PLUS EDITION 03/2022 WWW.CHIP.DE 7 95 € Browser mit Privacy-Garantie Nur einer überzeugt bei Sicherheit & Datenschutz Was tun, wenn Windows streikt? Schnelle Abhilfe bei Abstürzen, Boot-Fehlern u. v. m. ÖSTERREICH: EUR 8,80 SCHWEIZ: CHF 12,70 BENELUX: EUR 9,20 ITALIEN, PORTUGAL, SPANIEN: EUR 10,70 FritzBox absichern 10 Regeln für ein perfekt geschütztes WLAN 43 Jahre Digital-Kompetenz ++ Deutschlands größtes Testcenter ++ Exklusive Premium-Software Ihre CHIP-Vorteile. Jeden Monat neu! Mit virtuellen DVDs Vollversionen Gesamtwert 9 174 € 1und1.de 02602 / 96 90 *1&1 DSL 50 für 0,– €/Monat für 10 Monate, danach 39,99 €/Monat, inkl. 1&1 HomeServer+ danach 46,98 €/Monat. 10 Freimonate ab 1&1 DSL 50. Internet-Flat: Unbegrenzt surfen mit bis zu 50 MBit/s. Telefon-Flat: Rund um die Uhr kostenlos ins dt. Festnetz telefonieren. Anrufe in alle dt. Mobilfunknetze 19,9 ct/Min. Mögliche Hardware: z.B. 1&1 HomeServer+ für 0,– €/Monat für 10 Monate, danach 6,99 €/Mon. Der Preis entfällt auf die zusätzlichen monatlichen Tarifleistungen, die zusammen mit der Hardware angeboten werden. Router-Versand: einmalig 9,90 €. Bereit- stellungspreis: einmalig 47,60 €. Mindestlaufzeit: 24 Monate. Kündigungsfrist: 1 Monat zum Ende der Vertragslaufzeit. 30 Tage testen: Sonderkündigung im ersten Monat. Abbildung ähnlich, Änderungen und Irrtümer vorbehalten. Die Geldscheine stellen einen symbolischen Vorteil im Verhältnis zu Ihrem jetzigen Anbieter dar. Preise inkl. MwSt. 1&1 Telecom GmbH, 56403 Montabaur AKTION Schnelles WLAN! Neueste WLAN-Technologie und schnelles DSL für 0,– €/Monat! * Wechseln Sie jetzt zu 1&1 und erleben Sie schnelles WLAN mit bestem Wi-Fi 6 in allen Räumen. Sie brauchen sich um nichts zu kümmern – 1&1 übernimmt alle Formalitäten und kündigt Ihren bestehenden Internet-Vertrag. Ein Anbieterwechsel ist nach 24 Monaten innerhalb von 30 Tagen gesetzlich garantiert. Anschließend schalten wir pünktlich Ihren neuen DSL-Anschluss und senden einen WLAN-Router der neuesten Generation. Einfach einstecken und lossurfen. Unterbrechungsfrei. In den ersten 10 Monaten zahlen Sie keine Grundgebühr und sparen so 400,– €!* INTERNET & TELEFON 0,– ab DSL 50 für 10 Monate, danach 39,99 €/Monat €/Monat * Einfach und unkompliziert wechseln! 1&1 Netz, nicht einzelne Angebote Erschienen in DIE WELT, Ausgabe 13.10.21 10 FREIMONATE * inkl. 1&1 HomeServer mit Wi-Fi 6 Abschied vom CHIP-Gründer Josef Reitberger Chefredakteur CHIP Liebe Leserinnen und Leser, am 5. Januar ist Dr. Kurt Eckernkamp im Alter von 86 Jahren in Würzburg gestor- ben. CHIP verliert mit ihm den Gründer- vater, der im Jahr 1978 die Idee zu einem „Microcomputer-Fachmagazin“ hatte und die Idee als Verleger und Unterneh- mer auch auf den Weg brachte. Was für ein Schritt das vor 44 Jahren war, wird klar, wenn man sich vergegenwär- tigt, dass es 1978 noch keinen IBM-PC gab und kein MS-DOS, das Internet war noch eine kleine Idee des US-Militärs. Die Pro- duktion eines Magazins über Computer vollzog sich 1978 noch ohne Computer. Dem Gründungsteam war trotzdem klar, was Chefredakteur Henning Wriedt im ersten Editorial schrieb: „ohne Computer wird es in Zukunft nicht gehen.“ Der Vo- gel-Verlag, dessen Gesellschafter und Vorstandssprecher Dr. Eckernkamp war, blieb bis 1999 die Heimat von CHIP. Zum Jahrtausendwechsel bewies er erneut unternehmerischen Weitblick: CHIP war längst aus der Nische der professionellen Fachmedien herausgewachsen, mit dem Internet stand ein ganz neues Computer- zeitalter an, das nicht nur Informatiker und Elektrotechniker betraf, sondern alle Menschen. Dr. Eckernkamp war klar, dass der Fach- und Industriemedienverlag Vogel dafür nicht mehr die richtige Basis war. Er übergab CHIP schrittweise an Bur- da und bereitete den Weg für die Entwick- lung von CHIP Online. Ich habe Dr. Kurt Eckernkamp als echten Visionär und gro- ßen Verleger kennengelernt. Er wird den CHIP-Mitarbeitern fehlen! Viel Freude mit dem neuen Heft! Als Abonnent benötigen Sie die Code Card nicht! Eine detaillierte Anleitung finden Sie auf Seite 144 Bei Fragen oder Problemen wenden Sie sich bitte an: dvd@chip.de Alle Vollversionen, Tools und Hinweise zur Frei- schaltung und Nutzung Seite 136 Virtuelle DVDs nutzen So geht’s Mit der Code Card schalten Sie bequem und schnell die Inhalte der virtuellen DVDs frei. 1. Karte abziehen 2. Code von der Rückseite auf dvd.chip.de eingeben 3. DVD freischalten Jetzt neu Melden Sie sich zu meinem Chefredakteurs-Newsletter an und erhalten Sie Einblicke in die Redaktionsarbeit des CHIP Magazins. www.chip.de/CR-Newsletter josef.reitberger@chip.de CODE CARD Persönlicher Zugangscode zur virtuellen CHIP-DVD 1 Karte abziehen 2 Code von der Rückseite auf dvd.chip.de eingeben 3 DVD freischalte n 03/2022 Nachhaltig Ohne DVD-Laufwerk Überall online verfügbar Code-Karte Kiosk-Käufer von CHIP Plus finden hier die Karte mit dem Zugangs-Code für die virtuellen DVDs zum Heft. E D I T O R I A L CHIP erscheint in zwei Cover-Varianten Was tun, wenn Windows streikt? Mit fünf Schritten lösen Sie viele Windows-Probleme: Abstürze, Boot- Fehler, gelöschte oder beschädigte Dateien oder kaputte Treiber FritzBox absichern Die FritzBox ist der Dreh- und Angelpunkt für alle Geräte im Heimnetz. Daher fängt der Schutz bei Ihrem Router an Weg mit dem Datenmüll Mit diesen Tipps spüren Sie große Dateien auf und schaufeln Speicherplatz frei CHIP Plus mit virtuellen DVDs CHIP Plus im Abo mit virtuellen DVDs Browser mit Privacy-Garantie Im Test: CHIP hat sieben Browser auf Sicherheit und Datenschutz getestet 58 94 44 106 4 > 0 3 > 2 0 2 2 > C H I P I N H A LT TREND 8 Erste Technik-Highlights 2022 Wir dürfen einiges erwarten: Neue TV-Geräte, Handys, stärkere Prozessoren – wir sind gespannt 16 Wahnsinnsbotschaften stoppen Soziale Netzwerke sollen mehr gegen strafbare Inhalte unternehmen 20 KI am Steuer und Radler im Verkehr Radfahrer leben gefährlich im Straßen- verkehr. Eine KI soll das ändern 23 Rechtsklick: Betriebsweg zu Hause Daheim versichert: Ein Sturz im Home Office kann als Arbeitsunfall gelten 24 Sicherheitsnews Auch Avira setzt nun auf Krypto-Mining und bringt eine Funktion dafür mit 26 Ausprobiert: Garmin-Smartwatch Hightech-Zubehör für Jogger: Garmin- Smartwatch plus Jlab-Kopfhörer 28 Himmlisch schnelles Netz Europa will bis Mitte der 20er Jahre 400 Satelliten ins All bringen 31 Nachruf Dr. Kurt Eckernkamp Wir trauern um CHIP-Gründer und Digital-Pionier Dr. Kurt Eckernkamp 34 Mehr als nur Nullen oder Einsen Quantencomputer versprechen schnel- lere Lösungen komplexer Probleme 38 E-Commerce im Metaverse Die neue virtuelle Welt wird bereits unter Spekulanten aufgeteilt 41 Stiller Held: Martin Cooper Dank Martin Cooper haben wir heute alle ein Mobiltelefon in der Tasche 42 Kleines Tool, großer Schaden Die Lücke Log4j gilt als eine der ge- fährlichsten der vergangenen Jahren 44 So schützen Sie Ihr Heimnetz Die FritzBox ist der Dreh- und Angel- punkt für alle Geräte im Heimnetz. Daher fängt der Schutz vor Bedrohun- gen und Spionage bei Ihrem Router an TEST 54 Der neue König im Notebook-Revier Das MacBook Pro mit einem M1-Chip bringt Top-Leistung bei langer Laufzeit und ist so leise wie ein Ultrabook 58 Safety-Check für Internet-Browser CHIP hat sieben Browser auf Sicherheit und Datenschutz getestet 64 Erzeugen Sie Ihren Strom selbst Wir haben Online-Anbieter von Photovoltaikanlagen getestet 68 Innovative Firmen aus Deutschland Patentanalyse von deutschen Firmen zum Thema digitale Neuerungen 71 CHIP empfiehlt: Razer Kiyo Pro Die Razer Kiyo Pro ist eine starke Webcam auch für dunkle Settings 72 CHIP365: Smartes Licht Kein Bereich im Smarthome bietet so viele Möglichkeiten wie das Licht 76 Hardware Einzeltests Dell Inspiron 16 Plus 7610, Microsoft Surface Pro 8 und mehr im Test 84 Software Einzeltests Nero Platinum Suite 2022, ID Protecti- on, Backup Pro 16 und mehr im Test 86 App-Tests Die besten neuen Smartphone- und Tablet-Anwendungen 88 CHIP Top Ten Die besten Produkte aus 30 Kategorien in Testtabellen 92 CPU und GPU Guide Das neueste zu Notebook- und PC- Proozessoren; plus aktuelle Tabellen PRAXIS 94 Windows-Crash! Was tun? Notfallhilfe für den PC: Fünf Schritte lösen die meisten Windows-Probleme 100 Anmelden ohne nervige Passwörter Kennwortlose Konten: Sicherer, besser und bequemer als jedes Passwort 104 Technik-Lexikon Matter vereinigt Smarthome-Systeme von Apple, Amazon, Google & Co 106 Großputz für die Festplatte Mit diesen Tipps finden Sie große Dateien und machen Speicherplatz frei 112 Verbunden mit der Haustür Sehen Sie überall, wer vor der Tür steht und öffnen Sie die Tür per App 116 Alle Daten synchron mit Syncthing Mit dem Tool Syncthing lassen sich Dateien bequem synchronisieren 122 Tipps & Tricks Geballtes Know-how für Windows, Office, Netzwerke und Fotografie RUBRIKEN 3 Editorial 6 Leserbriefe 121 Direktmarkt 136 DVD-Seiten 145 Impressum 146 Vorschau INHALT c Ausgabe 03/2022 TITEL: ILYAKALININ, ANDRESR, AICLE, PHOCHI, IYADSM, SPAINTER_VFX, KOOSEN / GETTY IMAGES; HERSTELLER INHALT I. UZS V. RE. O: SWEETYM, POPOVAPHOTO, JAMIELAWTON, VLADWEL; ROBERTAX; POLYGRAPHUS, SUPIRLOKO89; FILISTIMLYANIN / GETTY IMAGES; HERSTELLER Ihre virtuellen DVDs 94 CHIP-DVD: Windows Notfallhilfe bei Windows-Crash: Diese Tools helfen Ihnen 136 CHIP-DVD: Tools Kaufprogramme gratis für Multi- media, Sicherheit & Datenschutz 140 CHIP-DVD: Freeware Wir stellen Ihnen neun starke Gratis-Programme vor 142 CHIP-Premium-DVD: Homeoffice E-Books und Software: So klappt es mit dem Homeoffice 44 CHIP-Premium-DVD: WLAN Die besten Tools zum Schutz Ihres Heimnetzes C H I P < 2 0 2 2 < 0 3 < 5 LTE wäre schon toll Tatsächlich cool: Technik für 2022 CHIP 02/22 – Seite 3 Sehr geehrter Herr Reitberger, Sie erleben LTE als Steinzeit, wenn Sie im 5G-Netz surfen. Ich kann nicht für andere Men- schen in der deutschen Provinz reden, aber ich erlebe meinen 25 MBit/s schnel- len Festnetzanschluss als enorm schnell. Kleiner Einschub dazu: Wenn es nicht einen regionalen privaten Anbieter gäbe, hätte ich gerade einmal mickrige 1 MBit/s von der Telekom, von anderen namhaften Anbietern gar nicht zu reden. Vergessen Sie nicht, dass es viele Menschen in Deutschland gibt, die über irgendein 4G- Signal froh wären, von schnellem LTE oder 5G gar nicht zu reden. Soviel zum Thema Gleichbehandlung nach 16 Jahren Angela Merkel. Michael Blank per Mail Mindestens Windows 10 Keine Chance für Malwarebiester? CHIP 02/22 – Seite 64 Seit gut 15 Jahren benutze ich Zone- Alarm-Security als Virenschutz für mei- nen PC. Ich arbeite noch mit einem Pa- ckard-Bell und Windows 7. Ich bin nicht lange im Internet meistens nur für gut eine Stunde, ansonsten arbeite mit dem Laptop ohne Netz. Also käme für mich auch Windows 10 oder 11 nicht in Frage, weil diese immer eine Internetverbindung voraussetzen. Meine Daten sichere ich schon seit Jahren auf externen Speicher- geräten und habe noch keine Schwierig- keiten bekommen. Ich erhalte regelmäßig Updates für mein Virenprogramm, hatte nur einmal Probleme und habe mich per Mail gemeldet. Am selben Abend nach einer guten Stunde Support war wieder alles in Ordnung. Ich bin jetzt 72 und wer- de bis zum Ende bei meinem PC und mei- nem aktuellen Windows bleiben, da ich nebenbei noch einen Rechner mit Win- dows ME und einen mit DOS betreibe. Thomas Rosenau per Mail Wenn Sie nur sporadisch sowie mit Be- dacht im Internet unterwegs sind, gibt es keinen Grund, den AV-Anbieter zu wech- seln. Einen guten Grundschutz bieten alle etablierten AV-Programme. Andererseits sollten Sie sich überlegen, auf Windows 10 umzusteigen, denn Windows 7 weist eine Reihe von Sicherheitslücken auf, die Microsoft nicht mehr schließt, so dass ein Angreifer von außen über diese leicht Zugriff auf Ihr System bekommen kann. Windows 10 lässt sich auch mit einem Offline-Konto betreiben. Sie müssen bei der Installation nur ein bisschen aufpas- sen, da das Offline-Konto eine Option ist, die Microsoft nicht empfiehlt und somit auch nicht darauf aufmerksam macht. Redaktion CHIP Microsofts Beschränkungen Windows 11-Tricks zum Weitersagen CHIP 02/22 – S.92 Anfangs habe ich mich über die von Mic- rosoft eingeführten Beschränkungen bezüglich Windows 11 geärgert. Sobald aber die Anleitung zum Umgehen der Beschränkungen da waren, habe ich sofort das Update auf die Version 11 durchge- führt. Danach musste ich für den Drucker/ Scanner Epson XP-6000 von Epson noch Firmware-Updates sowie neue Anwen- dungssoftware herunterladen, denn der Drucker funktionierte, aber der Scanner wurde nicht erkannt. Von ähnlichen Pro- blemen wurden offensichtlich eine ganze Reihe von Peripherieherstellern „kalt“ erwischt. Bei Scannern habe ich eine sehr gute herstellerunabhängige Software ins- talliert: VueScan von Hamrick. Hamrick hat es sich zur Aufgabe gemacht, ältere Scanner funktionsfähig zu halten, auch wenn die Hersteller keine Updates mehr liefern. Ich habe damit neben dem Scan- ner meines Kombigerätes auch einen älte- ren Epson Perfection 2450 Photo Flach- bettscannerz sowie einen Kleinbild-Dia/ Filmscanner seit Windows XP im Einsatz. Markus Schmidt per Mail In Rechner und Peripherie habe ich viel Geld investiert. Nun sagt Microsoft, meine drei PCs seien nicht kompatibel zu Win- dows 11. Scanner (SCSI Photo, USB Photo und Flachbett), sowie die drei Drucker schon gar nicht. Das fühle sich für mich so an, als würde ein Auto-Hersteller wie VW oder BMW vorschlagen, ich solle mir schnell ein neues Auto kaufen, weil gerade der Tank leer ist – nein danke. Dieter E. Koop per Mail KONTAKT Leserbriefe Redaktion CHIP Stichwort: Leserbrief St.-Martin-Straße 66, 81541 München Fax: +49 89 92 50 44 13 E-Mail: redaktion@chip.de Web: facebook.com/chip Sie können per Mail auch direkt Kontakt zu den Autoren aufnehmen: redaktion@chip.de Abonnement CHIP-Aboservice Postfach 225, 77649 Offenburg Tel.: 0781 6 39 45 26 E-Mail: abo@chip.de Web: chip-kiosk.de DVD- und Heftnachbestellungen CHIP Kiosk Web: chip-kiosk.de Alle weiteren Adressen finden Sie im Impressum. „Ich wäre froh, wenn 2022 die Mondpreise von PC-Komponenten geerdet würden.“ Stefan Burkhardt Eine Partition zu viel Windows ohne Update-Stress CHIP 02/22 – Seite 96 Ich betreibe vier Rechner. Bei dreien war es so, wie Sie es beschrieben haben. In fünf Minuten war alles erledigt. Aber aus- gerechnet mein Arbeits-PC „muckte“. Das Update kam und kam nicht. Daraufhin habe ich das Update selbst initiiert. Der Installationsprozess hat fast drei Stunden gedauert, mehrfach wurde der PC neu gestartet. Mein System funktioniert seit- dem problemlos. Erstaunlich finde ich, dass meine Systemplatte jetzt zwei Wie- derherstellungspartitionen hat. Beim Up- date von 21H1 auf 21H2 wurde eine zweite Partition angelegt. Nun sind also dort zwei zu finden mit 570 MByte und 855 MByte. Die Partitionen zu entfernen, ist keine Option, oder sehen Sie das anders? Ich möchte mir keine „Sammlung“ von Wiederherstellungspartitionen zulegen. Gerhard Müller per Mail Aus unterschiedlichen Gründen kann es passieren, dass Sie zwei Wiederherstel- lungspartitionen auf Ihrem System vor- finden - zum Beispiel von einer früheren Installation. In einem solchen Fall sollten Sie zunächst einmal herausfinden, welche Wiederherstellungspartition aktiv ist. Windows hat das Kommandozeilen-Tool „REAgentC“ an Bord, das mit dem Befehl „/info“ diese Information anzeigt. Danach können Sie die inaktive Partition mit dem Systemtool DiskPart oder einfacher über eine externe Partitionierungs-Software, zum Beispiel von Paragon, löschen. Redaktion CHIP 6 > 0 3 > 2 0 2 2 > C H I P L E S E R B R I E F E Dieser Text zeigt evtl. Pro- bleme beim Text an Deutschlands #1 für Ihren Arztbesuch Nicht nur verarzten. Sondern vertrauen. Mit jameda zur passenden Behandlung. Jetzt suchen & buchen! www.jameda.de Wunscharzt finden Termin 24/7 online buchen Videosprechstunde nutzen Die ersten Technik- Highlights 2022 Innovations-Roadmap Dieses Jahr verspricht viele spannende und coole Geräte und Technologien. Von neuen Fernsehern über Handys bis hin zu stärkeren Prozessoren dürfen wir einiges erwarten – eine erste Übersicht geben wir Ihnen hier V O N T H O R S T E N F R A N K E - H A V E R K A M P D as Jahr 2022 hat bereits stark ange- fangen: Obwohl die Elektronik- messe CES pandemiebedingt mit weniger Besuchern auskommen musste, gab es eine Vielzahl an Innovationen. Auf dem Mobile World Congress (MWC) im Februar und März werden die großen Han- dy-Highlights folgen. Besonders im Fokus wird Qualcomms neuer Super-SoC Snap- dragon 8 stehen, der erstmalig im 4nm- Verfahren gefertigt wird und vermutlich das Samsung Galaxy S22 antreibt. Faszinierende neue Technik Bei so vielen neuen Geräten fällt es schwer, eine Auswahl zu treffen, denn diese ist na- turgemäß immer subjektiv. Wir haben es trotzdem gewagt und stellen Ihnen auf den nächsten Seiten die Geräte und In- novationen vor, auf die wir uns besonders freuen. Hierzu gehören beispielsweise die neuen Notebooks, die in den nächsten Monaten erhältlich sein werden. In jeder Leistungsklasse und vielen Formfaktoren gibt es performante, attraktive Modelle. Sogar ein Laptop mit faltbarem Display ist mit dabei – aber lesen Sie selbst. ILLUSTRATION: FOURLEAFLOVER-/GETTY IMAGES ; FOTOS: AMD, AOC, APPLE, ASUS, INTEL, CHIP/BELKIS KÖZ, SAMSUNG, SONY 8 > 0 3 > 2 0 2 2 > C H I P T R E N D > R O A D M A P 2 0 2 2 Sony PlayStation VR2 Virtual Reality 2.0 Um Sonys VR-System war es zuletzt etwas ruhig gewor- den. Doch das soll sich ändern: Auf der CES hat Sony das neue Headset VR2 für die PlayStation 5 angekündigt. Die OLED-Displays lösen jeweils mit 2.000 × 2.040 Pi- xeln auf, die Bildwiederholrate liegt bei 90 oder 120 Hz. Haptisches Feedback liefert ein Vibrationsmotor in der Brille. Das erste Spiel für die PS VR2: Horizon Call of the Mountain. Preis bisher: 800 Euro Aktuelles Modell: PlayStation VR Headset Rev. 2 C H I P < 2 0 2 2 < 0 3 < 9 R O A D M A P 2 0 2 2 < T R E N D Apple M2, AMD Zen 4 & Intel Raptor Lake Neue Prozessoren Apple hängt mit seinen eigenen CPUs der- zeit die gesamte andere ARM-Konkurrenz ab. In diesem Jahr kommt zum M1, M1 Pro und M1 Max noch der M2 hinzu. Intel kon- tert zunächst mit der Notebook-Variante seiner zwölften Prozessorgeneration („Alder Lake“). Doch die 13. Generation („Raptor Lake“) mit bis zu 24 Kernen und 32 Threads steht schon bereit. Da darf man gespannt sein, wann AMD die ersten CPUs seiner Zen-4-Architektur (gefertigt im 5nm-Verfahren) an den Start schickt. Im Herbst soll es mit den ersten Ryzen- 7000-Modellen mit DDR5-Support und PCI2 5.0 so weit sein. Dann steht auch der Wechsel auf die neue AM5-Plattform an. Samsung The Freestyle Mobiler LED-Beamer Der mobile LED-Projektor von Samsung erinnert an einen Studio-Scheinwerfer, ist aber ein komplettes Entertainment-Paket. Der schwenkbare Beamer ist ab Februar erhältlich. Er projiziert Bilder in Full-HD und liefert dank Passivradiator-Lautsprecher 360-Grad-Sound gleich mit. Strom bezieht er über USB-C. Pünktlich zum Frühlingsan- fang will Samsung einen passenden Akku als Zubehör anbieten. Preis: ca. 1.000 Euro Asus Zenbook 17 Fold Notebook mit Faltdisplay Das Zenbook 17 Fold von Asus ist das erste 17,3-Zoll-Notebook mit Faltdisplay. So lassen sich aus dem 2,5K-Bildschirm im 4:3-Format zwei kleine Displays in Full-HD machen. Zusammen mit der Bluetooth-Tastatur entehen so völlig neue Anwendungsmöglichkeiten. Das Gerät ist ab Jahresmitte erhältlich. AOC Agon Pro AG274QGM 300-Hertz-Monitor Der 27 Zoll große Monitor mit WQHD-Auflösung (2.560 x 1.440) wartet mit einer superschnellen Bildwiderholrate von 300 Hertz auf. Er unterstützt wie die ebenfalls angekündigten Highspeed-Modelle von Asus, MSI und ViewSonic den Standard Nvidia G-Sync Ultimate. Kaufen kann man ihn vermutlich frühestens zur Jahresmitte. Razer Enki Pro Hypersense Stuhl mit Feedback Künftig kann man sich bei Rennspielen nicht nur vorstellen, wie der Sportwagen über eine Bodenwelle brettert – der Game-Chair macht es erlebbar. Für viele Aktionen im Spiel gibt es dann ein haptisches Feedback. Unterstützt werden über 2.200 Games, darunter F1 2021, Forza Horizon 5 und Assassin’s Creed Valhalla. Der Stuhl wurde zusammen mit dem Immersionsspezialisten D-Box entwickelt und erscheint vermutlich im Laufe des Jahres. Acer Nitro 5 Gaming-Notebook Ab April ist das Acer Nitro 5 mit AMD- Prozessor erhältlich. Es lockt Spieler mit starker Grafik von Nvidia bei ver- gleichsweise moderaten Preisen. Den Gaming-Boliden gibt es wahlweise auch mit Intel-CPU. Die Konfiguration reicht bis zur RTX 3070 Ti Laptop. Preis: ab 1.600 Euro Intel Arc A350 & A380 Grafikchip von Intel Intel möchte mit seinen Arc-Grafik- lösungen eine Alternative zu AMD und Nvidia bieten. Der erste Release unter dem Codenamen „Alchemist“ sollte eigentlich im ersten Quartal erfolgen. Wir schätzen jedoch, dass es noch bis zum zweiten Quartal 2022 dauern wird. FOTOS: ACER, APPLE, , INTEL, LENOVO, QUALCOMM, RAZER, SAMSUNG, SONY, ZOTAC Samsung Galaxy S22 Samsungs Flaggschiff Das neue Galaxy S22 wird es in drei verschiedenen Varianten geben. Statt des ursprünglich geplanten eigenen Exynos-2200-Chips soll der Snapdra- gon 8 Gen 1 zum Einsatz kommen. Aufgrund der Chip-Knappheit und des höheren Preises des Qualcomm- SoCs werden die neuen Modelle ver- mutlich rund 100 Euro mehr kosten als das Samsung Galaxy S21. Preise: ca. 950 Euro (Galaxy S22), 1.100 Euro (S22+), 1.400 Euro (S22 Ultra) 1 0 > 0 3 > 2 0 2 2 > C H I P T R E N D > R O A D M A P 2 0 2 2 AMD Radeon RX 6500XT & Nvidia RTX 3050 Günstige Grafikkarten Die Verfügbarkeit für Endkunden wird spannend: AMD bringt zu Beginn des Jahres eine 200 Dollar günstige Gaming-Grafikkarte. Sie arbeitet mit neuer GPU (Navi 24), ist aber auf 16 Compute Units und maximal 4 GByte VRAM beschränkt. Auch die NVIDIA RTX 3050 wäre mit 250 Dollar (UVP) ein echtes Schnäppchen. Sie bietet bis zu 8 GByte DDR6-VRAM und 2.560 CUDA-Cores. Preis: ab 300 Euro (RX 6500XT von Asus) Preis: k.A. (RTX 3050 von Zotac) Apple Self Service Repair Bastler an den Mac Bereits im letzten Jahr hat Apple sein Self-Service-Reparatur- programm für iPhones angekündigt. In diesem Jahr folgen die Macs mit M1-Chip. Reparaturhandbücher, Apple-Originalteile und Spezialwerkzeuge erhalten dann nicht nur Vertragspart- ner, sondern auch technikversierte Privatkunden. Für die Self- Service-Reparatur soll es einen eigenen Online-Store geben. Das Programm startet im Frühjahr in den USA und wird im Laufe des Jahres auf mehr Länder ausgeweitet. Sony XR-55A95K und XR-65A95K QD-OLED von Sony Auf der CES hat Sony die ersten Fernseher mit neuer OLED-Displaytechnik vorgestellt. Die „Quantum-Dot- OLEDs“ arbeiten mit einem blauen OLED-Panel mit darüber gelegten Schichten von roten und grünen Nanokristallen, den sogenannten Quantenpunkten. Dies soll zu einer deutlich höheren Farbintensität und Helligkeit führen. Zwei 4K-Premium-Modelle (55 und 65 Zoll) sind bereits angekündigt. Lenovo Yoga 7i Portables Convertible Lenovo präsentiert die mittlerweile siebte Ge- neration seiner 2-in-1-Tablets. Das 14 Zoll kleine Convertible erscheint im April und punktet mit einem 2,8K-OLED-Touchscreen. Preis: ab 1.100 Euro C H I P < 2 0 2 2 < 0 3 < 1 1 R O A D M A P 2 0 2 2 < T R E N D Neue FritzBoxen mit Wi-Fi-6 Der aktuelle WLAN-Standard Wi-Fi-6 ermöglicht hohes Tempo für viele Clients gleichzeitig. Zudem liefern Glasfaser- und Kabel-Inter- netanschlüsse genug Bandbreite, um Wi-Fi-6 auch wirklich auszulas- ten. Die Berliner WLAN-Spezialisten von AVM tragen dem mit zwei neuen Modellen Rechnung. Die FritzBox 4460 (Foto links) ca. 260 Euro) ohne eigenes Modem eignet sich zum Anschluss an einfache Glasfaser- oder Kabelmodems, die der Provider bereitstellt. Sie funkt mit drei 4x4- Antennen (2x 2.400 MBit/s in 5 GHz und 1x 1.200 MBit/s in 2,4 GHz) und bietet neben einem 2,5 GBit schnel- len WAN-Anschluss drei 1-GBit- LAN-Ports. Die 6690 Cable (ca. 320 Euro) bringt ein DOCSIS-3.1-Kabelmodem mit, das bis zu 6 GBit/s im Downstream ermöglicht und 2 GBit/s im Upstre- am. Die WLAN- und LAN-Ausstat- tung entspricht der 4460. Beide Ge- räte unterstützen DECT zur Anbindung drahtloser Telefone und Smart-Home-Komponenten. Gefährliches Signal: Kryptogeld anonym überweisen Der Messenger Signal hat nicht die Bedeu- tung von WhatsApp, aber seine Fans schät- zen ihn wegen seiner Datensparsamkeit und der sicheren Ende-zu- Ende-Verschlüsselung. Mit der Einbindung des Krypto-Zahlungssys- tems Mobile Coin er- hält er nun ein lange geplantes neues Fea- ture, das für Aufregung sorgt. Denn ab jetzt können User anonyme Zahlungen in dieser Kryptowährung täti- gen, die niemand von außen einsehen kann. Kritiker befürchten, dass diese Aktion die Regulierung von Kryp- towährungen oder den Einbau von Backdoors von Seiten staatlicher Behörden nur weiter anheizen wird. In der Patentfalle: Downgrade-Zwang für Google-Produkte Sonos hat in den USA einen Patentstreit ge- gen Google gewonnen. Laut der Handelsbe- hörde ITC verletzt Google fünf Sonos- Patente und darf seine Smart-Home-Produk- te und smarten Laut- sprecher in der jetzi- gen Form nicht mehr anbieten. Google muss diese Patente in seinen schon ausgelieferten Produkten umgehen, um einen Verkaufs- stopp zu verhindern. Die nötigen Änderun- gen landen per Soft- ware-Update auf den Geräten, was bedeutet, auf Käufer kommen ein paar Einschrän- kungen bei der Audio- Wiedergabe, der Laut- stärkeregelung und der Anbindung an das WLAN zu. Mehr Speicher mit Mikrowellen Toshiba ist ein wichtiger technischer Durchbruch bei den Magnet-Festplatten gelungen. Dank MAS-MAMR werden sie künftig bis zu 50 TByte speichern können E ine Festplatte, die den kompletten digitalen Input eines modernen Netz- bürgers und Smartphone-Knipsers auf- nehmen kann, verlangt eine Menge an Speicherplatz. Leider ist es seit einiger Zeit um die Weiterentwicklung von immer größeren Magnet-Festplatten ruhig ge- worden. Zwar gab es in den letzten Jahren kleine technische Durchbrüche, so dass das aktuelle Fassungslimit von 3,5-Zoll- Laufwerken bei 20 TByte liegt. Aber Versprechen, die vor über zehn Jahren aufhorchen ließen, wurden nicht erfüllt. Festplatten mit einem Fassungsvermögen bis 100 TByte lassen auf sich warten und sind technisch bisher nicht möglich. Das könnte sich aber bald ändern. Toshiba hat einen Durchbruch bei der Entwicklung von Festplatten mit Micro- wave Assisted Magnetic Recording (MAMR) verkündet und einen Prototyp vorgeführt. Bei MAMR sorgt ein Mikro- wellen-Oszillator in den Schreibköpfen dafür, dass er seine Daten in höherer Dichte auf die Metallplatte schreiben kann. Mikrowellenstrahlen präparieren die Metallteilchen vor, so dass der Magnet im Schreibkopf sie richtig ausrichten kann. Ohne diese Präparierung lassen sich die magnetisierbaren Bereiche auf den Metallscheiben nicht weiter verkleinern – und die HDD-Technik wäre am Ende. MAMR-Platten wie die SG09 (siehe Bild oben) mit einem einfachen Mikro- wellen-Oszillator liefert Toshiba schon aus, aber weit kommt man damit nicht. Eine deutlich höhere Speicherdichte ver- spricht hingegen das Microwave Assisted Switching-MAMR (MAS-MAMR). Dort wird in den Schreibköpfen ein doppelter Mikrowellen-Oszillator eingebaut. Er kann stärker fokussierte Mikrowellen bei gleichzeitig höherer Effizienz erzeugen. Toshiba geht von einer Verdreifachung der Speicherdichte aus, was bedeutet, dass eine heutige 16 TByte große, her- kömmliche MAMR-HDD dank der MAS- MAMR-Technik rund 48 TByte an Daten speichern kann. Im nächsten Schritt peilt Toshiba die Umsetzung von 30 TByte gro- ßen Festplatten mit dieser Technik an. FOTOS: HERSTELLER 1 2 > 0 3 > 2 0 2 2 > C H I P T R E N D > N E W S E ine gute Umarmung – damit hat schon so mancher Mensch Schwierigkeiten: Wie fest drückt man? Und wie lange? Bes- ser soll es der „HuggieBot“ können, das Vorzeigeprojekt der Abteilung Haptische Intelligenz des Max-Planck-Instituts für intelligente Systeme in Stuttgart. Auf Grundlage eines kommer- ziellen, gefühllosen Robo- ters bildet er einen menschlichen Oberkörper nach, mit aufblas- und beheizbarer Brust sowie kräftigen, aber weich ge- polsterten und höchst sen- sibel gesteuerten Armen – sowie vielen Sensoren. Diese vermessen zunächst den zu umarmenden Men- schen, sodass es zu keinen linkischen Fehlgriffen kommt, ein als angenehm empfundener Umar- mungsdruck hergestellt und die Aktion elegant wieder beendet wird, wenn sich der Mensch zurücklehnt oder sonstwie erkennen lässt, dass es nun genug ist. Bevor Neid auf die hunderte Male umarm- ten Testpersonen aufkommt: Das Projekt hat durchaus einen ernsten Hintergrund. Der demographische Wan- del könnte es nötig ma- chen, dass künftig Roboter in der Pflege etwa Patien- ten umbetten oder ander- weitig bewegen. Damit das für die zu Behandelnden nicht zum Horrortrip wird, sind solche menschenkom- patibel sensiblen Maschi- nen nötig. Wer jetzt eine Umarmung nötig hat: Die Maschine steht in Stutt- gart. Ob sie öffentliche Um- armungs-Termine gibt, wurde nicht bekannt. Umarmungsmaschine Der HuggieBot soll menschliche Nähe täuschend ähnlich simulieren Nichts geht ohne Chip Der Umarmungsroboter HuggieBot ist als For- schungsprojekt nicht käuflich zu erwerben. Der neue REAL BLUE NC Guter Sound ist echt. Wir haben den preisgekrönten Kopfhörer rundum erneuert. Er liefert nun ein noch besseres Active Noise Cancelling, eine noch längere Laufzeit sowie den besten Sound in dieser Klasse. Ein Kopfhörer, der immer passt und immer begeistert: für jedes Genre, für Games, für Filmton, unterwegs und natürlich fürs Homeoffice. teufel.de N E W S < T R E N D Datenschutz: Wo bleibt das Bußgeld für Behörden? Unternehmen drohen bei Datenschutz- verstößen empfindliche Strafen. Behör- den aber kommen ungeschoren davon. Ende November stürzte in Mainz ein Mann nach einem Kneipenbesuch und starb. Die Polizei suchte routinemäßig nach Zeugen und fragte beim Gesund- heitsamt nach den Kontaktdaten der in der Unfallnacht anwesenden Kneipen- gäste – die waren via Luca-App erhoben worden. Das Amt rückte die Daten raus. Seither steht (mal wieder) Luca als unsi- chere Datenschleuder in der Kritik. Ein absurder Vorwurf, Gesundheitsamt und Polizei haben gesetzeswidrig gehandelt. Im Zuge der Corona-Kontaktnachverfol- gung erhobene Daten dürfen nicht für die Strafverfolgung genutzt werden. Mit dem Argument wirbt sogar die Landesregie- rung Rheinland-Pfalz auf ihrer Webseite für die Luca-App. Allerdings erhalten Behörden laut Recherchen des SWR re- gelmäßig Polizei-Anfragen nach Luca- Daten. Warum auch nicht, die Listen spa- ren ja eine Menge Arbeit. Dass die Daten nicht genutzt werden dürfen, juckt bei Polizei und Gesundheitsamt niemanden. Laut Paragraf 43 Abs. 3 des Bundesdaten- schutzgesetztes werden gegen Behörden bei Datenschutzverstößen keine Geldbu- ßen verhängt. Unternehmen zahlen bis zu vier Prozent ihres Jahresumsatzes – also hohe Millionenbeträge. Diesen Schmerz sollten auch Behörden spüren. Anders ist bei Staatsdienern wohl kein Bewusstsein dafür zu wecken, was sie mit ihrem Han- deln anrichten. Sie zerstören das Ver- trauen in staatliche Institutionen – und streuen bei den Bürgern Zweifel am Nut- zen der Digitalisierung. Was ist Ihre Meinung? Schreiben Sie uns an redaktion@chip.de Rebell gegen Gratis-Kultur Schnauze voll von der Selbstbedienung: Marak, der Entwickler zweier oft genutzter Open-Source- Bibliotheken, sabotiert seinen eigenen Code O pen Source ist ein tolles Konzept, denn Code, der unter dieser offenen Lizenz veröffentlicht wird, können Ent- wickler umstandslos für ihre eigenen Pro- jekte verwenden. Open Source hat auch etwas von Basis-Demokratie, denn große Konzerne können die Weiterentwicklung von Software nicht einfach monopolisie- ren – Linux ist das beste Beispiel. Inzwi- schen gibt es auf Plattformen wie Github Millionen von Code-Bibliotheken, soge- nannte Repositories, aus denen sich krea- tive Köpfe häufig bedienen. Allerdings gerät das Konzept zuneh- mend in eine Schieflage (siehe auch S.42), an der große Konzerne wie Amazon, Goo- gle und Microsoft nicht ganz unschuldig sind, denn auch die billionenschweren Tech-Giganten greifen sehr gerne auf die offenen Code-Schnipsel zurück und bauen sie in ihre Produkte ein. Das hat zur Folge, dass auf den Schul- tern eines Entwicklers, der in seiner Frei- zeit ein solches Repository bereitstellt und pflegt, die Stabilität von großen Software- Projekten und Tausenden Apps ruht. Die- ser macht gratis eine Arbeit, für die er in der Branche einen fetten Obolus beziehen würde. Einem Entwickler, der unter dem Namen Marak agiert, ist nun der Kragen geplatzt. Er betreut die Open-Source- Projekte color.js sowie Faker.js und hat die neuesten Versionen durch sinnlosen Code unbrauchbar gemacht. Color.js enthält eine Endlosschleife und gibt nach drei Zeilen des Wortes „LIBERTY“ nur noch Code-Salat aus (siehe oben). In seinem Github-Forum hat Marak seine Haltung dokumentiert: „Ich werde nicht länger Fortune-500-Unternehmen mit meiner freien Arbeit unterstützen. Sendet mir einen sechsstelligen Jahresvertrag oder kümmert euch selber um den Code.“ Das sollten sich die angesprochenen Unternehmen durchaus überlegen. Faker. js zählt 2,5 Millionen Downloads pro Wo- che und color.js haben 23 Millionen Ent- wickler heruntergeladen. 19.000 Projekte sind allein von diesem Repository direkt abhängig, darunter auch das AWS Cloud Development Kit von Amazon. „Staatsdiener zer- stören Vertrauen und streuen Zweifel am Nutzen der Digitalisierung“ Andreas Hentschel leitender Redakteur, CHIP 1 4 > 0 3 > 2 0 2 2 > C H I P T R E N D > N E W S Instagram schlägt Teenagern Magersucht vor Klar, Instagram schlägt seinen Nutzern Inhalte vor, für die sie sich interessieren. Das tut es aber auch, wenn es um Jugendliche und die Glorifizierung von Ma- gersucht geht. Das fan- den Journalisten von Süddeutscher Zeitung, NDR, WDR und Tame- dia heraus. Sie hatten Testkonten angelegt, die nach wenigen Klicks auf Fotos und Profile von krankhaft Magersüchtigen schnell mit ähnlichen Inhalten geflutet wur- den. Zudem meldeten sich schnell „Coaches“, die den vermeintlichen Mädchen beim weite- ren Abnehmen „hel- fen“ wollten. Google Meet über- setzt Meetings in Echtzeit In internationalen Unternehmen können Videokonferenzen kompliziert werden: Entweder es gibt meh- rere Termine in ver- schiedenen Sprachen, oder es muss eine Si- multanübersetzung her. Googles Konfe- renzsoftware Meet kann künftig automa- tisch transkribierte und in verschiedene Sprachen übersetzte Untertitel anzeigen. Die Meeting-Teilneh- mer sprechen dabei Englisch und jeder Teilnehmer kann Un- tertitel auf Englisch, Deutsch, Französisch, Portugiesisch oder Spanisch anzeigen lassen – das soll auf mobilen und Desktop- Clients funktionieren. 12 Milliarden Dollar an Kryptogeld wurden im letzten Jahrzehnt geklaut, haben die Blockchain-Spezialisten von Crystal ermittelt Canon „fälscht“ eigene Toner Der allgegenwärtige Chipmangel treibt lustige Blüten. Canon sichert, wie andere Druckerhersteller auch, seine Tintenpatronen und Toner- kartuschen mithilfe von Chips gegen günstigere Dritthersteller. Genau diese einfachen und normalerweise für niedrige Centbeträge verkauften Chips sind der japanischen Firma nun aber ausgegangen, weshalb jetzt die Original-Verbrauchsmate- rialien für die Büro-Multifunktions- drucker der Imagerunner-Serie oh- ne Chips ausgeliefert werden. Die deswegen erscheinenden Warnhin- weise könne man getrost und ohne nachteilige Auswirkungen auf die Druckqualität einfach wegklicken, rät der Hersteller seinen Kunden. Dazu dokumentiert der Hersteller minutiös, welche – offensichtlich technisch vollkommen sinnlosen – Fehlermeldungen möglicherweise aufpoppen können, und mit welchen Hackertricks die Nutzer bei falschen Restreichweite-Angaben ihr Gerät doch wieder zum Drucken überreden können. Canon und alle anderen Druckerhersteller können sich aber sicher sein: Kein einziger Kunde wird etwas dagegen haben, wenn die sinnlosen Verteuerungs-Chips auch nach Ende des Chipmangels nie wie- der zurückkommen. Dann war da noch ... ... der Defibrillator, der aus der Luft kam bzw. von einer Drohne angeliefert wurde, und dadurch das Leben eines 71-jährigen Schweden rettete. ... die immergrüne Fußgängerampel in Karlsruhe, die nur dann auf Rot springt, wenn ihr Sensor fest- stellt, dass sich ein Auto nähert. ...der ITler einer US- Anwaltskanzlei, der seinen 90.000-Dollar- Job mit einem einzigen Skript vollständig automatisiert hat und seit einem Jahr wäh- rend der Arbeit nur noch Games zockt. Out of the Box: Windows 11 liest 5,25-Zoll-Disketten sauber ein Wundern darf man sich schon über Microsoft: Da erhalten viele Millio- nen Windows-Nutzer die Meldung, dass ihr relativ neuer PC leider nicht die Mindestanforderungen für Win- dows 11 erfülle. Dabei geht es auch ganz anders, wie der YouTuber Jrcraft in einem Video beweist. Dort zeigt er, wie Windows 11 nach dem Einstecken einer uralten Diskette und dem typischen Klackern des Floppy-Laufwerks diese direkt er- kennt. Was heißt, Windows 11 hält immer noch einen Diskettentreiber vor und hat sogar ein brandneues Floppy-Icon bekommen. Auch das gespeicherte Bild auf der Diskette kann Windows 11 problemlos öffnen. Die größte Herausforderung für Jrcraft war, ein Mainboard für eine 64-Bit-fähige CPU aufzutreiben, dass über einen 34-Pin-Anschluss verfügt und dessen BIOS diesen An- schlusstyp noch unterstützt. Beim Gigabyte GA-MA7GPM-DS2H Rev-1 wurde er fündig. Neben einem alten Floppy-Laufwerk braucht man noch das passende Kabel, und los geht‘s. PC-Markt wächst 2021 zum zweiten Mal in Folge Seit 2010 kannte der weltweite PC-Markt nur eine Richtung: nach unten. Erst in der Pandemie, mit ver- stärktem Arbeiten und Lernen daheim, wuchs der Markt von 2019 zu 2020 um 11-13 Prozent auf rund 300 Millionen verkaufte Rechner. Der Trend setzte sich auch 2021 fort: Die Markt- forscher von Gartner berechneten 340 Mil- lionen PCs, die Kolle- gen von IDC 349 Milli- onen – ein Wachstum zum Vorjahr von 10 bis 15 Prozent. Das Ab- satzplus ist laut der Experten weiterhin auf den Bedarf durch Home-Office und -Schooling zurückzu- führen – doch auch der private Markt (z.B. Gaming) sei stark. FOTO: YOUTUBE FOTO: HANOHIKI/GETTY IMAGES C H I P < 2 0 2 2 < 0 3 < 1 5 N E W S < T R E N D Wahnsinnsbotschaften stoppen – aber wie? Hass-Attacken im Internet Mit Gesetzen und Maßnahmen will die Bundesregierung soziale Netzwerke dazu bringen, mehr gegen strafbare Inhalte zu unternehmen. Besonders im Fall des Messengers Telegram sind Zweifel angebracht, ob das klappen kann V O N R O M A N L E I P O L D S eit dem 1. Februar kümmert sich das Bundeskriminalamt (BKA) um ein weiteres Aufgabengebiet. Rund 200 Beamtinnen und Beamte spüren in der „Zentralen Meldestelle für strafbare In- halte im Internet (ZMI)“ der Hasskrimi- nalität in sozialen Netzwerken nach. Ihren neuen Job verdanken die Krimi- nalen einer Novelle des Netzwerk-Durch- setzungsgesetzes (NetzDG). Dessen Para- graf 3a verpflichtet soziale Netzwerke, potenziell strafbare Inhalte nicht nur wie bisher zu löschen, sondern sie auch an das BKA zu melden. Dabei geht es um Taten, die in besonderer Weise die Allgemeinheit betreffen, nicht aber um Antragsdelikte wie Verleumdung oder Beleidigung, bei denen das Opfer selbst aktiv werden muss. Für eine Meldepflicht müssen Anhalts- punkte für bestimmte Straftaten vorlie- gen, bei denen die Gefährdung demokrati- scher Grundwerte im Raum steht. Dazu zählen die Bildung von kriminellen Verei- nigungen, Volksverhetzung und Gewalt- darstellung, sowie die Störung des öffent- lichen Friedens durch Androhung von Straftaten, die Belohnung und Billigung von Straftaten, schwere Bedrohungen für Leib und Leben und die Verbreitung kin- derpornografischer Inhalte. Eine weitere Voraussetzung ist, dass der Inhalt per NetzDG-Beschwerde an das Netzwerk ge- meldet und tatsächlich entfernt wurde. Facebook und Co. müssen – soweit vorhanden – neben dem inkriminierten Inhalt auch Zeitangaben, Nutzernamen sowie IP-Adresse plus Portnummer an die ZMI übermitteln. Der potenzielle Straftä- ter erfährt frühestens nach vier Wochen von diesen Vorgängen, entweder durch das Netzwerk oder durch die ZMI. Meh