Die Jahre 1994/1995 Förderverein Een ee ER leer ers DL 20) ae Pas BER 2 27 N Herr G. Honecker hat in dankenswerter Weise eine Vereins- satzung ausgearbeitet und den Verein im Vereinsregister beim Amtsgericht in Koblenz eintragen lassen. Aus diesem Grund ist der Verein gemeinnützig und alle Beiträge und Spenden können beim Finanzamt geltend gemacht werden. Zielsetzung des Vereins ist es: | 1. die Schule finanziell bei der Beschaffung von Lehr- und Lernmitteln dort zu unterstützen, wo der Schulträger (Kreis) keine Mittel mehr zur Verfügung: stellen kann, 2. Eltern von Schülern aus sozial schwachen Familien bei Klassen- bzw. Stufenfahrten Zuschüsse zukommen zu las- sen, 3. die Pflege des Kontaktes zwischen Schule, Schülern, Eltern und Mitgliedern. Ordentliche Mitgliederversammlungen finden gemäß der Satzung alle zwei Jahre statt, wobei alle vier Jahre der Vorstand neu gewählt werden muß und alle zwei Jahre (jeweils dazwischen) nur Ergänzungswahlen stattfinden, wenn es erforderlich ist. Die Amtsdauer der Vorstandsmitglieder beträgt grundsätzlich vier Jahre. Frau D. Klette scheidet 1976 aus dem Vorstand aus, weil sieinden Auslandsschuldienst nach Argentinien geht. Im Jahre 1981 tritt Herr Honecker aus Gründen beruflicher Überbelastung von seinem Amt als 1. Vorsitzender zurück. Ebenfalls scheiden die beiden Herren Dr. F. Funk und F. Benner als Beisitzer aus persönlichen Gründen (Engagement im Tennisclub bzw. VVV) aus. Aus diesem Grund sind auf der Mitgliederversammlung am 06.02.1981 Ergänzungswahlen erforderlich. Der Vorstand setzt sich nun wie folgt zusammen: 1.Vorsitzender: Steuerberater G. Querbach, Bad Salzig 2. Vorsitzender: OStRR. Ternus, Boppard Schriftführerin: R. Dormann, Lehrerin, Boppard Kassenführer: OStR H.H. Wamser, Boppard 1. Beisitzer: Frau Luise Gärtner, Boppard 2. Beisitzer: W.Schmitt, Min.-Beamter, Merm.-Hof Chronik 48 Förderverein Die Jahre 1994/1995 der Schulleiter: OStDM. Thull 1 Delegierter der Elternschaft 1 Delegierter der Schülerschaft (SMV) 1995 tritt Herr G. Querbach aus Altersgründen vom 1. Vorsitz des Vereins zurück. Auf der ordentlichen Mitgliederversammlung am 8. Juni 1995 wurde der Vorstand wie folgt neu gewählt: 1. Vorsitzender: OStRR. Ternus, Boppard 2. Vorsitzender: OStR W. Schmidt, Emmelsh. Schriftführerin: R. Dormann, Lehrerin, Boppard Kassenführer: OStR H.-W. Behlich, Boppard 1. Beisitzer: Frau Luise Gärtner, Boppard 2. Beisitzer: W .Schmitt,Min.-Beamter, Merm.-Hof der Schulleiter: OStDF. Anton, Boppard Elternverterter: Min.-Beamter R. Salzig, Boppard Schülerverterter: Holger Fuhrmann bis Ende Juni Alle neun Vorstandsmitglieder sind laut Satzung voll stimmberechtigt. Der Jahresetat des Vereins belief sich im Jahr 1994 auf ca. 13.500,— DM. Die Mitgliederzahl beträgt zur Zeit (Stand Juni 1995) 162, der Jahresbeitrag ist auf 12,- DM für Erwachsene und 6,- DM für Schüler und Studenten festgesetzt. Chronik 49 ° BARMER Boppard Karmeliterstraße 3 96154 Boppard Tel.: 06742 / 5396/97 Die BARMER bildet: selbst-auch aus. Informieren: :Sie. sich bei uns: uuen: das | aktuelle s‚Ausbildungsplatzangebot. „ein richtiger Entschluß BAAMER, Deuischlands größte Krankenkasse .. für Sie beginnt ein neuer Lebensab- schnitt. »- Bestimmt haben Sie sich schon gefragt: e Was kommt nach der Schule? e Was will ich werden? e Wer hilft mir?... e Will ich studieren? Antworten hierauf geben Ihnen die Bro- schüren „start in den Beruf - Bewerben mit Erfol ol „Wir studieren — Uni Szene von A- Die BARMER ist auch für junge Leute der richtige Partner! Sie finden uns über 3500 mal in Deutschland und sicher auch in Ihrer Nähe. Über 9 Millionen Versicherte sind ein starkes Argument. Rufen Sie uns an — oder schauen Sie einmal zu uns herein. Wir beraten jeden Interessenten persönlich auch zu Hause — auf Wunsch gemeinsam mit den Eltern. Aeannenee rennen >e- Ja, bitte senden Sie mir die Broschüre Start in den Beruf Start ins Studium Name, Vorname Anschrift Schule Klasse Berufswunsch Arbeitsgemeinschaften Die Jahre 1994/1995 Theater am Kant - Berichte der Rheinzeitung zu den Stücken "Streik der Dienstmädchen’' un "Anatevka’ Lehrstück über Unterdrückung am Kant-Gymnasium in Boppard gelungen inszeniert - Mittelstufenschüler spielten VON GERD NEUWIRTH BOPPARD. Streik, Revolte, Auflehnung und Klassen- kampf? Wer die Theater-Arbeitsgemeinschaft am Kant- Gymnasium Boppard kennt, weiß, daß sie vor sozialkritischen Stücken nicht zurückscheut. Mit dem "Streik der Dienstmädchen” nach dem gleich- namigen Roman von Gudrun Pausewang bleibt sich auch diesmal das Ensemble treu. Dennoch sicher kein leichtes Thema für die “Kleinen Verkan(n)ten” aus der Mittelstufe. Aber um es vorwegzunehmen: Die Inszenierung ist gelungen. Die Handlung ist schnell erzählt: In einem latein- amerikanischen Land wird ein 16jähriges Dienstmädchen gefeuert, weil es wagte, außer Kost und Logis auch Lohn für Arbeit zu verlangen. Soweit stimmt die Geschichte nochmit der Realität in den Ländern der sogenannten Dritten Welt überein: Hire and fire, das Heuern und Feuern, ist dort an der Tagesordnung. Ebenso die Kinderarbeit für einen Hungerlohn. Kein Protest? Genau das geschieht in dem Stück. Die Dienstmädchen der ganzen Stadt sind empört, begehren auf und treten in den Streik. Solidarität greift umsich, undam Ende werden ihre Forderungen nach menschlicheren Arbeitsbedingun- gen erfüllt. Zu schön um wahr zu sein, mag der kritische Stirnrunzler an dieser Stelle mäkeln. Daß die Verhältnisse nicht so einfach sind, weißaberder Theatergänger selbst. Und das Ensemble der “Kleinen Verkan(n)ten” auch. Es geht ja nicht um die Präsentation einer Happy-End Geschichte für Berufs-Sozialbewegte und Ihre Anschrift wird aus versandtechnischen Gründen gespeichert. Die weiteren Angaben sind freiwillig - sie garantieren Ihnen aber gezieltere Informationen. Sie werden nicht an Dritte übermittelt. Chronik 51 Die Jahre 1994/1995 Arbeitsgemeinschaften EEE EEE ET ERINNERTE EEE DEESWIEIETERN Betroffenheits-Fanatiker. Es handelt sich vielmehr um ein Lehrstück, das trotz seiner einfachen Struktur dazu angetan ist, auf Mißstände hinzuweisen. Ein Lob also auf den Arbeitskampf? Ja, aber unter bestimmten Vorzeichen. Unter der Regie von Beate und Siegfried Hackbarth wird daraus kein idelogisches Propagandastück, das mit erhobener Faust Parolen verbreitet. Das Ensemble, das sich im Lauf des Stücks erheblich steigerte und trotz kleinerer Fehler zu Recht brausenden Applaus erntete, arbeitet mit subtilen und vielfältigen Stilmitteln. Es gibt kein Hier und kein Dort, auf das der Zuschauer sich zurückziehen kann. Flugblätter mit Streikparolen haben einen ähnlichen Effekt. Zentral auch die Bedeutung der Musik und des Gesangs als weiteres Stilmittel. Dem gebührt fraglos ein Sonderlob für Komposition und Arrangement. Das Bühnenbild haben die Bopparder in kargen, aber klaren Zügen erstellt. Zurückhaltend, weil die Personen des Stücks wichtiger sind. Mit scharfem Strich gezeichnet , oft zur Verdeutlichung überzeichnet und verfremdet, richten die _ Kantianer den Blick auf Herrschende, Beherrschte und Handlanger des Systems. Die Donas, alleingelassen, verzweifeln an der ungewohnten Last durch Küche und Kinder. Die Dienstmädchen stehen stellvertretend für die Unterdrückten. Einigkeit macht stark, kann etwas bewegen. So einfach und so schwierig ist das. Inder Realität scheitert es oft genug. Aber Gudrun Pausewangs Geschichte ist ein Stück (nicht nur) für Kinder und Jugendliche. Und denen sollte man nicht allzu früh den Traum von der Gerechtigkeit nehmen. | Chronik 52 Arbeitsgemeinschaften Die Jahre 1994/1995 Aufallen n Bühnen der Wel jetztv r ' rä i vka” i i j Schulleiter gibt den Rabbi Mammutprojekt des Gymnasiums hat am 22.Juni Premiere. VON GERHARD NEUWIRTH BOPPARD. Das Stück wurde auf allen großen Bühnen der Welt gespielt, fast nie ohne Erfolg, aber immer mit ungeheurem Aufwand. Den ungeheuren Aufwand hat derzeit auch das Kant-Gymnasium in Boppard. Das Mammutprojekt „Anatevka”, das Musical um Milchmann Tewjes Dorf, steht auf dem Spielplan. Am 22 Juni ist Premiere, die Proben laufen auf Hochtouren. Im Februar begannen die Vorbereitungen, die Idee für die Inszenierung des Stücks ist weit älter. „1987 überlegten wir uns erstmals „Anatevka” zur Aufführung zu bringen. Aber der Verlag wollte uns die Rechte nicht geben”, erklärte Beate Hackbarth, die einmal mehr Regie im Kant führt. Das Vorhaben mußte also zunächst verschoben werden. Bis zum November des vergangenen Jahres. Der Verlag für die Aufführungsrechte wechselte, die erneute Anfrage der Kantianer hatte sofort Erfolg. Trotzdem ein Glücksfall, denn das Musical ist begehrt, was sich nicht zuletzt in den hohen Kosten niederschlägt. Kosten lassen sich einspielen, der Rest muß voraus geleistet werden. Mehrals 70 (!) Mitwirkende zählt die Inszenierung, und die Regisseurin betont, daß es ausgesprochene Haupt- und Nebenrollen gibt, aber: „Die Intensität, mit der auch der kleinste Part wahr- genommen wird, ist für den Gesamteindruck des Musicals von entscheidender Bedeutung.” In Boppard will das Ensemble, das schon bei bundesweiten Theatertreffen der Jugend in Berlin ausgezeichnet wurde, einen Schritt weiter gehen als andere Bühnen:,Häufig hatte die Problematik des Judentums in Osteuropa einen geringeren Stellenwert. Der jüdische Schtetl und seine ständige Bedrohung stehen bei uns jedoch stärker im Mittelpunkt.” Das heißt nun nicht, daß die Kantianer den Stoff in einer freien Interpretation verbiegen wollten. „Anatevka lebt natürlich von der Musik und der Geschichte des Milchmanns Tewje. Das gilt es zu be- Chronik 53 Die Jahre 1994/1995 Arbeitsgemeinschaften FIRST EEE IFTTE FANSEITEN STERNE wahren,trotz des politisch-historischen Akzents.” Die Musik liegt in der Hand von Ulrich Will. Der Musiklehrer muß aufgrund von Ausfällen mit einer reduzierten Bestzung des Orchesters auskommen, sieht dies aber als Chance für eigene Akzente:,‚Wir spielen die Musik mit einem verstärkten Klezmer-Einschlag. So läßt sich musikalisch die Gesamt- problematik vermitteln, diejanoch immer politisch aktuell und gegenwärtig ist.” Anspruchsvoll, so Will, ist der Orchesterpart allemal. Aber auch er ist überzeugt, daß er die richtige Besetzung hat: „Die Musiker spielen alle auf absolut professionellem Niveau. Sonst wäre das nicht rfiachbar.” Das Ensemble spielt ohne Dirigenten, der Chor und die Schauspielermüssen ihre Einsätze selbst finden und die Partitur wird durch freies Spiel akzentuiert. Am Engagement der Beteiligten mangelt es jedenfalls nicht. Selbst Schulleiter Franz Anton ist mit von der Partie: als Rabbi. Unter der Leitung von Siegfried Hackbarth arbeiten hinter der Bühne selbst Schüler mitan den Kulissen. die sonst eigentlich nichts mit dem Theater zu tun haben. Sogar ehemalige Kantianer machen mit: Als Musiker, Schauspieler oder Plakatzeichner. Die fieberhaften Proben, mehrmals die Woche mehrere Stunden und der gigantische Aufwand unterstreichen aber auch, daß derartige Projekte nicht jedes Jahr realisiert werden können. Schließlich laufen sämtliche Vorbereitungen neben dem normalen Unterrichtsalltag ab>’Streß und Anspannung sind dabei, wie Beate Hackbarth einräumt:,, Ein Projekt dieser Größenordnung läßt sich deshalb nur alle zehn Jahre durchführen!” Für die Mitwirkenden, und nicht zuletzt auch für das Kant-Gymnasium in Boppard wird Anatevka unbestritten zum Höhepunkt einer langen Theatertradition. Chronik 54 Leben und Schicksal im Schtetl als Drama gesehen Atmosphäre durch die Gesamtleistung des Ensembles gewonnen VON GERD NEUWIRTH BOPPARD. Das Musical “Anatevka” wurde oft gespielt, und es gab viele gute. und schlechte Inszenierungen. Das Bopparder Theater am Kant fügt nun eine weitere hinzu. Und die Mammutproduktion des Gymnasiums am Rhein ist gut. Ohne Übertreibung und Euphorie: Sensationell gut. Scholem Alejchems Milchmann Tewje, von Bock und Harnick zu einem Musical verarbeitet, haben vieleBühnen zum Lustspiel a la Broadway verbraten. Auch das Koblenzer Stadt- theater machte da keine Ausnahme. Doch das ostjüdische Schtetl als Leben und Schicksal im zaristischen Rußland ist mehr Drama als Lustspiel. Das heißt nicht, daß in der Bopparder Version nicht gelacht würde, im Gegenteil. Doch in der Inszenierung und Organisation von Beate Hackbarth steht das Stück im realstischen Kontext, ohne Verklärung der Armut, ohne Verniedlichung von Unterdrückung, Leid und Willkür, die die Juden durch den Mob erfahren mußten. Die heilige Tradition ("Jeder weiß, was er zu tun und zu lassen hat, aber keiner weiß warum”) ist - auch mit Augenzwinkern - ein Sinnbild jüdischen Lebens, hier in der Person des Milchmanns Tevje. Brilliant von Frank Schaab dargestellt, träumt er singend vom Reichtum. Mit Bedacht, fast melancholisch vorgetragen, weil die Armut drückend ist. Personen sind hier die Symbole für gesellschaftlichen Umbruch und drohende Staatsmacht. Zum einen Christopher Sanders als Staatsfeind Perchik, der für seine freiheitlichen Ideen verhaftet und verbannt wird. Daneben Matthias Neis als Wachtmeister: Seinen Part spielt er mit so unglaublicher Intensität, daß seine Auftritte erstarren lassen, das Pogrom, die Vertreibung der Juden, auch dem Publikum den dramatischen Schrecken gibt, der real in Auschwitz seinen fürchterlichen Höhepunkt Chronik 55 Die Jahre 1994/1995 Arbeitsgemeinschaften Er EEE EEE ZEZEEEEEET EZB ZRREISSETZEEEETEZZERZTENE SF EEEREE fand. Sicher, mit Simona Traser als Tevjes Frau Golde, Andrea Kremer, Iris Schulz und Elena Hackbarth in der Rolle der Töchter hat das Musical weitere herausragende und hervorragend dargestellte Rollen. Dennoch: Anatevka in Boppard istmehr als Einzelleistung: Seine tiefe Athmosphäre, seine Dichte gewinnt das Stück durch die Gesamtleistung des Ensembles. Wie die Theater-AG und der Schulchor - zwei völlig unterschiediche Gruppen - mit einer behutsamen Choreographie zusammen- geführt werden, ist mehr als vorbildlich. Zuden80 Mitwirkenden, auchSchulleiter Franz Anton ist als Rabbi dabei, gehört auch die Bühnenbild - AG unter Siegfried Hackbarth, der mit Schülern eine moderne Szenerie entwarf und einen weiteren alten Zopf abschnitt. In der kleinen Aula des Gymnasiums unterstrich daneben das effektvoll eingesetzte Licht die Szenenstimmung. Was bleibt? Die Musik, natürlich! Von der Besetzung des Orchesters her mußte man auf Sparflamme kochen, doch Ulrich Will machte aus der Not eine Tugend. Der Fiddler auf dem Dach, ein Bild von Chagall, unterstreicht mit starkem Klezmer-Einschlag die politische Dimension des Stücks und entfacht ein Feuer. Großer Szenenapplaus, am Ende stehende Ovationen und tosender Beifall. Verdient! Hochverdient! Chronik 56 Arbeitsgemeinschaften Die Jahre 1994/1995 ET TEE ENGEREN ESEL RETTEN TEE ERETTETTER Verkehrserziehung mit Mofakurs Hans-Willm Behlich Seit etwa fünf Jahren besteht an unserer Schule die AG "Verkehrserziehung mit Mofakurs”. Ziel dieser AG ist jedoch nicht in erster Linie der Erwerb der von den Schülerinnen und Schülern so sehr begehrten Mofaprüfbescheinigung, sondern der Schwerpunkt liegt auf dem Wort “Erziehung”. In den “Richtlinien zur Verkehrserziehung in der Sekundarstufe I” vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Weiterbildung heißt es dazu: “Hauptziel der Verkehrserziehung in der Sekundarstufe I ist eine vom Grundsatz her an Regeln orientierte, angemessene Situationsanpassung in sozial positiver Weise: - die Bereitschaft wecken und fördern, sich um eine humane, gesundheits- und umweltbewußte Mitgestaltung des Ver- kehrs als Fußgänger, als Mitfahrer in öffentlichen und privaten Verkehrsmitteln, als Radfahrer und als Mofa-/Mopedfahrer zu bemühen.” Verkehrserziehung bedeutet also vor allem Erziehung zur Eigenverantwortlichkeit, Toleranz, Fairneß, Partnerschaft als Grundbedingung einer sozial verträglichen Verkehrs- teilnahme, Vermittlung von Einstellungen, Abbau von Aggres- sionen im Straßenverkehr und Rechthaberei, um nur einige Ziele zu nennen. Somit ist Verkehrserziehung auch eine Werteer- ziehung. Der Kurs umfaßt etwa zwanzig Doppelstunden und enthält Theorie, Praxis und Prüfung. Für die Praxis stehen den Schülerinnen und Schülern drei Mofas zur Verfügung, die uns dankenswerterweise vom Verein der Ehemaligen und Freunde des Kant-Gymnasiums Boppard, von der Kreissparkasse Rhein- Hunsrück sowie von der Volksbank Boppard gespendet wurden. Gefahren wird auf dem Verkehrsparcours im Schulhof. Technisch-sachliche Lernziele sind: - Betriebs- und Verkehrssicherheit: pflegen, warten, reparieren, - physikalische Gesetze und technische Gegebenheiten - Sicherheit und Gesundheit: Kleidung, Helm - Fahren unter normalen, erschwerten und extremen Chronik 57 Die Jahre 1994/1995 Arbeitsgemeinschaften ee en ee 5 a en ee 4] Bedingungen Ziele der theoretischen Ausbildung sind: - Erlernen der Notwendigen Kenntnisse aus den Vorschriften: Straßenverkehrsordnung (StVO) Straßenverkehrszulassungsverordnung (StVZO) Strafgesetzbuch (StGB) Bußgeldkatalog - Verhalten nach einem Unfall Hierzu werden auch außerschulische Fachleute, zum Beispiel ein Vertreter der örtlichen Verkehrspolizei (Herr Tröster) eingeladen. u E Die Schülerinnen und Schüler bezahlen eine Teilnahme- gebühr in Höhe von 30,- DM für Ausbildungsmaterial, Benzin, Reparaturen etc. Die Prüfungsgebühr beträgt 19,00 DM und wird an den Schulträger (Kreis) abgeführt, der dafür die Versicherung der Mofas trägt. Nach bestandener Prüfung und vollendetem 15. Lebensjahr wird den Schülerinnen und Schülern die Mofa-Prüfbescheinigung ausgehändigt. Amateurfunk Hans-Willm Behlich Seit mehr als 10 Jahren besteht an unserer Schule eine Amateurfunkstelle als Schulstation mit dem Rufzeichen “DL O KGB”, und seit etwa 5 Jahren konnte eine Arbeitsgemeinschaft “Amateurfunk” eingerichtet werden. Ziel der AG ist es, Schülerinnen und Schüler möglichst früh (etwa ab Klasse 8) mit dem sehr vielseitigen und umfangreichen Gebiet des Amateurfunks vertraut zu machen. Die Ablegung einer fachlichen Prüfung zur Erlangung einer Amateurfunklizenz bei einer Oberpostdirektion ist zwar wünschenswert, wird aber nicht unbedingt angestrebt. Als mit der Entdeckung der elektromagnetischen Schwingungen durchdendeutschen Physiker Heinrich HERTZ (1895) die Geschichte der Funktechnik begann, gab es schon sehr bald Frauen und Männer, diesichaus Liebhaberei, Neugier Chronik 58 Arbeitsgemeinschaften Die Jahre 1994/1995 ENTF EEE DEN DEETEET N DETEEDDT VEREDELTER und Forschungsdrang mit dieser neuen, hochinteressanten Sache beschäftigten: die ersten Funkamateure hatten von Anfang an bis heute einen entscheidenden Anteil an der Entwicklung hin bis zur modernen Telekommunikation. Für den Amateurfunk in der Schule sprechen folgende Gründe: (1) Es werden Teilbereiche der Physik angesprochen: - Elektrotechnik, Elektronik, Wellenlehre - Anwenden und Bedienen technischer Geräte - Montieren, Demontieren - Reparieren - Messen und Prüfen - Bauen von Geräten (2) Völkerverständigung durch weltweite Funkkontakte (3) Anwendung der Sprachen, insbesondere Englisch, Französisch,Spanisch (4) Erweiterung geographischer Kenntnisse (5) Unmittelbare Anwendung moderner Kommunikations- techniken (6) Hilfe bei Notfällen und Naturkatastrophen Zur Situation an unserer Schule: Drei Lehrer besitzen eine Amateurfunklizenz: - Herr Wolfgang Schmidt (DD 2 PD) - Herr Bernd Gläser (DC 5 WC) - Herr Behlich (DL 5 IZ) Die Schule ist zur Zeit mit folgenden Geräten ausgestattet: - Kurzwellenstation - UKW-Stationen für das 2 m-Band, 70 cm-Band, jeweils für Direktverbindungen, Relaisverkehr und Verkehr über Satelliten. Weitere Betriebsarten, wie Funkfernschreiben (RTTY), FAX, Bildfunk (SSTV), Fernsehen (ATV und Übertragung von Computerdaten (Paket Radio”) sollen ermöglicht werden. Die Geräte wurden größtenteils durch Spenden von Eltern, dem Verein der Ehemaligen und Freunde des Kant-Gymnasiums Boppard, dem Deutschen Amateur-Radio-Club e.V. (DARC) und der Deutschen Bank Boppard zur Verfügung gestellt. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank. Chronik 59 Die Jahre 1994/1995 Arbeitsgemeinschaften SE EN ERTEILEN LEE EEE LEERE TEEN WERESESE Projekttage zur Such rävention am Bopparder Kant-Gymnasium am 24. und 25. Oktober 1994 Gabriele Göddeke Ursachen der Sucht ergründen - mit einer betroffenen Mutter, - mit Betroffenen aus der Selbsthilfegruppe Narkotics Anonymus - mit dem Schulpsychologen Herrn Stein. “Es gibt viele Gründe, das Leben sinnvoll zu gestalten und auf Drogen zu verzichten”, diese Thematik wurde an zwei Tagen intensiv mit allen Schülern der 8. Jahrgangsstufe und ihren Klassenlehrern bearbeitet. In verschiedenen Arbeitsgruppen konnten sich die Schüler / innen ihr Programm für die zwei Tage auswählen. Sie hatten Gelegenheit in allen Gruppen darüber zu reflektieren, was Drogen sind und wie sich süchtiges Verhalten entwickelt. Drogen sind nicht nur Heroin, Haschisch, LSD, Alkohol und Nikotin, sondernalle Genußmittel, diedieStimmung heben, sokannz.B. auch ausdauerndes Laufen zur Sucht werden. Auch der Weg zur Sucht, zur Abhängigkeit ist nicht geradlinig und klar; er entwickelt sich über viele Stufen: z.B. ausgehend vom Genuß über ausweichendes Verhalten, dann Gewöhnung, schließlich allmählicher Kontrollverlust und letztendlich zu Abhängigkeit. In der Gruppe des Schulpsychologen wurde darüber reflektiert, wie man mit seinen Problemen anders umgehen kann. Dazu wurden Rollenspiel geübt, in denen man sich gegenseitig unterstützen lernte, man konnte über sich selbst als menschliches Wesen und die verschiedenen Lebensaspekte anhand einerSchautafel, dieeinen Baumdarstellte, reflektieren. Dabei wurden positive Aspekte, wie Liebe, Freundschaft und Sexualität als grüne gesunde Äste dargestellt und negative Dinge wie Lernsucht, Streitsucht, Drogensucht als tote und kahle Aste. Außerdem wurden Phantasiereisen initiiert, in denen man verschiedene Schulsituationen erleben konnte und dann überlegte, wie man selbst oder wie die Lehrer handeln könnten oder sollten. Die Erfahrungen wurden ausgetauscht und Chronik 60 Arbeitsgemeinschaften Die Jahre 1994/1995 EEE EEERZERENEEBERE DERART UEREEDEERNENETEEEA FETTE ENDETE LET ERESIERTERNERERTN Erwartungen an Lehrer und Mitschüler formuliert. Bei der betroffenen Mutter eines drogenabhängigen Sohnes, die zugleich auch Vorsitzende des Elternkreises Simmern ist, war für die Schüler besonders eindrucksvoll, wie offen sie mit ihnen sprach. Auch hatte kaum einer der Schüler sich bisher vorstellen können, welche Verzweiflung und auch Ratlosigkeit in den betroffenen Familien über viele Jahre besteht. Zitat einer Schülerin: “ Gutfand ich, daß unseine wahre Geschichte erzählt wurde.” Allerdings gibt es heute in solch einer Situation auch Hilfe durch die jeweiligen Elternkreise. Ebenso authentisch waren die Lebensberichte der “Süchtigen”, die sich auch jetzt, obwohl sie clean sind, immer noch als süchtig bezeichnen. Es waren sehr unterschiedliche Wegebis zurSucht, auch die Ursachen, waren bei jedem anders, und so auch die “Drogenkarriere” selbst. Gemeinsam istes aber allen, daß sie esin ihrerSelbsthilfeorganisation geschafft haben, ihrer Sucht keine Chance mehr zu geben. So hat es sich diese Organisation auch zur Aufgabe gemacht, die Präventionsarbeit an Schulen zu unterstützten und in Therapiegruppen zu arbeiten. Zudenken gegeben hat vielenSchülern folgende Aussage eines ehemals Abhängigen: “Die Sucht ist wie ein Aufzug, der nur nach unten fährt. Er kann anhalten, aber niemals wieder nach oben steigen. Man kann in jeder Etage aussteigen und die Treppe hochgehen, aber je länger man im Aufzug bleibt, um so schwerer ist später der Aufstieg.” Fast alle Fragen wurden den Schülern von den NA- Teilnehmern beantwortet und die Bewertung der Schüler zu diesem Angebot war fast einstimmig: ” Diese Aussagen von Betroffenen sind überzeugend, sind ehrlich,” und einige Schüler fühlten sich gefestigt in ihrem Willen, den Drogen keine Chance zu geben. Ob dieses Ziel erreicht wird, ob Prävention überhaupt Nutzen hat, werden wir nicht ermitteln können, aber wenn nur ein Schüler davor bewahrt wird, abhängig zu werden oder wenn er ein Hilfsangeobt rechtzeitig annimmt, dann waren diese zwei Tage nicht verloren, nicht vergeblich. Es soll demnächst eine Nachbesprechung stattfinden, um noch mehr Fachleute einzubeziehen und dadurch auch kleinere Gruppen zu ermöglichen. So werden diese Projekttage keine einmalige Aktion bleiben und die Erkenntnisse auch im Schulalltag Chronik 61 Die Jahre 1994/1995 Arbeitsgemeinschaften EETEIIEFREEESETEDBEETERDIZET BETTEN ZETSIENE I IEFTERREEEE ihre Berücksichtigung finden. Es ist auch zu überlegen, obman solche Studientage nicht bereits in der Stufe 7 durchführen soll, denn das Einstiegsalter verlagert sich immer mehr nach “unten”. Wir danken Frau Pulcher und den Mitgliedern von Narkotics Anonymus, die uns ihre Zeit und Erfahrung zur Verfügung gestellt haben. {OU % „ Der gesunde Weg - .\® aa? Frischkornbrote > und -gebäcke -- Hergestellt mit Getreide aus kontrol- liert biologischem Anbau (Bioland und Demeter) - Auf der hauseigenen Steinmühle täglich frisch gemahlen - Nur mit selbstgemachtem Sauer- teig, Merrsalz, Honig und Butter ir Wir bieten Ihnen täglich ein u abwechslungsreiches Programm Vollkorn- ge: bäckerel ienr " Boppard - Am Bahnhof/Heerstraße 162 ® Telefon 06742/2610 (® Chronik 62 Arbeitsgemeinschaften Die Jahre 1994/1995 Kant-Tischtennisspieler auf Rang 4 Hans-Josef Strack Traditionsgemäß beteiligte sich unsere Schule im Schuljahr 1994/95 nach einem Jahr der Unterbrechung wieder am Wettbewerb “Jugend trainiert für Olympia”. Für die Bezirksschulmeisterschaften des Regierungsbezirks Koblenz hatten sich in der Wettkampfklasse Jungen IV (Jahrgänge 1982 und jünger) 12 Mannschaften gemeldet und waren in 4 Vorrundengruppen zu je 3 Mannschaften eingeteilt worden. Für unser Schulteam galt es, nach Nastätten zu reisen, wo man auf die Mannschaften der dortigen Realschule und der Grundschule Schenkendorf Koblenz traf. Nach klaren 5:O- Siegen gegen dieGSSchenkendorf standen sich im Endspiel um den Gruppensieg die RS Nastätten und das Gymnasium Boppard gegenüber. An heimischen Tischen leicht favorisiert, strahlten die Nastätter Jungen Siegesgewißheit aus. Doch es sollte anders kommen. Gleich zu Beginn gab es eine Überraschung, als unsere Nr. 1 Jacek Kielkowski mit einer kämpferischen Bravourleistung den Nastätter Spitzenspieler in der Verlängerung des Entscheidungssatzes bezwang und damit die Weichen zu einem unerwartet deutlichen 5:2-Sieg stellte. Damit hatte sich das Bopparder Team mit den Spielern Jacek Kielkowski, Matthias Grunenberg, Dennis Johann und Stefan Schmitt für den Bezirksentscheid qualifiziert. Dieser sah am 10.5.1995 in Altenkirchen die 4 Gruppensieger der Vorrunde am Start. Im Halbfinale gegen die KGS Altenkirchen ausgelost, mußten unsere Jungen neidlos die Überlegenheit der Westerwälder anerkennen und unterlagen mit 0:5. Härter ging es dann im Spiel um Platz 3 gegen das Peter-Joerres-Gymnasium Ahrweiler zu. Da unser Gegner im oberen Paarkreuz stärker besetzt war und einschließlich des Doppels keinen Punkt abgab, konnten die beiden Erfolge von Dennis Johann an Position 3 und ein weiterer Punkt von Stefan Schmitt an Nr. 4 dieknappe 3:5-Niederlage nicht verhindern. Bei der Siegerehrung gab es für alle 4 Mannschaften Urkunden und als Präsente Tischtennisbälle. Für das Schuljahr 1995/96 war je eine Mannschaft für die Wettkampfklassen Jungen I und IV gemeldet. Chronik 63 Willkommen ın der DAK! Die große Freiheit bricht an: Ab 1996 kann grundsätzlich jeder Aus- zubildende Mitglied der DAK werden. Alle Vor- teile erfahren Sie direkt bei uns. Treffen Sie - eine Entscheidung mit gesundem Menschen- verstand. Oberstraße 145 - 56154 Boppard - Telefon 06742 / 87110 Unterwegs Die Jahre 1994/1995 Klassenfahrt der 9 c Katja Stoffel Am 04.09.1995, einem sonnigen Montag, traf sich die Klasse 9 c des Kant-Gymnasiums Boppard inclusive Klassenlehrer und Deutschlehrerin pünktlich um 9.30 Uhr vor dem Bahnhof in Boppard. Alle waren, mancher mit viel, mancher mit wenig Gepäck beladen. Den Grund dieses Treffens wird jeder leicht erraten: ”Es ging auf Klassenfahrt”. So stiegen die Neuntklässler um 9.57 Uhr in den Zug nach Koblenz und nahmen dort den Zug nach Saarburg. Ja, Saarburg war das Ziel dieser munteren Schar, die während der Fahrt den Zug unsicher machte. Ja, es war auch Saarburg, durch das sie, nach dem Mittagessen und der Zimmerverteilung, spazierten. Dieses ältere Städtchen, nahe Trier, hat viele steile Gassen, alte Häuser, Winzerkeller, Geschäfte, den Leukbach, der in die Saar fließt und, was die Klasse schnell entdeckte, auch ein Weinfest. Dieses durften die 23 Schüler und Schülerinnen nach dem Abendessen in Gruppen besuchen, und ich denke, diese Freizeit haben sie gründlich ausgenutzt. Natürlich hielten siesich an alle Regeln und erschienen auch brav um halb zehn in der Jugendherberge, wo die zwei Pädagogen schon sehnsüchtig auf ihre Schützlinge warteten. Nachdem die Nacht relativ ruhig verlaufen war, stärkten sich die Kant-Schüler mit dem Frühstück für eine Stadtführung durch Saarburg. Sie besichtigten die Stadt in Stationen, unter denen auch die Saarburg war. Als sie vom hohen Turm der Burg einmal einen Blick auf die ganze Stadt geworfen hatten, marschierten sie in kleinen Gruppen zur Jugendherberge zurück. Nach dem Mittagessen starteten Tischtennisturniere und Zimmerschlachten. Natürlich waren auch heiße Gefechte an Kicker und Telefon zu beobachten. Um halb drei aber stand die 9 c wieder geschlossen vor der Jugendherberge, bereit für den Besuch der Glockengießerei. Dort wurde die Arbeit in der Gießerei anschaulich erklärt. Anschließend wurde eine Rundfahrt auf der Saar gemacht, die zwar durch Regen gestört wurde, aber sonst eine schöne, angenehme Sache war. Dann, am Abend wurden unsere Neuntkläßler von einem Winzer in seinem Keller mit der Winzerarbeit vertraut gemacht. Sie saßen da, vorne der erzählende Winzer, hinten der kommentarabgebende Klassenlehrer. Ja, Chronik 65 Die Jahre 1994/1995 Unterwegs NEE EEE EEE ENTE OT EEEEEDTEBEZEGERBWEEZTEREE und dann kam die Sache, zu der sich die Lehrer nur schwer durchringen konnten und auf die sich die Schüler am meisten freuten: die Weinprobe. Doch es gab keine Probleme und die Lehrer konnten mit reinem Gewissen in den Schlaf sinken, der jedoch durch toilettensuchende Schüler oder eher durch die Schüler, die die Zimmer ihrer Mitschüler aufsuchten, gestört wurde. Doch frisch und munter fuhren die Kant-Schüler am nächsten Tag nach Trier. Dort wurde eine Stadtführung unternommen, die wichtige Punkte wie Porta Nigra, Dom, Basilika und Kaiserthermen enthielt. Dazu: muß bemerkt werden, daß die Führerin ihre Sache ganz toll gemacht hat. Nach einer Mittagspause, inderdieSchüler in Gruppen die Stadt erkunden konnten - sie beschränkten sich auf die Fußgängerzone - stieg man diesmal auf die Porta Nigra. Obwohl der Tag in Trier ziemlich anstrengend gewesen war, gingen einigeSchüler nach dem Abendessen noch schwimmen. Danach durfte jeder zwischen einem Fußballspiel im Fernsehen und einem Lagerfeuer wählen. Amnächsten Tag, einem Donnerstag, durften dieNeuner und natürlich ihre Lehrer endlich etwas für ihre Fitness tun. Sie fuhren mit dem Zug nach Mettlach und wanderten von dort, leider im Regen, zur Burg Maunt- Clair, von der aus man die berühmte Saarschleife bewundern kann. Wieder in Mettlach hatte jeder noch Zeit, sich irgendwo zu stärken und aufzuwärmen, bis man sich wieder traf, um in das Keramikmuseum zu gehen. Dort sahen sich die Kant-Schüler einen Film über den Ursprung der Firma Villeroy & Boch an und besichtigten dann die Ausstellung. In der Jugendherberge angelangt, ruhten sich die etwas Angeschlagenen erst malaus. Nach dem Essen wurdeein bunter Abend veranstaltet, an dem, man kann es laut sagen, sehr viel gelacht wurde. Es gab alles: Spiele, Gitarrenmusik, Vorträge vom eigenen Knabenchor und Sketche. Doch so schön der Abend war, um 22.00 Uhr war Nachtruhe. Und diese Nacht war Ruhe. Alles schlief bombenfest und die Wecker konnten so laut schellen, wie sie wollten, die Klasse und ihre Lehrer wachten erst 10 Minuten vor der normalen Frühstückszeit auf: um zehn voracht. Wiedie Nacht verliefauch der Freitagvormittag: ruhig. Die Neuner hielten sich in der Jugendherberge auf, und auf Grund der überall herumliegenden Schüler beschlossen die Chronik 66 Unterwegs Die Jahre 1994/1995 na TEEETERESTEER VEREIN, beiden Lehrer, den Nachmittag als Wandertag zu gestalten. Etwas murrend wanderten die Kant-Schüler durch den Wald Saarburgs und stopften sich die Münder vollBrombeeren. Doch um halb fünf erreichten unsere Wandervögel Saarburg und durften noch ‘ne Stunde in der Stadt bleiben. Dort gab’s alles Notwendige: Supermärkte, Eisdielen, Kebabhäuser und was unsere, nach der Wanderung, hungrigen Schüler sonst noch brauchten. So sah man hier und dort Schülergruppen herumwuseln und später den steilen Weg zur Jugendherberge hinaufeilen. Doch wer sich gedacht hatte, den weiteren Abend mit Kicker, Tischtennis und Quatschen auf den Zimmern zu verbringen, der hatte sich getäuscht. Denn, listig wie sie sind, hatten die Lehrer verschiedene Pflanzen und Blätter während der Wanderung gepflückt und testeten nun ihre Schäfchen in Botanik, und siehe: wir bestanden mit Bravour und wurden mit Schokolade belohnt und durften dann das tun, wozu wir Lust hatten. Am nächsten Morgen stand “Abreise” auf dem Programm. Die Zimmer wurdennochmalgefegtund aufgeräumt und dann gings ab zum Bahnhof. Und so verließ die 9 c Saarburg am Samstag, dem 9.9.1995, um 9.57 Uhr. PS: Hier ein Pluspunkt für die Saarburgfahrer: Am Montag, dem 1. Schultag nach der Klassenfahrt, fehlte kein Schüler (und kein Lehrer). Chronik 67 Die Jahre 1994/1995 Unterwegs EEE EEE EDEN EEE EEE ET EEWUESVEREENEEEREESETEEE EEE IETRITTREE Die Klassenfahrt Sabine Schweitzer Montags morgen um halb zehn mußten wir am Bahnhof steh’n, und da wir alle pünktlich waren, konnten wir nach Saarburg fahren. Als wir dann ins Städtchen kamen und die Landschaft vor uns sahen, stiegen wir auf zu unsrer Bleibe und waren dabei mit Spaß und Freude. Am Dienstag schauten wir tief ins Glas, als wir hatten Prob’ beim Weingut Maas. Der Wein lag uns noch schwer im Magen, als wir uns zurück begaben. Und als wir dann nach Trier fuhren, und liefen auf der Römer Spuren: Thermen, Dom, Basilika, Theater und die Porta Nigra, das war Kultur als Hochgenuß und brachte keinem viel Verdruß. Als wir dann aus Mettlach kamen und gut gelaunt beisamen saßen, kamen wir zu dem Ergebnis, es war ein unvergeßliches Erlebnis. Chronik 68 Unterwegs Die Jahre 1994/1995 Ski heil! 27 Chaoten machten eine Woche lang Alpbachs Pisten unsicher Kristina Dietz und Janka Pies Am Samstag, den 11.2.1995 machte sich die Klasse 10b unter Aufsicht von Evi Lehidiardt, Franz Anton und Peter Schenk auf den Weg ins österreichische Alpbach, um sich in sieben Tagen das Skifahren anzueignen. Drei von ihnen entschieden sich jedoch aus verschiedenen Gründen, die Berge nur zu Fuß zu erkunden. Zwei Augenzeugen berichten: Pünktlich um 6.30 Uhr trafen wir uns, noch mehr oder weniger verschlafen, vor der Schule. Nur Herr Anton war mal wieder weit und breit nicht zu entdecken (warum ist bis heute immer noch ungeklärt). In letzter Minute sprang er dann doch noch in den Bus und wir konnten uns endlich auf den Weg ins Unbekannte machen. Die meisten überbrückten die Fahrt mit Schlafen und anderen belanglosen Tätigkeiten. Nach 7 Stunden, als die ersten Berge und Skifahrer in Sicht waren, breitete sich bei den 20 Nichtskifahrern Entsetzen aus. “Oh Gott, ist das steil. Und da sollen wir etwa runterfahren. Die Reaktion der zehn anderen war nur: ”Tja, das hättet ihr euch wohl früher überlegen müssen”. Zwei Stunden später erreichten wir unseren Zielort umd begannen sofort, uns in den Zimmern niederzulassen und einzurichten. Beim Abendessen lernten wirauch schon unseren “freundlichen” Gastgeber kennen, der von nun an versuchte, uns den Aufenthalt so unangenehm wie nur möalicb zu machen, z.B. durch stark begrenzte Duschzeiten und schwer definierbare, aber dochgeniefßbare Mahlzeiten. Die ersten Tage auf Skiern waren für die meisten anstrengenderals erwartet. Zuerst wurden wirindreiGruppen aufgeteilt, zweifür Anfänger undeine fürdie Fortgeschrittenen. Die “Profis” hatten direkt ihren Spaß auf den Pisten, während die anderen sich unter der diktatorischen Aufsicht von Meister Franz und dessen Handlanger Peter abmühten, die Hügel hinterm Haus zu erklimmen, um sie dann sofort wieder “hinunterzustürzen”. Am Abend verbrachten wir die Zeit damit, unsereblauen Flecken zu zählen und die Verspannungen durch Chronik 69 Die Jahre 1994/1995 Unterwegs EEE NEE FREENET RETTEN ausgiebige Massagen zu beseitigen. Ein Kameratearn filmte eifrig mit. Nach ein paar Tagen harten Übeins entließ der Meister sein Gefolge endlich auf die “anspruchsvolleren” Pisten. Während er mehr oder weniger guteRatschläge erteilte und mit seinen Fahrkünsten prahlte, blockierten seine Schützlinge den Lift umd hatten Mühe, sich auf ihren Brettern zu halten. Alses aber dann an die steilen Hänge ging, hatteauch der Letzte keine Chance mehr. Folge: Muskelkater, noch mehr blaue Flecken, aberdennoch kaum Resignation. Am Ende der Woche gelanges jedoch allen, die Berge halbwegs. sicher herunterzukommen und wir waren uns einig, daß ufiser Aufenthalt trotz mancher Schwierigkeiten, wie zum Beispiel Schneestürmen, kleineren Verletzungen, Streitereien untereinander und mit den Lehrern sich gelohnt hat. Zu guter Letzt veranstalteten wir noch einen “Bunten Abend”, beidem unser Meister sein schauspielerisches Talent unter Beweis stellen durfte, welches wirklich bewundernswert war. So spielte er doch gleichzeitig die Hexe und das Krümelmonster in dem Stück Hänsel und Gretel. Leider wissen wir bis heute noch nicht, was das Monster indem Stück eigentlich zu suchen hatte. Aber jedem Künstler ja bekanntlich das Seine. Die Rückfahrt verlief erneut ruhig und zum größten Teil im Tiefschlaf und alle waren froh, als wirabends endlich wieder an unserer heißgeliebten Schule ankamen. Klassenfahrt 10 b Claudia Punstein, 10 b Am 22.05.1995 startete die Klasse 10 b (jetzt 11 b) mit Frau Carbach und Herrn Messemer ihre Odyssee auf dem Ijsselmeer in Holland. Nach einer kurzen Einweisung seitens der beiden Skipper in die Segelkunst, hißten wir die Segel, holten den Anker unseres Schiffes “ Aldebaran” ein und stachen in See. Ausgangshafen war Hoorn. Von dort aus wollten wir in Richtung Nordsee bzw. zur Insel Texel schippern. Das Wetter war relativ gut - zwar war es neblig, aber nicht kalt. Die Segelbegeisterten halfen auf Deck, die weniger Segelbegeisterten Chronik 70 Unterwegs Die Jahre 1994/1995 vertrieben sich die Zeit mit diversen Spielen. Eigentlich wollten wir an diesem Tag nach Staveren, wenn sich nicht ein unerwarteter Zwischenfall ereignet hätte. Auf hoher See und 5 Stunden nach Verlassen des Ausgangshafens informierte unsere Skipperin darüber, daß in Enkhuizen 2 Klassenkameraden unserer Rückkehr harrten. Sie wurden versehentlich bei der Abfahrt vergessen. So mußte die Klasse 10 b dieSegel wenden und kehrt machen. Als wir endlich in Enkhuizen ankamen, war es schon ca. 22.00 Uhr. Nach einer kurzen Erkundung des Ortes verzogen sich alle in die Kojen, auch wenn die Gespräche noch bis spät in die Nacht andauerten (und einige Leute tierisch nervten, gell, Herr Messemer ?1?). Am nächsten Tag konnten wir endlich unsere Original- Route fortsetzen. Diese führte uns dann nach Texel. Den Unterschied zwischen der Nordsee und dem Isselmeer bemerkte man erst einmal an erhöhtem Wellengang und der Schräglage des Schiffes und an der erhöhten Verschmutzung des Wassers. Den Tag verbrachten die Schüler mit den üblichen Aktivitäten. Wer wollte, konnte seine Segelfähigkeiten verbessern. Die Skipper zeigten bereitwillig diverse Knoten, wie man steuert und die Segel zusammenlegt, etc. Der Abend endete für die meisten früh im Bett, da wir den ganzen Tag durchgesegelt waren. Am dritten Tag erkundeten wir die Insel Texel. Nachdem wir uns original Hollandfahrräder (große Räder, keine Bremsen am Lenker) ausgeliehen hatten, starteten wir die Rad-Tour. Der erste Stop war in Den-Burg. Auße