................................... 111 2.2.6. Lexikalische S e m a n t i k ................................................................................ 113 2.2.6.1. Typen der Verknüpfungsregeln .............................................................. 114 2.2.6.2. Der Bau der Verstöße gegen die Verknüpfungsregeln in den Kurzgeschichten Zoščenkos ...................................................................... 115 2.2.6.3. Die Verstöße gegen die Verknüpfungsregeln in den Kurzgeschichten Zoščenkos ...................................................................... 117 2.2.6.3.1. Verstöße gegen lexikalische V e rk n ü p fu n g sre g e ln .............................. 117 2.2.6.3.2. Verstöße gegen sem antische Verknüpfungsregeln ............................ 118 2.2.6.4. Die Funktionen der Verstöße gegen lexikalische und sem antische V e r k n ü p fu n g s re g e ln ............................................................ 121 2.3. Die Zukunft von Zoščenkos Erzähler, seine Aneignung von Elementen der H ochsprache .................................................................... 123 2.3.1. Elemente der Buch- u n d K a n z le is p r a c h e ............................................ 127 2.3.1.1. Lexik .................................................................................................................127 2.3.1.2. S y n t a x ............................................................................................................... 129 2.3.2. Sowjetismen ...................................................................................................131 2.3.3. F r e m d w ö r t e r ...................................................................................................135 2.4. Zusam m enfassung .......................................................................................138 3. Exkurs zur kulturellen Entw icklung in der Sowjetunion in den 20er u n d 30er J a h r e n .........................................................................140 Ф 3.1. L iteraturpolitik ............................................................................................. 143 3.1.1. S a t i r e .................................. 153 ............................................................................ י 3.1.2. Skaz ................................................................................................................... 157 00050254 xn Marlene Grau - 9783954794713 Downloaded from PubFactory at 01/10/2019 04:19:48AM via free access 3.2. Sprachpolitik 159 4. Die textuellen Veränderungen in Zoščenkos Kurzgeschichten . . . 173 4.1. Textologische V o rb e m e rk u n g e n 177 4.2. Das K o r p u s 179 4.2.1. Die A u s g a b e n 179 4.2.2. Publikationsgeschichte der K urzgeschichten 181 4.2.3. Die T e x tv a r ia n t e n 184 4.2.4. Die Kategorisierung der Textvarianten 189 4.3. Die Beschreibung der Textvarianten 194 4.3.1. Sprachlich dominierte T e x tv a ria n te n 196 4.3.1.1. Textvarianten, die die sprachliche Herkunft von Zoščenkos Erzähler betreffen 196 4.3.1.1.1. Orthographisch-stilistische Transformationen ( T s i orth ) 196 4.3.1.1.2. Orthographische Dubletten (Dublor#A) 198 4.3.1.1.3. Phonetisch-stilistische Transformationen ( T s t pkon) 198 4.3.1.1.4. Morphologisch-stilistische Transformationen ( T s tmorpÄ) 199 4.3.1.1.5. Denotative morphologische Transformationen (T d en morpA) 203 4.3.1.1.6. Morphologische Dubletten (Dublmor7>/l) 205 4.3.1.1.7. Syntaktisch-stilistische Transformationen ( T s t5yn) 206 4.3.1.1.8. Syntaktische Dubletten (D ublsyn) 214 4.3.1.1.9. Lexikalisch-stilistische Transformationen ( T s ticx) 216 4.3.1.1.10. Denotative lexikalische Transformationen (T d en /ex) 226 4.3.1.1.11. Lexikalische Dubletten (Dubl*e r) 227 • • ♦ 4.3.1.1.12. Stilistische Transformationen der lexikalischen Semantik ( T s tle15em) 229 4.3.1.2. Textvarianten, die die sprachliche Zukunft von Zoščenkos Erzähler b e tr e f f e n 236 4.3.1.2.1. Syntaktisch-stilistische Transformationen ( T s t5ynii>) 236 4.3.1.2.2. Lexikalisch-stilistische Transformationen (Tst*tfI* ־( ( 236 4.3.1.3. Zusammenfassung 238 4.3.2. Inhaltlich dominierte Textvarianten (ETS) 240 4.3.2.1. Ideologische ETS (ETSideo) 240 4.3.2.2. Kompositorische ETS ( E T S k o m p ) 257 4.3.2.3. Andere ETS 258 4.3.2.3.1. ETS der 20er Ja h re 258 4.3.2.3.2. ETS der 3 0 5 0 ־er Jah re 262 Marlene Grau - 9783954794713 Downloaded from PubFactory at 01/10/2019 04:19:48AM via free access 00050254 4.3.2.4. Zusammenfassung ....................................................................................267 4.4. Textvarianten und Textversionen: Analyse und Interpretation . 268 4.4.1. Die Entwicklung der Textvarianten in den Ausgaben der 20-80er Jahre ..................................................................................... 268 4.4.1.1. Die Text variant en in den 20er Ja h ren ...............................................273 4.4.1.2. Die Textvarianten in den 30/40er Jah ren .........................................279 4.4.1.3. Die Textvarianten in den 50er Ja h re n ...............................................286 4.4.1.4. Die Textvarianten in den 60-80er Jah ren .........................................290 4.4.1.5. Zusammenfassung ....................................................................................291 4.4.2. Die Entwicklung der Textversionen in den Ausgaben der 20-80er Jahre ......................................................................................297 4.4.2.1. Die Versionen von ,*Monter” .................................................................301 4.4.2.2. Die Versionen von "Nervnye ljudi” .....................................................311 4.4.3. Text varianten und Text versionen im Spiegel der sowjetischen Kulturpolitik. Eine Z u sam m en fassu n g ...............................................319 5. L iteraturverzeichnis..................................................................................325 5.1. P rim ärliteratur ..........................................................................................325 5.1.1. Werkausgaben M. M. Zoščenkos ...........................................................325 5.1.2. Erstveröffentlichungen von M. M. Zoščenkos Kurzgeschichten in Zeitschriften ..........................................................................................329 5.2. S e k u n d ä r lite r a tu r ......................................................................................330 6. A n h a n g ......................................................................................................... 349 « / xiv Marlene Grau - 9783954794713 Downloaded from PubFactory at 01/10/2019 04:19:48AM via free access 0. E in le ite n d e B e m e rk u n g e n zu r S prache Zoščenkos In den literaturwissenschaftlichen Arbeiten über Zoščenko ist eines überaus auffällig: Der Sprache des Schriftstellers wird im Zustandekommen der “Aus- sage” eine ungewöhnlich hohe Bedeutung beigemessen. Dabei spielt es keine Rolle, von welchem Blickwinkel aus Zoščenkos Werk besehen wird. In Arbei- ten, die das Werk Zoščenkos1 vornehmlich von seiner Genrezugehörigkeit zur Satire (Arnold 1964, Chapple 1971, Eršov 1973) bzw. Parodie (Titunik 1963, Cukierman 1978, Cudakova 1979) her betrachten, wird immer wieder die Rolle seiner Sprache im Hervorbringen komischer Effekte hervorgehoben. So stellt Cukierman fest: “Zoščenko’s expertise lay in his transform ation of the raw linguistic material into inimitable verbal hum or.” 2 Sčeglov interpretiert die Erzählungen Zoščenkos als Varianten eines allgemeinen Them as, die “ne- k u r tu r n o s t’” , u nd findet diese repräsentiert in der “neobrazovannost’” und “neliteratu rn ost’” der Sprache von Zoščenkos Erzähler und der handelnden Personen.3 T itunik, für den Zoščenko die auctoritas et exem plu m der Skaz- Technik darstellt4, erkennt seine Sprache als Hauptmittel zur Erzeugung des Skaz, des Erzählverfahrens, das Zoščenko aus einer vorübergehenden Modeer- scheinung der frühen 20er J a h re 5 in eine “strojnaja literatu rn aja sistem a”6 verwandelte. Die folgende Charakterisierung m ag einen Eindruck von der allgemein üb- liehen Einschätzung der Sprache Zoščenkos vermitteln. Laut Reißner war Zoščenko in der russischen L iteratur “der erste Autor, der mit feinstem Gespür für Nuancen die neue Sprache des Alltags, wie sie auf Bahnhöfen und Märkten, in öf- fentlichen Bädern und in der Straßenbahn, beim Bier und in der Schlange vor den Lebensmittelläden zu hören war, aufzuneh- men und zu reproduzieren vermochte. Was als unverwechselba- rer Soschtschenko-Slang erscheint, ist die Ausdrucksweise einer neuen Schicht, die nach der Revolution den Ton anzugeben be- gann und jene neue Sprachmischung aus Soldaten-, Bauern- und Gaunerjargon produzierte, von der zum Beispiel das satirische ‘Krokodil’ unserer Tage eine Fülle von Belegen bietet.” 7 1Ich beziehe mich hier v a. auf die Kurzgeschichten (rasskazy) und Erzählungen (poves/ 1 ) der 20er Jahre. 2Cukierman 1978, 99. 3C f Ščeglov 1981, 128ff. 4Cf. Titunik 1971, 84. 5C f Zurbina 1930, 2: “Skaz byl stilem vsej literatury 1920-23 gg.” 6Op cit., 3. 7Reißner 1982, 205. Ähnlich auch Čukovskij 1981, 32 (1965). Marlene Grau - 9783954794713 Downloaded from PubFactory at 01/10/2019 04:19:48AM via free access 00050254 Die Vermischung von Stilen (berühm t geworden ist G or’kijs Begeisterung für den “pestryj biser vašego leksikona” in einem Brief an Zoščenko8), Le- bensechtheit und enge Verbindung m it den Sprachveränderungen nach der Revolution werden üblicherweise als Hauptmerkmale der Sprache Zoščenkos genannt . Kornej Cukovskij, ein Zeitgenosse Zoščenkos, der nach dessen Aus- Schluß aus dem Schriftstellerverband (1946)9 im Jahre 1965 als erster wieder das Werk des nunmehr verstorbenen Schriftstellers würdigte, stellte zu Recht die Ungewöhnlichkeit der Tatsache heraus, daß “edva to l’ko v pečati pojavilis’ pervye rasskazy i povesti Michaiła Michajloviča, ego jazyk v ètich pervych veščach pokazalsja takim svoeobraznynì i cennym, čto professor (vposledstvii akademik) V. V. Vinogradov sčel nuznyni n a p isa t’ о nem celyj tra k ta t, kotoryj tak i ozaglavil: ‘Jazyk Zoščenko’/s ic !/.10 Voobšče v to dalekoe vremja vse stat ,i i recenzii o ego sočinenijach sosredotoči valis’ poeti isključitel’no na ich jazyke.” 11 Zoščenko wählte als sprachliche Basis für seine Kurzgeschichten die Rede- weise, das Prostorečie (P R ) des halbgebildeten städtischen K leinbürgers12, dessen dörfliche Herkunft bisweilen noch spürbar ist, der sich, auch sprach- lieh, den gesellschaftlichen Veränderungen soweit zuwendet, wie er sie sich zunutze machen kann, ansonsten aber deutlich seine Verbundenheit mit dem “S ta d tr a n d ” , ja sogar mit dem Gaunermilieu verrät. Vol’pe charakterisiert die Sprache Kuročkins, des fiktiven Erzählers in dem Sam m elband “Veselaja zizn’ ” ( 1924)13 folgendermaßen: “R eč’ Kuročkina imeet geografičeskoe prikreplenie - eto G avan’, on govorit na jazyke žitelej okrainnogo Leningrada. 011 obyvatel*, gorožanin, sochranivšij, odnako, svoju privjazannost’ к sel’skomu chozjajstvu. Kuročkin putešestvoval, on čelovek ‘byvalyj’. Vse ego rasskazy pokazyvajut, čto on ‘samoopredelilsja’ v pervye go- dy népa. On nachvatalsja gazetnych slovosraščenij - štam pov, počerpnul koe-čto iz voennogo žargona épochi graždanskoj vojny, iz kanceljarskich oborotov, iz pisarskich slovoizvitij. V ego reci * G o r ’kij i sovetskie pisateli 1963, 163. 9Zum Hergang von Zoščenkos Ausschluß aus dem Schriftstellerverband cf. z В D o m ar 1953, 202ff 10Die Rede ist von V. V Vinogradov 1928: Jazyk Zoščenkt. 11Cukovskij 1981, 32. 12Cf. V. V. Vinogradov 1928, 69. 13In den späteren Ausgaben wird Kuročkin als namentlich genannter Erzähler, der “Ve- s e la ja žizn1" als Zyklus motivierte, wieder aufgegeben 2 Marlene Grau - 9783954794713 Downloaded from PubFactory at 01/10/2019 04:19:48AM via free access 00050254 p o p a d a ju tsja i ‘vysprennie’ kniżnye slova vtorosortnoj belletristi- ki. Ves’ étot jazykovoj splav, otražajuščij social’nuju biogrāfiju Kuročkina, imeet osnovoj meščanskoe prostorečie.” 14 Wiren-Garczynski analysiert in ihrer Dissertation “The Russian Language in the Im m ediate Post Revolutionary Period (1919-1928) and its Literary Sty- lization in the Fiction of Mixail Zoščenko” (1965) die in Bewegung geratene russische Sprache nach der Revolution und findet alle Elemente der sich inein- ander verschiebenden niederen und höheren Ebenen der russischen Sprache (v. a. in der Lexik) in Zoščenkos Werk wieder. Cudakova, die wohl derzeit beste Kennerin von Zoščenkos Werk, stellt in bezug auf “G olubaja kniga” (G K ) fest, dort fänden sich genau die Merkmale, die Seliščev in seiner Arbeit “Jazyk revoljucionnoj epochi” (1928), dem “prevoschodnyj kommentarij к recevym javlenijam revoljucionnoj èpochi” 15, aufführt: “ ‘G olubaja kniga’ s ne m en’šej, esli ne s bol’šej tonkost'ju (als die Arbeit Seliščevs, M. G.) registriruet novye jazykovye certy, ukorenivšiesja v poślednie gody.” 16 Wie ist es nun um die Kompetenz Zoščenkos v. a. hinsichtlich der “niederen” Bereiche der russischen Sprache bestellt? Evgenij Zamjatin, der “priznannyj m etr *serapionov’” 17 - er besuchte häufig die Treffen der Serapionsbrüder und las ihnen über das Schriftstellerhandwerk - , sagt von seinem erfolg- reichsten Schüler schon 1923: “Iz vsej peterburgskoj literaturnoj molodeži - Zoščenko odin vladeet bezošibočno narodnym govorom i formoj skaza” .18 Und Zoščenko selbst stellt in seinem dokumentarischen Werk “P is ’m a к pi- satelju” (P K P ) 1929 fest: “J a počti ničego ne iskažaju. J a pišu na tom jazyke, na kotorom sejčas govorit i dum áét u lic a ... А как govorit i dumáét ulica, ja, pożałuj, ne ošibsja. Eto vidno iz ètoj moej knigi, iz étich pisem, kotorye ja ežednevno polučaju.” 19 14ѴоГре 1941, 133. Kunoserweise dienten Seliščev als Beispiele für mündliche Rede - unzulässigerweise! (cf. Uspenskij 1931, 279) - Auszüge aus Werken der Belletristik, darunter auch von Zoščenko. cf. z . B . Seliščev 1928, 118, 158. 15Meščerskij 1967, 6. 16Čudakova 1979, 85. 17O p .c it ., 58. Den Serapionsbrüdern gehörten neben Zoščenko an: E. Polonskaja, N. Tichonov, L. Lune, N. Nikitin, V. Kaverin, Vs. Ivanov, K. Fedin, I. Gruzdev und M. Slonimskij, cf. Oulanoff 1966, 9ff. 18Zam jatin 1923, 60 19Zoščenko: P K P 1929, 58. 3 $ Marlene Grau - 9783954794713 Downloaded from PubFactory at 01/10/2019 04:19:48AM via free access 00050254 Zoščenko, dessen sprachliche Talente gleich zu Anfang seiner schriftstelle־ rischen Laufbahn auch in seinen parodistischen Fähigkeiten zum Vorschein kam en20, war vom Leben selbst , in den Ja h ren des Krieges und Bürgerkrieges, sprachlich qualifiziert worden. In einer autobiographischen Notiz schreibt er 1922: “A posle revoljucii skitalsja ja po m nogim m estam Rossii. Byl plotnikom , n a zverinyj promysel ezdil к Novoj Zemle, byl sa- późnym p o d m a s te r’em, služil telefonistom, milicionerom služil na stancii ‘Ligovo’, byl agentom ugolovnogo rozyska, kartocnym ig- rokom, kontorščikom, akterom, byl snova n a fronte dobrovol’cem v K rasnoj arm ii.” 21 Die Bekanntschaft m it verschiedenen Milieus und den “niederen” Varian- ten der russischen Sprache fiel bei ihm au f fruchtbaren Boden und fand schon in seinen frühesten Werken Anwendung22. Seine “Rasskazy Nazara ІГіса gospodina Sinebrjuchova” (RNIGS), die gemeinhin als formales Ex- periment bei Zoščenkos Suche nach neuen Formen und einer neuen Spra- che der L ite ra tu r23 gelten, weisen eine extrem e Vermischung verschiedener Sprachstile auf24, die hier nurm ehr der C harakterisierung der Helden bzw. des “exotischen” Erzählers dienen. Diese q u a n tita tiv zwar extreme, qualita- tiv aber traditionelle (und in den ersten J a h re n nach der Revolution durch die W iedergeburt des Skaz weitverbreitete) Verwendung nichthochsprachli- eher Sprachvarianten m achte von nun an eine wesentliche Funktionsverschie- bung durch, die m it einer stärkeren V erkettung des Werkes Zoščenkos mit der ihn um gebenden gesellschaftlichen und sprachlichen Wirklichkeit und der Verkomplizierung des Skaz zusam m enhängt25. Zoščenko, der sich literaturtheoretisch und insbesondere bezüglich Theorie und Funktionen des Skaz wenig h e rv o rta t26, zeigte ein außerordentliches 20Cf. C ukierm an 1978, 44ff. und Cukovskij 1981, 19. 21Zoščenko: О sebe, ob ideologii 1 ešče кое о čem 1922, 28. 22Zum Beispiel verwendete Zoščenko in “C e rn a ja m a g ija ” 1922 schon dialektale Lexik und Effekte der mündlichen Rede, c f Murphy 1981, 28. 23Cf. z В Starkov 1964, 68, Cukierman 1978, 58. Thun 1984 entwickelt die These, daß das Problem einer neuen Sprachfindung für die L iteratur bei Zoščenko im Vordergrund gestanden habe. Ein ähnlicher Gedanke zieht sich auch durch Čudakova 1979. 24C f dazu v a die Arbeit von V. V Vinogradov 1928 25Z am jatin drangt Zoščenko dazu, nach den “Rasskazy Nazara ІГіса gospodina Sine- brjuchova", in denen er “prostejšuju raznovidnost' skaza: ot pervogo lica” angewandt habe (Z a m ja tin 1922, 7), seinen Stil weiterzuentwickeln 26Cf. dazu T itu n ik 1971, 85 Anschaulich 1 st auch eine selbstkritische Vorbemerkung Zoščenkos zu seinem Aufsatz “O sebe, о kntikach 1 о svoej rabote” 1 9 2 8 ,7 : “S ta t 1 j a polučilas’ spornaja. J a i sam sejčas nesovsem soglasen s nej. No v to t den’ mne kazałoś* imenno tak. J a 4 Marlene Grau - 9783954794713 Downloaded from PubFactory at 01/10/2019 04:19:48AM via free access 00050254 Interesse sowohl an der Sprache, die ihn um gab, als auch an der Sprache der Literatur; ihre Verknüpfung war sein literarisches credo. Schon in dem Material zu seiner - nicht fertiggestellten - literaturkritischen Arbeit “Na perelome” 27 findet sich seine kritische Einstellung zur überkom m enen Spra- che der Literatur, von der bisweilen ein “zapach tlen a” 28 ausgehe. Am An- fang von Zoščenkos Suche nach einer neuen Sprache, neuen W örtern stand noch der G laube an das “gute” E p ith e to n 29, aber seine frühen Notizbücher30 (1917-1919) verzeichnen auch schon W örter, die sich Zoščenko vom “Maul des Volkes” abgeschaut h a tte (vgl. $amat\ $pa7)a1 golodovat' aus dem Die- besjargon31 ). In RNIGS, veröffentlicht 1922, ist Zoščenkos Interesse an dem Sprachgebrauch der breiten Massen, an jeglichem sprachlichen W irrw arr, be- reits manifest.32 Und 1923 notiert Vera Zoščenko in ihr Tagebuch: “Govorit, čto za èto vremja prodelal ogrom nuju, nezam etnuju ešče d ija drugich rab o tu , sozdal soveršenno novyj, strašno szatyj, korotkij jazyk.” 33 Die Notwendig- keit für eine neue Sprache der L iteratur hat laut Zoščenko als erster Viktor Sklovskij erkannt, über den er 1928 schreibt: “On pervyj porval staruju formu literaturnogo jazyka. On uko- rot il frazu. On ‘vvel vozduch’ v svoi s t a t ’i. Stalo udobno i legko č ita t\ J a sdelal to że samoe. J a pišu ocen* szato. Fraza u menja korotkaja. D o stu pn aja bed- п у т . ” 34 In Abkehr von der zeitgenössischen Literatur, deren Sprache unbeholfen und dem Publikum unzugänglich sei35, wollte Zoščenko eine Brücke schlagen zwi- belletnst I èto kačestvo, к sožaleniju, nikogda ne ostavljaet menj a ” E rst in den 30er Ja h re n wandte sich Zoščenko verstärkt Fragen der Literatur (insbesondere über ihre Aufgaben und ihre Sprache) zu. Cf. auch Fußnote 646. 2‘ Wahrscheinlich im Sommer 1919 begann Zoščenko eine literaturkritische Studie über die Literatur der zweiten Dekade des 20. Jahrhunderts, cf. Cudakova 1979, 9 und V. Zoščenko 1981. 79. 2*Archiv M. Zoščenko, zitiert nach Cudakova 1979, 49. 2*Cf. op cit., 50 30Zoščenko notierte sich häufig W ö rter und Wendungen in ein Notizbuch, die er später in seinen Erzählungen verwendete: 1 ‘J a zapisyvaju te slova, kotorye mne pokazalis’ interesnymi. Możet b y t1, èto novye slova, možet byt* - oni interesny po svoej neobyõajnosti, możet b y t 1, eto żargonnye slova, ili slova, kotorye• upotrebljajut rabočie v razgovore, ili v derevne” . Zoščenko Kak j a rab o taju 1930, 109. 31Zu den Beispielen cf. V. Zoščenko 1981, 89. 32C f Cudakova 1979, 57f 33Zitiert nach op. cit., 62. 34Zoščenko: 0 sebe, о kritikach i о svoej rabote 1928, 11. 35C f ibid. 5 Marlene Grau - 9783954794713 Downloaded from PubFactory at 01/10/2019 04:19:48AM via free access