Lukas Schmid Reinheit als Differenz Identität und Alterität in Max Frischs frühem Erzählwerk Schmid • Reinheit als Differenz Lukas Schmid Reinheit als Differenz Identität und Alterität in Max Frischs frühem Erzählwerk Weitere Informationen zum Verlagsprogramm: www.chronos-verlag.ch © 2016 Chronos Verlag, Zürich ISBN 978-3-0340-1364-2 Publiziert mit Unterstützung des Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung im Rahmen des Pilotprojekts OAPEN-CH. Meinen Eltern 7 Dank Das vorliegende Buch ist die leicht überarbeitete Fassung meiner Dissertation, die 2015 von der Philosophisch-historischen Fakultät der Universität Bern an- genommen wurde. Die Studie entstand in einem größtenteils vom Schweizerischen National- fonds finanzierten Forschungsprojekt mit dem Titel Identitätskonstruktionen in Max Frischs Erzählwerk. Dem Leiter dieses Projekts, Yahya Elsaghe, danke ich für die Betreuung meiner Dissertation und die wertvolle Kritik. Danken möchte ich außerdem Matthias N. Lorenz für seine Bereitschaft, sich einge- hend mit der Thematik auseinanderzusetzen; der bisherigen Leiterin des Max Frisch-Archivs, Margit Unser, für die optimale Unterstützung bei meinen Re- cherchen; Hanspeter Affolter und Melanie Rohner sowie den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Kandidatenkolloquiums von Yahya Elsaghe für ihre ge- nauen Lektüren des Manuskripts; Stefan Schröter und Norbert D. Wernicke für die kritische Durchsicht einzelner Kapitel; Walter Bossard und den Ver- antwortlichen des Chronos Verlags für die kompetente Betreuung der Druck- legung; dem Schweizerischen Nationalfonds für die Finanzierung meiner Dis- sertation und die Übernahme der Druckkosten. Zwei Personen haben besonders viel zum Gelingen des ganzen Projekts beigetragen, ihnen gebührt mein ganz spezieller Dank. Thomas Richter stand mir unermüdlich mit fachlichem Rat und praktischer Hilfe zur Seite und be- gleitete das Projekt mit freundschaftlicher Anteilnahme. Regula Graf danke ich für die akribische, wiederholte Durchsicht des Manuskripts und ihre unzähli- gen weiteren Hilfestellungen, vor allem aber für ihre unendliche Geduld, mit der sie den Zumutungen eines solchen Projekts begegnete. 9 Inhalt Dank 7 Einleitung 11 1 Frischs Verleugnung des Frühwerks am Beispiel von Jürg Reinhart , Antwort aus der Stille und Vorbild Huber 11 2 Situierung der Studie innerhalb der Forschung zum Frühwerk Max Frischs 24 3 Fragestellung, Theorie und Methode 29 4 Überblick über die Gliederung der Studie 38 I Antwort aus der Stille (1937) 45 1 Zur Neuausgabe und Rezeption der Erzählung 45 2 Alpen, Alpinismus und nationale Identität 54 2.1 Schweizer Alpenmythos und Topographie des Handlungsortes 54 2.2 Bergsteigen im Schweizer «Nationalmonument» 69 3 Alpinismus und Männlichkeit 76 3.1 Leutholds «männliche Tat» 76 3.2 Bergsteigen als Initiationsritual, als Arbeit und Kampf 83 4 Alpinismus als Askese und Religionsersatz 96 4.1 Exkurs: Die Profanierung der Alpen und Entheroisierung des Alpinismus in Frischs späteren Erzähltexten 113 5 Frauen am Berg 119 5.1 Barbara und Irene: ‹Heilige› und ‹Hure› 119 5.2 Irene und die «tapferen Käfer»: Zum sozialdarwinistischen Subtext 133 II Jürg Reinhart (1934) 137 1 Zur Entstehungs- und Publikationsgeschichte der beiden Jürg-Reinhart-Romane 137 2 Jürgs ‹Swissness› 151 3 Jürgs «männliche Tat» und die adligen Damen 160 10 4 Der Orient des Stambuler Basars 177 4.1 «Drecktürke[n]» und ein spanisches «Jüdlein» 177 4.2 Frischs «Stambul»-Kapitel im Vergleich mit Karl Mays Von Bagdad nach Stambul (1888) 189 4.3 Vom orientalisierten Stambul in Jürg Reinhart zur griechischen Hirtenidylle in J’adore ce qui me brûle 194 5 Der Balkan: «frauenverachtende[ ] Balkanmenschen» und edle norddeutsche Adelige 199 6 Die Slawen 213 6.1 Doktor Svilos und Doktor Heller 213 6.2 Der Slawendiskurs in Jürg Reinhart 227 6.2.1 ‹Untergang des Abendlandes› und ‹Aufgang des Ostens› 237 6.2.2 Slawische ‹Tiefherzigkeit›: Konfessionelle Ressentiments und Jürgs Vorliebe für slawische Volksmusik 247 III J’adore ce qui me brûle oder Die Schwierigen (1943) 257 1 Yvonne – Frischs erste emanzipierte Frauenfigur? 257 2 Yvonne als Turandot oder das «Heimweh» der Frau «nach der Gewalt» des Mannes 283 3 «Fragen der Herkunft» und die ‹feinen Unterschiede› des Bürgertums 295 4 «Verkettung[en] des Blutes»: Zum sozialdarwinistischen und eugenischen Gedankengut 317 4.1 «[D]ie Gesunden, die Erhalter des Lebens» 317 4.2 Alkoholismus und Degeneration: Spuren von Frischs Naturalismusrezeption (Gerhart Hauptmann und Henrik Ibsen) 331 4.3 Die ‹Selbstauslöschung› des ‹Halblings› Reinhart 338 Zusammenfassung 345 Bibliographie 357 Max Frisch 357 Quellenliteratur 359 Sekundärliteratur 364 Lexika 382 Filme 384 Register 385 11 Einleitung 1 Frischs Verleugnung des Frühwerks am Beispiel von Jürg Reinhart , Antwort aus der Stille und Vorbild Huber Max Frisch hat seine ersten Werke schon früh verworfen. Das wichtigste Zeug- nis hierfür ist eine oft zitierte Stelle aus dem «Autobiographie»-Kapitel seines Tagebuchs 1946–1949 (1950), an der das Tagebuch-Ich berichtet, wie es wäh- rend des Architekturstudiums einmal «alles Geschriebene zusammengeschnürt, inbegriffen die Tagebücher, und alles dem Feuer übergeben» habe. 1 Diese auto- biographisch offenbar verbürgte Manuskriptverbrennung 2 fand vermutlich im Spätherbst 1937 statt, also kurz nach der Veröffentlichung von Frischs zweitem Buch, Antwort aus der Stille. Eine Erzählung aus den Bergen (1937). 3 Wie un- zufrieden der Autor mit dieser Publikation war, lässt sich schon daran ermes- sen, dass er sie in der «Autobiographie» bei der Rekapitulation seiner bisheri- gen Arbeiten als Einzige verschweigt. Zwar erwähnt er dort sein Erstlingswerk Jürg Reinhart. Eine sommerliche Schicksalsfahrt (1934), distanziert sich aber auch davon. Er bezeichnet es als einen «allzu jugendliche[n] Roman» und führt, anders wiederum als bei den übrigen Werken, den Titel nicht namentlich auf. 4 Mit dem zunehmenden internationalen Erfolg, der Frisch seit seinen Bestsellerromanen Stiller (1954) und Homo faber (1957) beschieden war, stieg das Interesse am Autor und seiner schriftstellerischen Entwicklung rapide an. Auch die literarischen Anfänge gerieten so gelegentlich in den Fokus. Dabei fällt auf, dass es Frisch offenbar nicht störte, wenn die Öffentlichkeit den Be- ginn seiner schriftstellerischen Karriere nicht mit seinen beiden ersten Werken in Verbindung brachte. Einige Beispiele, die dies belegen, werden hier einlei- tend vorgestellt. Sie geben einen Eindruck davon, wie der Autor die Rezeption seines Frühwerks beeinflusste. Anschließend wird der Frage nachgegangen, weshalb solche Eingriffe in der Frisch-Forschung bisher nur sehr vereinzelt registriert oder teils ganz übersehen worden sind. 1 Zitiert wird im Folgenden, wenn nicht anders angegeben, nach Max Frisch, Gesammelte Werke in zeitlicher Folge, hg. von Hans Mayer, Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1998, hier Bd. 2, S. 588 (GW II, S. 588). 2 Vgl. Julian Schütt, Max Frisch. Biographie eines Aufstiegs. 1911–1954, Berlin: Suhrkamp, 2011, S. 224. 3 Max Frisch, Antwort aus der Stille. Eine Erzählung aus den Bergen. Mit einem Nachwort von Peter von Matt, Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2009. 4 GW II, S. 587. 12 Horst Bienek bezeichnet in der Einleitung zu seinem 1961 mit Max Frisch geführten Werkstattgespräch die Blätter aus dem Brotsack (1940) als das «erste[ ] Buch» seines Gesprächspartners. 5 Dasselbe konstatiert er im eigent- lichen Interview, als er «erst einmal bei der Prosa» bleiben möchte, mit der Frisch als Schriftsteller «ja begonnen habe[ ]». Dabei spricht er eine bemerkens- werte Kontinuität in Frischs Prosawerk an: Ihre erste Veröffentlichung waren ‹Tagebuchblätter [sic] aus dem Brotsack›. Das große ‹Tagebuch 1946–49› [sic] machte Sie dann eigentlich richtig bekannt. Auch ‹Stiller› ist eine Tagebuch-Aufzeichnung. Woher kommt Ihre Vorliebe für das Tagebuch? 6 Der so Befragte hätte nun die Gelegenheit gehabt, seinen schlecht informier- ten Interviewer zunächst einmal auf immerhin zwei Prosawerke hinzuweisen, deren Publikation den Blättern aus dem Brotsack (1940) vorangegangen war. Stattdessen bestätigt er Bienek: «[D]ie Tagebuchform ist eigentümlich für den Verfasser meines Namens, Sie haben recht [...].» Er korrigiert seinen Intervie- wer dann aber doch noch, indem er auch Homo faber , «vorgelegt als Tagebuch eines Moribunden», in die Reihe seiner literarischen Tagebücher aufgenommen wissen will. 7 Bereits ein Jahr zuvor, in seinem Aufsatz Die Schweiz ist ein Land ohne Utopie (1960), lässt Frisch mit den «Tagebüchern» eine chronologische Auf- zählung seiner Werke beginnen, welche seine «jahrelang[e]» Beschäftigung mit der Schweiz bezeugen soll, ohne die für dieses Thema durchaus relevan- ten Texte Jürg Reinhart (1934), Antwort aus der Stille (1937) und J’adore ce qui me brûle oder Die Schwierigen (1943) zu erwähnen. 8 Gerade sein zweiter Reinhart-Roman hätte hinsichtlich der Fragestellung – «Die Problematik des Schweizer Schriftstellers, des Schriftstellers in der Schweiz?» 9 – fast zwangs- läufig in dieser Reihe aufgeführt werden müssen. Schließlich geht es doch in J’adore zunächst und vor allem um das tragische Scheitern eines Schweizer Künstlers, der als Außenseiter in der ‹utopielosen› Enge seines Heimatlandes keine Lebensperspektive mehr findet und sich das Leben nimmt. Das Fehlen dieses Titels ist umso erstaunlicher, als er im Gegensatz zu den beiden anderen, von Frisch konsequent verschwiegenen Büchern keine drei Jahre zuvor (1957) 5 Horst Bienek, [Interview mit] Max Frisch, in: ders., Werkstattgespräche mit Schriftstel- lern, München: Hanser, 1962, S. 21–32, hier S. 21. 6 Ebd., S. 24. 7 Zitiert nach ebd. 8 Vgl. Yahya Elsaghe, Max Frisch und das zweite Gebot. Relektüren von Andorra und Homo faber , Bielefeld: Aisthesis, 2014 (Figurationen des Anderen, Bd. 3), S. 21. 9 GW IV, S. 258. 13 in einer überarbeiteten Fassung neu ediert worden und 1959 bereits in der drit- ten Auflage erschienen war. 10 1970 brachte der Atlantis-Verlag dann eine «einmalige Sonderausgabe» von J’adore heraus, auf deren Umschlag das Buch sogar als Frischs «erster Roman» beworben wurde. 11 Der Grund, weshalb dieser Fehler in den aller- meisten Buchanzeigen und Kurzrezensionen der deutschsprachigen Tageszei- tungen nicht bemerkt wurde, 12 liegt wohl nicht zuletzt darin, dass Frisch mit der zweiten Romanfassung von 1957 eine wichtige Verbindungslinie zu Jürg Reinhart gekappt hatte. Der Erstausgabe von J’adore hatte er nämlich noch eine auf knapp ein Drittel des Originals zusammengekürzte Version des Jürg Reinhart vorangestellt. Diesen ersten Teil beziehungsweise dieses erste «Stück» von J’adore, «Reinhart oder die Jugend», strich er für die Neuauflage von 1957, die mit umgestelltem Titel, Die Schwierigen oder J’adore ce qui me brûle , er- schien Seither war das Romandebüt von 1934 offenbar derart in Vergessen- heit geraten, dass der Atlantis-Verlag 1977, also ein Jahr nach Erscheinen der Werkausgabe, im Klappentext zur neunten Auflage von Die Schwierigen noch immer behaupten konnte, die Leserinnen und Leser hielten Frischs «erste[n] Roman» in den Händen. 13 Am Ende seiner schriftstellerischen Karriere bezeichnete der Autor J’adore ce qui me brûle oder Die Schwierigen in einem Interview mit der lin- ken Wochenzeitung sogar selber als seinen «ersten Roman». 14 Dieses Interview wurde kurz vor dem Tod des Autors in einer Sammlung von Texten abgedruckt, die Frischs jahrzehntelange Auseinandersetzung mit der Schweiz dokumen- tiert. Nicht zuletzt an dieser Publikation mit dem Titel Schweiz als Heimat? Versuche über 50 Jahre nahm später der Schriftsteller Hugo Loetscher Anstoß, als er sich in seinem Aufsatz Max Frisch – erschwerte Verehrung darüber be- klagte, dass Frischs literarische Anfänge von der Forschung fast völlig unbe- 10 Max Frisch, Die Schwierigen oder J’adore ce qui me brûle, Zürich: Atlantis, 31959. 11 Max Frisch, Die Schwierigen oder J’adore ce qui me brûle, Zürich: Atlantis, 1970 [Klap- pentext]. 12 Erwähnt wurde der Fehler im Bund (c. c., Max Frisch, Die Schwierigen oder J’adore ce qui me brûle , in: Der Bund, 23. August 1970) und in der Weltwoche (Manuel Gasser, o. T., in: Die Weltwoche, 5. Juni 1970). Gasser hatte Frischs Roman bereits 1944 in der Weltwoche besprochen (Manuel Gasser, Ein Schweizer Roman. Max Frisch: J’adore ce qui me brûle oder Die Schwierigen , in: Die Weltwoche, 31. März 1944). 13 Max Frisch, Die Schwierigen oder J’adore ce qui me brûle, Zürich: Atlantis, 91977 [Klap- pentext]. 14 Patrik Landolt und Andreas Simmen, Ohne Widerstand – keine Hoffnung. Fragen an Max Frisch, in: Die Wochenzeitung, 10. Oktober 1986 [Max Frisch, Ohne Widerstand – keine Hoffnung. Ein Gespräch, in: ders., Schweiz als Heimat? Versuche über 50 Jahre, hg. von Walter Obschlager, Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1990, S. 470–488, hier S. 483]. Vgl. Elsaghe, Max Frisch und das zweite Gebot, S. 21 f. 14 achtet geblieben seien. Loetscher fragt sich, ob es für diese Anthologie nicht auch «denkbar und unerläßlich» hätte sein müssen, «frühere Texte» des Autors, «Texte aus den dreißiger Jahren», mit zu berücksichtigen. Denn «[g]ewichtige Kritiker-Interpretationen würden anders ausfallen, wenn sie nicht J’adore ce qui me brûle oder Die Schwierigen aus dem Jahr 1943 als erstes Werk» be- trachteten. 15 Diesen Vorbehalt gegenüber einer unkritischen, das Frühwerk ig- norierenden «Verehrung» des Autors formuliert Loetscher in einem von ihm fingierten Interview mit Max Frisch. Dabei scheint es ihm entgangen zu sein, dass Frisch in der kritisierten Anthologie J’adore selbst als sein Erstlingswerk deklariert hatte. Als Heinz Ludwig Arnold 1974 ein längeres Interview mit Max Frisch führte, waren Jürg Reinhart und Antwort aus der Stille längst vergriffen. Auf die Bemerkung Arnolds, er habe den Romanerstling nirgends mehr auftreiben kön- nen, entgegnet ihm Frisch: «Der existiert auch nicht mehr und braucht auch nicht mehr zu existieren, das ist so der übliche erste Roman, eine schwach getarnte Autobiographie, und als Autobiographie einfach nicht ehrlich genug.» 16 Ein Jahr später wendet sich Arnold mit der Bitte an Frisch, er möge ihm nun doch, da er ein kleines Buch über den Autor zu schreiben begonnen habe, «[s]ozusagen unter dem Siegel der Verschwiegenheit» den Romanerstling und auch Antwort aus der Stille ausleihen. Er verspricht ihm auch, die beiden Bücher nicht in seine «Wertung» einzubeziehen. 17 Obschon Frisch Arnold «gerne behilflich» wäre, antwortet er ihm: « Jürg Reinhart und Antwort aus der Stille habe ich aus meinem Bewusstsein so verdrängt, dass ich tatsächlich keine Exemplare davon besitze.» 18 Noch unliebsamer als Jürg Reinhart war dem Autor seine zweite Buchpub- likation, Antwort aus der Stille. Keine zwei Jahre nach ihrem Erscheinen erwähnt er gegenüber dem damaligen Präsidenten des Schweizerischen Schriftsteller- verbandes, Felix Moeschlin, eine neue Arbeit, von der er sich wünsche, dass da- raus «hoffentlich» ein «glücklichere[s] Buch» werde, «als es mein letztes war, das ich in der Schublade begraben habe». 19 Wenige Jahre später ist Frisch so unzufrie- den mit Antwort aus der Stille , dass er es, wie er nun öffentlich zugibt, «lieber nie 15 Hugo Loetscher, Max Frisch – erschwerte Verehrung, in: ders., Lesen statt Klettern. Auf- sätze zur literarischen Schweiz, Zürich: Diogenes, 2003, S. 234–262, hier S. 241 f. 16 Zitiert nach Heinz Ludwig Arnold, Gespräch mit Max Frisch, in: ders., Gespräche mit Schriftstellern. Max Frisch, Günter Grass, Wolfgang Koeppen, Max von der Grün, Günter Wallraff, München: Beck, 1975 (Beck’sche Schwarze Reihe, Bd. 134), S. 9–73, hier S. 14. 17 Heinz Ludwig Arnold an Max Frisch, Brief vom 12. April 1975, Max Frisch-Archiv, Zü- rich. Zitate aus dem Nachlass werden in der Regel nicht weiter nachgewiesen und erfolgen mit freundlicher Genehmigung des Max Frisch-Archivs. 18 Max Frisch an Heinz Ludwig Arnold, Brief vom 16. April 1975, Max Frisch-Archiv, Zürich. 19 Max Frisch an Felix Moeschlin, Brief vom 20. Juni 1939, Nachlass Felix Moeschlin, Zen- tralbibliothek Basel. 15 geschrieben» hätte. 20 Im Interview mit Arnold nennt er es dann ein «sehr schlech- tes» Buch beziehungsweise «eine sehr epigonale Geschichte», 21 und seinem Bio- grafen Volker Hage gegenüber betitelt er es rundheraus als «ein[en] Schmarrn». 22 Antwort aus der Stille ist denn auch der einzige größere literarische, in Buchform erschienene Text, den Frisch nicht in die Gesamtausgabe aufnahm. Damit überging er übrigens den Wunsch seines Freundes und Lektors von Tagebuch 1966–1971 (1972) und Montauk (1975), Uwe Johnson, der ihm im Anschluss an ein «Kneipengespräch» einen Entwurf für die Einrichtung der geplanten Werkausgabe zukommen ließ. Darin hätte Antwort aus der Stille den Auftakt zu Band neun («Erzählungen») bilden sollen. 23 Überhaupt scheint Johnson seinen Schriftstellerkollegen dazu ermutigt zu haben, auch das Frühwerk möglichst vollständig zu edieren. Nach einer Besprechung mit Hans Mayer, dem Herausgeber der Gesammelten Werke , und dessen Mit- arbeiter, Walter Schmitz, ließ Frisch Johnson jedoch wissen, die « GESAM- MELTEN SCHRIFTEN » würden «nicht vollständig» erscheinen, obschon er ihr «Gespräch in der Kneipe nicht vergessen [...] oder auf die leichte Schulter genommen» habe. 24 Später erzählt Frisch Hage, er habe bei der Einrichtung der Werkausgabe mit Mayer darüber diskutiert, ob man Antwort aus der Stille nicht weglassen könne, weil dieser Text sonst «so ein merkwürdiges Gewicht bekomme». Sie hätten aber, versichert er ihm, «nichts weggelassen», «um etwas zu verheimlichen». 25 Frisch schrieb Mayer damals: Es geht tatsächlich nicht darum, dass ich in dieser Gesamtausgabe verleugne, was mir von der Denkart her oder wegen der Schwäche des Textes missfällt; es gibt schon einige Stellen in der verbleibenden Auswahl, die mich beschämen. Zu den wenigen Texten, die ich noch ausgeschlossen haben möchte, ist zu sagen, dass sie einfach zu unergiebig sind; wir unterschlagen nichts wesentliches, indem wir sie auslassen. 26 20 Max Frisch, Was soll man über eine eigene Arbeit aussagen?, in: Das Bücherblatt 8 (1943), o. S. Eine Kopie findet sich im Max Frisch-Archiv. 21 Zitiert nach Arnold, Gespräch mit Max Frisch, S. 11. 22 Zitiert nach Volker Hage, Max Frisch, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2011 (Rowohlts Monographien, Bd. 616), S. 28. 23 Vgl. Uwe Johnson an Max Frisch, Brief vom 10. April 1973, «MAX FRISCH, Werkausga- be. Mögliche Einteilung nach Bänden», in: Max Frisch und Uwe Johnson, Der Briefwech- sel. 1964–1983, hg. von Eberhard Fahlke, Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1999, S. 59–61, hier S. 60. Freundlicher Hinweis von Hanspeter Affolter, Solothurn, 15. Mai 2014. 24 Vgl. Max Frisch an Uwe Johnson, Brief vom 10. Juli 1973, in: Frisch und Johnson, Der Briefwechsel, S. 66 f., hier S. 67. 25 Zitiert nach Volker Hage, «Ich bin auf Erfahrung angewiesen». Volker Hage im Gespräch mit Max Frisch, in: ders. (Hg.), Max Frisch. Sein Leben in Bildern und Texten, Berlin: Suhrkamp, 2011, S. 213–244, hier S. 221 [Interview mit Max Frisch vom 30. August 1981]. 26 Max Frisch an Hans Mayer, Brief vom 17. Juli 1975, Max Frisch-Archiv, Zürich. 16 Auch Johnson gegenüber bekundete Frisch seine Unzufriedenheit über den «viel[en] Ballast, nicht bloß literarische[n] », der bei der Arbeit an der Werk- ausgabe zum Vorschein gekommen sei. 27 Nach deren Erscheinen schickte er Johnson ein Exemplar mit den Worten: [...] ich schulde Ihnen, lieber Uwe, grossen Dank für Ihre beharrliche Forde- rung, dass eine solche Ausgabe auch enthalten soll, was ich, von heute aus ge- sehen, lieber nicht geschrieben haben möchte. Ihr lästiger Rat war richtig. Da stehen schon Sätze, viele, die mein Pflichtverteidiger vor dem Jüngsten Gericht der Literatur in Verlegenheit bringen – geschrieben von einem Mann in dem Alter von Uwe Johnson, als der seine MUTMASSUNGEN [sic] schrieb ... 28 Im nächsten Brief versucht Johnson, Frischs «Sorge wegen der frühen Stücke » zu zerstreuen: Sie [die frühen Stücke] sind unentbehrlich, weil sie dem Leser die Herkunft und Veränderung Ihrer Schreibweise zeigen, nicht nur stilistisch, sondern vor allem auch im Bereich der politischen Haltung. Der vorsichtige Ekel, mit dem Sie schon 1935 über Hitlers Deutschland berichtet haben, gibt doch die Vor- aussetzung für Ihre heutigen Ansprüche. Fehlte das, so wäre die Ausgabe einer Biographie vergleichbar, aus der die Jugend weggeschnitten ist. 29 Für Johnson sind die ungeliebten frühen Texte von Frisch mithin «vor allem auch» deshalb «unentbehrlich», weil sich an ihnen werkbiographisch die Ver- änderungen zwischen der «politische[n] Haltung» des Jungautors und dem «heutigen» Frisch ablesen ließen – ein Zusammenhang, von dem das Herausge- bernachwort der Werkausgabe ablenkt. Über Frischs selbstzensorischen Um- gang mit seinen frühen Arbeiten steht dort, dass der Autor nur in wenigen Fällen einen Text, meist aus der früheren Zeit, abgelehnt hat. In keinem Fall aus inhaltlicher Erwägung: weil er etwa mit damaligen Aussagen nicht mehr übereinstimmte, sondern wenn es sich um schwächere Wiederho- lungen von Texten handelte, die ihrerseits in der Ausgabe erscheinen sollten. 30 27 Max Frisch an Uwe Johnson, Brief vom 16. März 1976, in: Frisch und Johnson, Der Brief- wechsel, S. 156 f., hier S. 157. 28 Max Frisch an Uwe Johnson, Brief vom 1. Juni 1976, in: Frisch und Johnson, Der Brief- wechsel, S. 162–164, hier S. 164. Johnson schrieb seinen Erstlingsroman Mutmaßungen über Jakob mit 23, also im gleichen Alter, in dem Frisch seinen Jürg Reinhart veröffent- lichte. 29 Uwe Johnson an Max Frisch, Brief vom 12. Juni 1976, in: Frisch und Johnson, Der Brief- wechsel, S. 165–168, hier S. 167. Johnson bezieht sich auf den Reisebericht Kleines Tage - buch einer deutschen Reise , der in vier Fortsetzungen in der Neuen Zürcher Zeitung (vom 30. April, 7. Mai, 20. Mai und 13. Juni 1935) abgedruckt wurde (vgl. GW I, S. 84–97). 30 GW VI, S. 802. 17 Zu diesen wenigen «schwächere[n]» und «unergiebig[en]» Texten gehört, ein- mal abgesehen von gut zweihundert journalistischen Arbeiten und der Erzäh- lung Antwort aus der Stille , auch ein längerer, fast zeitgleich mit Jürg Reinhart unter dem Titel Vorbild Huber in der Zürcher Illustrierten erschienener Er- zähltext. 31 Dieser «novellistische[ ] Beitrag» ist nach Jürg Reinhart der mit Ab- stand längste fiktionale Text, den Frisch vor Antwort aus der Stille publizierte. Weder auf die Bergerzählung noch auf die kleine Novelle trifft indes das von Frisch angeführte Ausschlusskriterium der Gesammelten Werke zu, lediglich «schwächere Wiederholungen» anderer, in die Werkausgabe aufgenommener Texte zu sein. Vielmehr handelt es sich bei Vorbild Huber zu einem guten Teil um die ‹Wiederholung› eines wenig älteren Textes, 32 den Frisch in den jüngeren nahezu unverändert integrierte, später jedoch gegen das angebliche Auswahl- prinzip aus der Werkausgabe ebenso ausschloss wie auch noch eine unmittelbar nach Vorbild Huber erschienene und mit diesem Text weitgehend identische «Skizze». 33 Auf die Relevanz gerade dieser drei Texte ( Vorbild Huber , Werkstudent und Der Häßliche ) für die Beurteilung der frühen Schaffensperiode von Max Frisch hat bereits Schmitz hingewiesen. 34 Für Jürgen H. Petersen wiederum ist Vorbild Huber unter anderem deshalb von besonderem Interesse, weil «Max Frisch [...] hier deutlich gegen den Nationalsozialismus Stellung» beziehe. 35 Folgt man dieser Einschätzung, ist es eigentlich umso erstaunlicher, dass der Autor diesem Text später das Placet verweigert hat. In Frischs «novellisti- sche[m] Beitrag» eine «deutlich[e]» Stellungnahme gegen den Nationalsozia- lismus sehen zu wollen, würde allerdings bedeuten, eine auf die Schweiz bezo- gene gesellschaftspolitische Diskussion zu übergehen, in die sich der Autor mit seinem «Beitrag» kritisch einschaltete. Konkret geht es um die in der Schweiz seit der nationalsozialistischen Machtübernahme im Aufwind befindlichen so- genannten Frontisten, zu denen konservativ-nationalistische, teils aber auch offen faschistische Erneuerungsbewegungen zählten. Ihre Wurzeln und einen Großteil der Anhängerschaft hatte die Bewegung in der Zürcher Studenten- 31 Max Frisch, Vorbild Huber. Ein novellistischer Beitrag, in: Zürcher Illustrierte, 31. August 1934; erste Fortsetzung: 7. September 1934; zweite Fortsetzung: 14. September 1934. 32 Vgl. Max Frisch, Werkstudent, in: Zürcher Student 11 (1933), in: ders., Journalistische Arbeiten 1931–1939, hg. von Carsten Niemann unter Mitwirkung von Walter Obschlager, Hannover: Niedersächsisches Staatstheater, 2001 (Prinzenstraße, Bd. 11), S. 121–127. 33 Vgl. Max Frisch, Der Häßliche. Skizze, in: Neue Zürcher Zeitung, 31. Oktober 1934, in: ders., Journalistische Arbeiten 1931–1939, S. 169–172. Vgl. Jürgen H. Petersen, Max Frisch, Stuttgart und Weimar: Metzler, 32002, S. 21. 34 Vgl. Walter Schmitz, Max Frisch. Das Werk (1931–1961). Studien zu Tradition und Traditi- onsverarbeitung, Bern, Frankfurt am Main und New York: Lang, 1985 (Europäische Hoch- schulschriften, Reihe 1: Deutsche Literatur und Germanistik, Bd. 570), S. 40, 50 f., 73. 35 Petersen, Max Frisch, S. 22. 18 schaft. Der «Schriftleiter» der Zeitschrift Zürcher Student , für die Frisch in den Dreißigerjahren gelegentlich schrieb, war Robert Tobler (1901–1961), ein Hauptakteur in der Frontenbewegung. 36 Frisch distanzierte sich nicht nur in seinen journalistischen Arbeiten – einmal auch im Zürcher Studenten – von den Frontisten, 37 sondern auch in Vorbild Huber , wo der Protagonist gegen seinen Willen an die Spitze einer «Neuschweizerischen Jugendgruppe» gewählt wird, die mit ihrem Führerkult und dem nationalistischen Gedankengut unverkennbar auf frontenfaschisti- sche Vereinigungen anspielt. Huber kritisiert allerdings solche Tendenzen in seiner Bewegung und ruft seine «Kameraden» zu einer stillen Ich-Erneuerung und «seelische[n] Läuterung» auf. 38 Sucht man nach möglichen Gründen, weshalb Frisch diese für die Autor- und Werkbiographie wesentliche Novelle für die «verbleibende[ ] Auswahl» der Gesammelten Werke unterdrückte, so könnte man zum einen die hand- werklichen Mängel oder «Schwächen» des Textes herausstreichen. 39 Zum andern dürfte Vorbild Huber Frisch gerade «von der Denkart her» missfal- len haben. Zwar äußert sich der ‹stille Held› Huber dezidiert gegen «ge- meinschaftstriefende Volksredner», gegen «sogenannte[ ] Führer» und ihre «Marschkolonnen»: 40 Gleichwohl aber offenbaren sich in dem Führungs- und Gemeinschaftsethos, das er seiner Anhängerschaft predigt, Heils- und Erlö- sungssehnsüchte, wie sie ja damals, freilich unter anderem Vorzeichen, auch von der faschistischen und nationalsozialistischen Propaganda bedient wurden. So spricht Huber, um nur ein Beispiel zu nennen, in einer seiner programma- tischen Reden vom «Kraftschatz eines Volkes», der durch «rein[e]» Ideen und Taten gemehrt werde, von einem «Volk», das «empfangsbereit und fruchtbar» zu sein habe für einen «Führer» und «Heilige[n]», «dessen einfaches Wort et- was besäße von der schöpferischen Wucht eines weltschaffenden Gottvaters». 41 Solches Pathos, mit dem Huber seine Zuhörerschaft zur inneren Läuterung aufruft, ist freilich noch denkbar weit von jenem «knappen, hart geschnittenen 36 Vgl. Marianne Härri, Tobler, Robert, in: Historisches Lexikon der Schweiz, www.hls-dhs- dss.ch/textes/d/D6708.php, Stand: 10. September 2014. 37 Frisch, Werkstudent, in: ders., Journalistische Arbeiten 1931–1939, S. 121; ders., Was ist eine Freundin?, in: Zürcher Illustrierte, 1. Juni 1934, in: ders., Journalistische Arbeiten 1931–1939, S. 156–160, hier S. 156 f.; ders., Wann war ich am mutigsten? Eine Rundfrage und ihr Ergebnis, in: Zürcher Illustrierte, 27. Juni 1934, in: ders., Journalistische Arbeiten 1931–1939, S. 160 f., hier S. 161. Vgl. Schütt, Max Frisch, S. 155. 38 Frisch, Vorbild Huber; vgl. Schütt, Max Frisch, S. 155. 39 Schmitz beispielsweise spricht von einem «ungemein» hohen «erzähltechnische[n] Auf- wand» und einer ziemlich «mißglückte[n] Erzählposition». Schmitz, Max Frisch. Das Werk (1931–1961), S. 45. Vgl. auch die Kritik bei Schütt, Max Frisch, S. 156. 40 Frisch, Vorbild Huber. 41 Ebd. 19 Duktus» 42 entfernt, zu dem Frisch dann in der Nachkriegszeit finden sollte. Und schon gar nicht ließ es sich mehr mit jenem Renommee zusammenbrin- gen, das sich mit dem Autor der Gesammelten Werke gemeinhin verband und immer noch verbindet. In Hinsicht auf Antwort aus der Stille mochten ähnliche Aspekte den Ausschlag gegeben haben, dass Frisch später den Text als «Schmarrn» abtat. Frischs «Erzählung aus den Bergen» weist nämlich nicht nur thematische Be- rührungspunkte mit dem ideologisch belasteten «Bergroman»-Genre sowie den in der Zwischenkriegszeit populären deutschen Bergfilmen auf. Als Frisch mit der Einrichtung der Werkausgabe beschäftigt war, hatte Susan Sontag den Aufsatz Fascinating Fascism publiziert, der im Anschluss an eine These Sieg- fried Kracauers die Affinität des deutschen Bergfilms zum Faschismus und Nationalsozialismus analysiert. 43 Für Schütt ist klar, dass «nicht zuletzt» dieses «heiklen Kontextes wegen» die Erzählung beim Autor keine Gnade mehr fin- den konnte. 44 Besonders heikel ist außerdem, dass Frisch nach seinem Romanerstling auch sein zweites Buch in der Deutschen Verlags-Anstalt, also in Nazideutsch- land, publiziert hat. Unter dem DVA -Generaldirektor Gustav Kilpper pflegte der Verlag vor allem «konservative, nationalbewußte Autoren wie Isolde Kurz, Ina Seidel, Josef Winckler, Börries von Münchhausen, Ludwig Finckh, Josef Pon- ten oder auch Waldemar Bonsels». 45 Ganz vereinzelt setzte sich Kilpper auch für linke Autoren ein, für Erich Kästner zum Beispiel, dessen Fliegendes Klassenzim - mer (1933) er noch nach der Bücherverbrennung unter der «Tarnadresse ‹Fried- rich Andreas Perthes Stuttgart›» herausbrachte. 46 Schon Frischs Debüt allerdings kam in ziemlich ‹brauner› Gesellschaft auf den Buchmarkt. In der Verlagsvor- schau der DVA von 1934 steht Jürg Reinhart neben anderen «[w]ertvolle[n] Neu- erscheinungen» 47 wie Weltwende. Der Kampf um die Zukunft und Deutschlands Gestaltwandel von Hermann Stegemann, Die Erhebung wider die moderne Welt von Julius Evola, Germanen-Bibel von Wilhelm Schwaner, Solange die Erde 42 Peter von Matt, Nachwort, in: Frisch, Antwort aus der Stille, S. 149–172, hier S. 172. 43 Susan Sontag, Faszinierender Faschismus, in: dies., Im Zeichen des Saturn, Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch, 32003, S. 97–126, vor allem S. 109 f. Vgl. Schütt, Max Frisch, S. 222. 44 Schütt, Max Frisch, S. 222. 45 Reinhard Wittmann, Fallstudien, in: ders. und Ernst Fischer (Hg.), Die Geschichte des deutschen Buchhandels im 19. und 20. Jahrhundert, Bd. 3: Drittes Reich, Teil 1, Berlin und Boston: de Gruyter, 2015, S. 316–364, hier S. 352. 46 Ebd., S. 353. 47 Wertvolle Neuerscheinungen der Deutschen Verlags-Anstalt, Stuttgart und Berlin: Deut- sche Verlags-Anstalt, 1934, o. S.