Sagners Slavistische Sammlung ∙ Band 1 (eBook - Digi20-Retro) Verlag Otto Sagner München ∙ Berlin ∙ Washington D .C. Digitalisiert im Rahmen der Kooperation mit dem DFG-Pr ojekt „Digi20“ der Bayerischen Staatsbibliothek, München. OCR-Bearbeitung und Erstellung des eBooks durch den Verlag Otto Sagner: http://verlag.kubon-sagner.de © bei Verlag Otto Sagner. Eine Verwertung oder Weitergabe der Texte und Abbildungen, insbesondere durch Vervielfältigung, ist ohne vorherige schriftliche Genehmigung des Verlages unzulässig. «Verlag Otto Sagner» ist ein Imprint der Kubon & Sagner GmbH. Vuk Stefano Karadžić Kleine Serbische Grammatik Vuk Stefanovi Karadži - 9783954790173 Downloaded from PubFactory at 01/10/2019 06:04:57AM via free access 00057032 SAGNERS SLAVISTISCHE S A M M L U N G herausgegeben von P E T E R R E H D E R Band 1 V E R L A G O T T O S A G N E R M Ü N C H E N 1974 Vuk Stefanovi Karadži - 9783954790173 Downloaded from PubFactory at 01/10/2019 06:04:57AM via free access 57032 V Ü K S T E F A N O V IČ K A R A D Ż IĆ KLEINE SERBISCHE GRAMMATIK übersetzt u n d m it einer V orrede von JA C O B G R IM M (1824) N e u herausgegeben und eingeleitet von M iljan Mojaševic und Peter Rehder 1974 V E R L A G O T T O S A G N E R • M Ü N C H E N P R O S V E T A V E R L A G • B E O G R A D Vuk Stefanovi Karadži - 9783954790173 Downloaded from PubFactory at 01/10/2019 06:04:57AM via free access N achdruck des E xem plars der Berliner Staatsbibliothek Preußischer K u ltu rbesitz, S ign atur G rim m 14, z u r Zeit im B rü d e r G rim m -M useum in der M urhardschen Bibliothek d er Stadt Kassel un d Landes- bibliothek. Bayerische Staatsbibliothek München ISB N 3 87690 086 7 © by V erlag O tto Sagner, München 1974 A bteilung d e r Firm a K ubon & Sagner, München D ruck: A lexan der G ro ß m a n n , 8 München 19, Y senburgstraße 7/1 Vuk Stefanovi Karadži - 9783954790173 Downloaded from PubFactory at 01/10/2019 06:04:57AM via free access 57032 ב I N H A L T S V E R Z E I C H N I S V O R W O R T ....................................................................... 7 E I N L E I T U N G .................................................................10 N A C H D R U C K W i d m u n g ................................................................. I V orrede von Jacob G r i m m ................................... I Joh. Sev. V ater zu den H eldenliedern LV Kleine serbische G r a m m a t i k .............................. 1 A N H A N G Vuk Stefanovi Karadži - 9783954790173 Downloaded from PubFactory at 01/10/2019 06:04:57AM via free access Vuk Stefanovi Karadži - 9783954790173 Downloaded from PubFactory at 01/10/2019 06:04:57AM via free access D57032 V O R W O R T Den P la n zu vorliegendem N achdruck haben die H erau s- geber w ä h re n d des Slavistentreffens (Treći m ed ju n aro d ni naucni sastan ak slavista) im Septem ber 1973 in Belgrad gefaßt; dem im Septem ber 1974 folgenden, V ierten In ter- nationalen Slavistentreffen, das auch d e r wissenschaftli- chen ,Wechselseitigkeit‘ v o n V uk Stefanovic K a ra d ž ic und Jacob G rim m g ew idm et ist, legen w ir n u n m eh r diesen N achdruck vor. Das durchschossene H a n d e x e m p la r G rim m s von dessen deutscher Ü bersetzung d er Srpska g ra m a tik a, wie sie K a- radzić 1818 seinem Srpski rjecnik voranstellte, em pfahl sich besonders z u r F aksim ilierung, d a Ja c o b G rim m in sein E xem plar zahlreiche K o rre k tu re n u n d E rgänzungen m it eigener H a n d eingetragen hat. Diese aufschlußreichen Ein- träge bezeugen zusam m en m it der berühm ten ,V orrede‘ G rim m s intensive A useinandersetzung m it d er serbokroa- tischen Sprache, zeigen a b er auch — in kritischer Ausein- andersetzung m it D o b ro v sk y , K o p ita r, V ostokov u n d K a- radzić — A nsätze zu einer vergleichenden slavischen G ram m atik . Sie sind d a rü b e r hinaus im R ah m en u n d zu- sammen m it d er Ü b ersetzu n g und ihrer V orrede ein gei- stesgesdiichtlich wichtiges D en k m al d e r regen u n d frucht- baren südslavisch-deutschen Wechselbeziehungen in der ersten H ä lfte des 19. Ja h rh u n d e rts. G rim m s durchschossenes H a n d e x e m p la r d er Kleinen serbischen G ra m m a tik ist in O rig in alg rö ß e und vollständig faksim iliert, jedoch w u rd e n n u r jene zusätzlichen Seiten nachgedruckt, die auch tatsächlich eine handschriftliche N o tiz aufw eisen. Dem Grim m schen H a n d e x e m p la r liegen v o rn e als lose B lätter ein: ein kyrillisch bedrucktes D o p p e lb la tt unbe- Vuk Stefanovi Karadži - 9783954790173 Downloaded from PubFactory at 01/10/2019 06:04:57AM via free access k an n ter H e rk u n ft und ohne Verm erke; z w ö lf einzelne Blätter, die handschriftliche Bemerkungen Jaco b G rim m s tragen, und z w a r drei beidseitig und neun einseitig be- sdiriebene, verschieden große Blätter; dazu ist v o r den Sei- ten L X X I, 17 und 41 sowie nach Seite 60 jeweils ein klei- nes B latt eingelegt, ebenfalls m it G rim m s H andschrift. In unserem Nachdruck haben w ir diese vier B lätter, von denen lediglich das letzte auch eine Textzeile a u f d e r Rück- seite aufweist, v o r bzw . nach den genannten Seiten a u f den entsprechenden zusätzlichen Seiten so abgedruckt, d a ß sie entw eder die einzigen (v o r S. L X X I u n d 17) o d e r die obe- ren Bemerkungen a u f diesen Seiten darstellen (v o r S. 41; nach S. 60, hier auch die Rückseitenzeile eingefügt). Die zw ölf losen B lätter sind in O riginalgröße im A N H A N G faksimiliert, nicht jedoch das kyrillisch bedruckte D oppel- blatt. D er A N H A N G gliedert sich dam it in vier Bereiche: (1.) ein eine Seite um fassender Auszug aus dem ,Lit. C onv.- B latt vom 28. A pril 1824‘, dessen von G rim m durchstri- diene Rückseitenzeile unten angefügt ist; (2.) a u f den fol- genden drei Seiten vier Zettelseiten m it G rim m s Auszügen aus V uk St. K aradzics N a ro d n e srpske pjesme, B and I bis IV, Leipzig 1823— 1833, m it Bandangaben u n d Lied- oder Seitenangaben, gelegentlich auch Zeilenangaben; (3.) d a r- au f folgen drei Seiten (insgesamt fü n f Zettelseiten) m it russischem, čechischem u n d polnischem Sprachm aterial, die Zahlenangaben der zw eiten Seite dieses Teils beziehen sich au f die Genesis; (4.) eine weitere Seite m it v ier Z ettelan- gaben. — Die im vorderen Buchdeckel des H an d e x e m p lars eingeklebte Zeichnung, die V uk Stefanovic K a ra d zic d ar- stellt (siehe E I N L E I T U N G ) , ist v o r dem N achdruck in O riginalgröße faksim iliert. F ür die freundliche Bereitstellung des w ertv o llen H a n d - exemplars sind w ir der Staatsbibliothek Preußischer K ul- turbesitz in Berlin und dem B rüder G rim m -M useum in Kassel zu großem D a n k verpflichtet. Doch ohne die groß- zügige und bereitwillige Förderung durch H e r r n Verleger O tto Sagner in München, in Z usam m enarbeit m it dem Vuk Stefanovi Karadži - 9783954790173 Downloaded from PubFactory at 01/10/2019 06:04:57AM via free access 67032 ׳ 9 Verlag Pros veta in Belgrad, dessen große K a rad zić-G e- samtausgabe gerade diese ergänzte Ü bersetzung der S rpska gram atika nidit vorsieht, h ä tte unser P la n sich nicht v er- wirklichen fässen; d a fü r sei auch an dieser Stelle noch ein- mal herzlich gedankt. München, im J a n u a r 1974 P eter R e h d e r Vuk Stefanovi Karadži - 9783954790173 Downloaded from PubFactory at 01/10/2019 06:04:57AM via free access 00057032 10 E I N L E I T U N G Z U G R IM M S Ü B E R S E T Z U N G U N D H A N D E X E M P L A R V O N K A R A D Ż IĆ S .S E R B IS C H E R G R A M M A T IK ,W u k ’s Stephanowitsch serbische G ra m m a tik verdeutscht und m it einer V orrede von Jacob G rim m ‘ ist nicht die Ü bersetzung der im J a h re 1814 unter dem T itel ,Pismenica serbskoga jezika‘ veröffentlichten G ra m m a tik , sondern der vollständigeren, als A nhang zum ,Srpski rjecnik‘ (Serbi- sches W örterbuch) 1818 erschienenen Ausgabe. Im Titel ist der V ornam e des Verfassers und nicht das als N am e gebrauchte P atro n y m ik o n (Stephanowitsch) im G enitiv angeführt. D er eigentliche N a m e K arad zic fehlt nodi, denn V uk Stefanovic beginnt ihn erst etw a in jener Z eit zu gebrauchen1. Diese Einzelheit w ird hier n u r des- wegen notiert, weil die Schreibung von K aradzics N am en sogar nodi heute manche A usländer in Verlegenheit bringt, und m an ist sich nicht im m er im klaren d arüber, wo er in den N am enregistern zu suchen ist: unter V uk, bzw. W uk, Stefanovic, bzw . Stephanowitsch, oder u n ter dem eigentli- chen N am en K aradzic. Auch die Jugoslaven gebrauchen noch im m er häufiger den V ornam en V uk als den N am en K aradzic, was sich auch a u f ausländische Wissenschaftler ausw irkt. Auch im Briefwechsel der Brüder G rim m ist häu- fig von Vuk, oder in der Schreibweise W uk, selten aber von K arad zic die Rede, was auch ein Ü berrest der p a tri- archalischen serbischen G ew ohnheit ist, wo man sich, zu 1 Ljub. Stojanovic, Z iv o t i rad V uka Stef. K a ra d z ić a , Beograd 1924, 247. — Aus technischen G rü n d e n werden auch die kyrillisch ge- schriebcnen Titel und N a m en in lateinischer Schrift zitiert. Vuk Stefanovi Karadži - 9783954790173 Downloaded from PubFactory at 01/10/2019 06:04:57AM via free access >10057032 И einer Z eit als die literarische T ra d itio n noch sehr d ü n n w ar, m it V ornam en anredete u n d selten zusätzlich den N a m e n verw endete. In G rim m s umfangreichem Briefwechsel tauchen wie- d erh o lt Berichte d arü b er au f, wie Vuk K arad zic E nde Sep- tem ber 1823 eine von einem Serben, D im itrije T iro l2, ver- fertigte deutsche Ü bersetzung seiner serbischen G ra m m a tik nach Kassel gebracht hat. Sow ohl K aradzic als auch K o p i- ta r selbst h atten anfangs geglaubt, G rim m brauche diese Ü bersetzung n u r zu redigieren, um sie druckfertig zu m a- dien. So h a t auch G rim m seine A ufgabe verstanden, bevor er sich an die A rbeit machte. ״ Jene Ü bersetzung habe idi G rim m gegeben und er glaubt, wie er auch Ihnen schreibt, es werde sich daraus etw as machen lassen“ . M it diesen — an K o p ita r serbisch geschriebenen — W orten e rg ä n zt K a- radzić seine begeisterte Schilderung der ersten Begegnung m it G rim m in einem Brief vom 1. O k to b e r 18233. D as, was G rim m an K o p ita r schreibt, und w oran K ara d zic denkt, h a t sich in G rim m s K o n z e p t eines an K o p ita r gerichteten Briefes erhalten, in welchem G rim m seine Freude über die Begegnung m it K arad zic u n d die viele A rbeit, die ihm K aradzics G ra m m a tik auferlegt hat, beschreibt. ״ Allein nun setzt m ir V uk w ieder einen neuen Floh ins O h r ; er m eint es sei gut u n d könne angehen, d a ß ich eine deutsche Übers, seiner Serb. G r. herausgebe. Was meinen Sie? Sinke ich da n id it in ein für midi nodi bodenloses Erdreich über H als * Im Verzeichnis d er ordentlichen M itglieder des D ru š tv o srbske slo- vesnosti (Serbische Gelehrtengesellschaft) steht D. T iro l ( f 1857) an vierter, der Dichter Sima M ilutinovic ( f 1848) an achter Stelle. Im Verzeichnis d e r korrespondierenden M itglieder steht K a ra d z ic an vierter, K o p ita r an zw anzigster, L. von R an k e an dreißigster und J. G rim m gleich nach ihm, an einunddreißigster Stelle. Diese Verzeichnisse sind veröffentlicht in: A. Belic, PedesetogodiŠnjica Srpske kraljevske akadem ije 1886—1936. D ru štv o srpske sloves- nosti 1841—1864, Srpsko učeno d ru štv o 1864—1892, S rp ska k ra - ljevska a k adēm ija 1886—1936. Posebna izd anja Srpske kraljevske akadem ije, knj. C X V I , ״ Spomenice“ knj. 7, Beograd 1939—1941. 3 Vuk K arad ž ic , Prepiska, izdao Ljub. Stojanovié, B eograd 1907 ff. I, 234. W eiter im T ex t als K ü rz u n g : Prepiska zitiert. Vuk Stefanovi Karadži - 9783954790173 Downloaded from PubFactory at 01/10/2019 06:04:57AM via free access 00057032 und K o p f oder wenigstens do ram ena ein, wo ich m ir her- nach nicht heraushelfen werde? Meine aufrichtige Ansicht von der Sache ist folgende: die m ir von H e rrn V uk vorge- legte, in U n g arn gefertigte Version scheint genau u n d ridi- tig; in den deutschen Ausdrücken m uß ihr ein wenig nach- geholfen w erden. D as k a n n leicht geschehen. Zusätze, Umstellungen, Vergleichungen (wozu m idi meine H a lb - kenntniß z w a r führen, aber auch irreführen könnte), m uß idi unterw egen laß en .“ U n d hinsichtlich der V orrede: ״ Was kann ich in eine V orrede anders tun, als w as schon von Ihnen und Ä n d ern gesagt ist über Geschichte und W erth der serb. Sprache wiederholen, und literarische N o - tizen, die m ir V uk noch geben will, m ittheilen?“4 In wei- teren Ü berlegungen über den Verleger, die K o rre k tu r u. ä. äußert sich G rim m optimistisch und glaubt, diese A rbeit werde ihn nicht zu sehr beanspruchen, im übrigen liebe er sie sehr und w erde sich gern daru m bemühen. Selbstverständlich ist K o p ita r sehr d a fü r gewesen, d aß G rim m K aradzics G ra m m a tik übersetzen solle, u n d zw ar je schneller desto besser, denn ״ bis dat, qui cito d a t “ . ״U n d gerade von Ihnen, als einem unbefangenen A usländer, würden es In- und A usländer am liebsten em pfangen.“5 Die U m stände, u n ter welchen all das geschehen ist, h at G rim m ausführlich in einem Brief an K a rl Lachmann vom 23. N ovem ber 1823 beschrieben. ״M itte Septem ber sendet m ir Vuk Stephanowitsch, der Serbe, einen neuen b an d seiner schönen lieder u n d in den letzten tagen des m onats trifft er au f einmal selbst ein, be- sucht m idi eine woche lang und rückt m it einer bitte her- aus, die ich nicht ablehnen konnte; auch K o p ita r trieb in briefen dazu. E r will in Leipzig, w o er bis ende dieses jahrs bleibt, eine deutsche Übersetzung seiner serbischen gram m atik drucken lassen u n d h a t dazu ein völlig un- brauchbares m anuscript, das ein U n g a r [!] gemacht hat, 4 Max Vasmer, B. K op itars Briefwechsel m it Jacob G rim m (aus den ״A b h a n d lu n g e n d e r P reu ßisch en A k a d e m ie d e r W issenschaften“ , Jahrgang 1937. Phil. hist. Klasse N r. 7), Berlin 1938, 5. 5 Ebd. 6. 12 Vuk Stefanovi Karadži - 9783954790173 Downloaded from PubFactory at 01/10/2019 06:04:57AM via free access der weder deutsch versteht noch eine idee von gram m atik hat. Idi möge doch die a rb e it berichtigen, ergänzen und m it vorrede u n d einleitung versehen. Meine alte neigung zu der spräche und den liedern wachte auf, die Verdeutschung der gram m atik schien m ir sehr nützlich, ab er der druck soll sogleich beginnen, d a m it V uk zu Leipzig nodi selbst die schwierige correctur besorgen kann. Flugs w ird ein brief geschrieben an Reim er, d er gerade a u f die leipziger messe zieht u n d den verlag des büdileins (schwerlich über 10— 12 bogen) annim m t, auch das m anuscript zum alsbal- digen druck verlangt. Id i hatte gethan, als sei alles be- reit, und gedacht, es w erde nicht so schnell beginnen und ein böhmischer student zu Leipzig nach Vuks abrcise die correctur übernehm en. N u n arbeite ich über hals und k ö p f und brachte in zehn tagen m anuscript zu zw ei-drei bogen fertig, es sind viel ausfüllende paradigm en d ru n ter, aber die serbische vom drude sehr abweichende currentschrift ist mir höchst fatal und beschwerlich*. Den ganzen O ctober fielen die ad jectiva nothgedrungen aus, es w urde auch in den serbischen liedern gelesen (und im Wörterbuch viel nachgeschlagen, so helfe ich m ir ziemlich), eine recension davon geschrieben7 und abgeschickt, welches V uk (nicht des lobes wegen, sondern aus politischen gründen, weil sich gegner in W ien, U n g arn u n d Serbien selbst seinem löbli- chen eifer widersetzen) wünschte.“8 In einem, genau einen M o n a t früher an Lachmann ge- schriebenen Brief h a tte G rim m (am 23. O k to b e r 1823) Ähnliches über sein ״ treiben des serbischen“, über die ״ in U ngarn gemachte elende und unverständige Übersetzung“ der serbischen G ra m m a tik geschrieben, das ״ völlige ein- studieren“ in die serbische Sprache jedoch nicht ״ so sauer“ befunden, auch d ah er nicht, denn er halte die serbische ״m u n d art fü r die schönste und lohnendste u n ter allen sia- • G rim m beschwert sich d a rü b e r auch im Brief an K a rad ž ic vom 2. N ov. P rep iska II, 15. יG ö a . gel. A nz. 1S23. Jacob G rim m , Kleinere Schriften IV, 197—205. 8 Briefwcchscl d er B rüder Jacob u nd Wilhelm G rim m mit K arl Lachmann, hrsg. vo n A lb ert L eitzm ann, Jena 1927, I, 427 ff. Vuk Stefanovi Karadži - 9783954790173 Downloaded from PubFactory at 01/10/2019 06:04:57AM via free access 00057032 vischen.“9 D urchaus ähnlich h a t G rim m über seine Ü ber- setzung A nfang D ezem ber (1823) an H o ffm an n von Fal- lersleben geschrieben. ״A ußerdem w ird ostern von m ir er- scheinen: Übersetzung von Vuks serbischer G ra m m a tik , idi thue das aus Liebe zu dem studium der herrlichen volks- lieder.“10 Dadurch, d a ß G rim m so schnell einen Verleger fü r die serbische G ra m m a tik gefunden hat, ist auch K ara d žic un- erw artet in Verlegenheit geraten. E tw a um die Z eit als G rim m an Lachmann schreibt, schreibt K arad žic aus Leip- zig nach Wien an K o p ita r (am 27. O k to b er 1823), er habe am Tage z u v o r einen Brief von G rim m erhalten, w orin ihm G rim m meldet, er habe den Verleger fü r die G ram m a- tik gefunden und schon zw anzig Blatt der H andschrift nach Leipzig zu r Drucklegung geschickt. G rim m verlange nun die von K aradžic versprochenen ״ literarischen N o tiz e n “, K aradžic wisse aber nidit, was er eigentlich G rim m sdiik- ken solle und daher wolle er ihm einiges aus der eigenen Vorrede zum W örterbuch abschreiben, denn G rim m ver- stehe die serbische Prosa nicht ausreichend. E r wolle des weiteren G rim m a u f K opitars ״ Rezensionen des W ö rter- budis und der G ra m m a tik von D o b ro w sk y “ hinweisen. K aradžic wünscht, G rim m möge etwas Positives über seine O rthographie sagen. Von dem, was G rim m von ihm ver- langt, sei noch nichts fertig, und nun wisse er nicht aus nodi ein.1‘ Um dem Wunsch von K arad žic und K o p ita r und der ei- genen ״ alten neigung zu der spräche und den lied ern “ (die- • Ebd. 426. — s. auch: Prepiska II, 61; Freundesbriefe von W ilhelm und Jacob G rim m , hrsg. von A. Reifferscheid, H eilb ro n n , 1878, 92; M. Ibrovac, Iz G rim o v a kru ga: G rim ovi prepisi srpskih naro d n ih pesama, Jed an vestfalski album srpskih pesama iz 1816, in: Z bo r- nik Matice srpske za književnost i jezik, III, 1955, 24 ff.; Briefe Jacob Grimm s, in: G oethe-Jahrbuch, IX , 1888, 21; M. Vasmer, Bausteine z u r Geschichte d er deutsch-slavischen geistigen Bezie- hungen, Berlin 1939, I, 43. 10 J. Grimm s Briefe an H o ffm an n von Fallersleben, in: G e rm a n ia 11, 1866, 385. 11 Prepiska I, 239; s. ebd. II, 5. 14 Vuk Stefanovi Karadži - 9783954790173 Downloaded from PubFactory at 01/10/2019 06:04:57AM via free access 15 ser Sprache) zu entsprechen u n d D. Tirols offensichtlich un- brauchbare Ü bersetzung12 um zuarbeiten, h a t G rim m nicht weniges in seinem A rb eitsp lan umstellen müssen. Eben zu dieser Z eit ist an seiner ,Deutschen G ra m m a tik gedruckt worden, und die Setzer sollen buchstäblich au f druckfer- tige Teile der u n ter G rim m s H a n d entstehenden H a n d - schrift gew artet haben13. D er Briefwechsel zwischen G rim m und K aradzic e n th ält genaue A ngaben auch über das Aus- m aß von Grimms Eingriffen in den von D . Tirol stam - menden deutschen T e x t14. G rim m h at an Tirols Uberset- zung gründlich gearbeitet, e r h a t sie m it dem serbischen O riginal verglichen u n d dabei Fehler festgestellt, manches h a t er geändert, manches, w o nötig, auch weggelassen, m an- ches aufgrund des v o n K a ra d zic erhaltenen M aterials hin- zugefügt15, an manchen Stellen sogar K aradzic selbst kor- rigiert, und dieser h a t ihm seinerseits in jeder Hinsicht freie H a n d gegeben. Alles ist viel schwieriger ausgefallen, als m an es sich früher vorgestellt hatte, aber G rim m ist auch dabei von der Begeisterung fü r die Sache, der er sich ange- nommen hat, getragen w o rd e n 1® . Es geht hier um eine Z u- sam m enarbeit zwischen G rim m u n d K aradzic, deren aus- schließlicher Zweck eben d er E rfolg des U nternehm ens ge- wesen ist, welches die beiden einander nahe gebracht hat. A u f diesem Wege ist der ursprüngliche T ext von Tirols Ü bersetzung nicht n u r der Form , sondern zu einem guten Teil auch dem Wesen nach um gearbeitet worden. Die von G rim m geleistete A rbeit, auch d aran glauben w ir vorbehaltlos, rechtfertigt durchaus das V orhandensein 12 K a rad ž ic schreibt an K o p ita r, T iro l könne nicht gut Serbisch. Prepiska I, 263, und G rim m schreibt an K arad ž ic , d a ß ״d er gute U n g a r [ ! ] “ auch ״ nicht viel Deutsch״ verstehe. Ebd. II, 6. — Über Tirols schlechte Ü bersetzung d e r serbischen G ra m m a tik h a t auch A. Sauer in: Deutsche P ra g e r Studien V III, 612 geschrieben. Dies entnehmen w ir einer A n m e rk u n g M. Vasmers in B. K opitars Brief- Wechsel, S. 193. 1S Prepiska II, 32, 36. 14 Ebda. 6, 9, 11, 15, 16, 18, 19, 26, 30. 15 D arüb er Ljub. Stojanovic, а. а. O ., 242. 1e Prepiska I, 718. Vuk Stefanovi Karadži - 9783954790173 Downloaded from PubFactory at 01/10/2019 06:04:57AM via free access seines N am ens a u f der deutschen Ü bersetzung von K a ra d - žics G ram m atik . Auch in dem Wunsche, d a ß die deutsche Übersetzung der serbischen G ra m m a tik ein angesehener deutscher Sprachwissenschaftler unter seinem N a m e n pu- blizieren soll, ist vielleicht der G ru n d zu suchen, d a ß sidi mit Tirols Ü bersetzung nicht etw a K o p itar, sondern eben G rim m beschäftigt h a t” . Andererseits ist G rim m durch seine A rbeit an der Ü bersetzung der serbischen G ra m m a tik weit tiefer in die Problem e der serbischen Sprache hineinge- zogen w orden,als er zu Beginn der A rbeit verm uten konn- te. Übrigens sagt er dies selbst in einem Brief an den hol- ländischen Wissenschaftler T ydem an (am 19. M ai 1824): ״ habe eine serb. g ram m atik übersetzt (Beri. и. Lpz. 1824) und bin d a d u rd i m ehr als idi wollte in das an sich sehr an- ziehende studium der slavisdien sprachen g erathen.“ ‘8 Dies gehört aber zu einem anderen Them a, w ozu w ir nur soviel sagen d ü rfen : d a ß G rim m s Beschäftigung m it der serbokroatischen Sprache einer V ollständigkeit anstre- benden Erforschung w ü rd ig wäre. Eine ungedruckte, gleich nach dem ersten W eltkrieg vorgelegte D o k to rd issertatio n ’® entspricht bei weitem nicht dem gewachsenen Bedürfnis nach Erforschung von G rim m s Bemühungen um die serbo- kroatische Volkssprache80. F ür eine solche Erforschung ist Grimms E xem plar der übersetzten serbischen G ra m m a tik bestimmt eine kostbare Fundgrube. Es e n th ält einen gro- ßen Reichtum an Bem erkungen und E rgänzungen und 17 s. Ljub. Stojanovic, а. а. О . 240 ff. 18 Briefe von Jacob G rim m an H e n d rik W illem T y d e m a n , hrsg. von A. Reifferscheid, H e ilb ro n n 1883, 78; s. audi Briefwechsel d er Ge- brüder G rim m m it nordischen Gelehrten, hrsg. von E. Schmidt, Berlin 1885, 119. '• Jacob G rim m s T ä tig k e it a u f dem Gebiete d er serbischen Sprache, von Jo v a n Bogičevic, vorgelegt d e r Philosophischen F a k u ltä t in Zagreb am 11. X . 1921. Vgl. E. T onnelat, Jacob G rim m et les slaves du sud, in: R evue des études slaves 15, 1935, 189 ff. s0 Audi mit der Frage von G rim m s Kenntnissen des Serbokroatischen bcsùiâfligi sidi K arl Sdiulie K emminghausen in seiner Studie Jacob G rim m und das serbokroatische Volkslied, in: Deuvsdies Jahrbuch fü r V olkskunde IV , 1958, Teil II, 318. Vuk Stefanovi Karadži - 9783954790173 Downloaded from PubFactory at 01/10/2019 06:04:57AM via free access 00057032 weist sowohl a u f G rim m s spätere Beschäftigung m it der serbokroatischen Sprache wie auch au f seine vergleichende Erforschung d er slavischen Sprachen hin. D as E xem plar zeugt auch davon, wie sehr G rim m m it einer neuen A uf- läge dieser Ü bersetzung gerechnet hat. Die handschriftliche Ü bersetzung ist verlorengegangen. Solange sie nicht aufgefunden w ird — und es besteht w e- nig H offnung d a r a u f — , bleibt nichts anderes übrig, als rekonstruierend d a rü b e r nachzudenken, wie die sdiriftli- che Vorlage ausgesehen haben mag. Für die Abschrift der korrigierten u n d ergänzten H andschrift h atte K arad zic selbst zu sorgen, anschließend aber sandte er sie an G rim m a u f dessen Wunsch als A n d en k en zurück21. Dieses H a n d e x e m p la r ist w ohl nicht das einzige aus G rimms Bibliothek, welches es verdient, aufm erksam er- forscht zu w erden. Jacob G rim m h a t sidi manchen Büchern seiner Bibliothek gegenüber a u f eine betont persönliche, manchmal sentim entale Weise verhalten. In einer A rt Vor- rede zum A bdruck von G rim m s Lebenswerk, seiner großen ,Deutschen G ra m m a tik ‘, vergleicht W ilhelm Scherer Grim m s H a n d e x e m p la r dieses Werkes m it einem Archiv persönlicher E rinnerungen, w o rin sidi, a u ß er unzähligen Ergänzungen, auch T h eater- und K onzertprogram m e, Blu- men, Blätter, B än d er u. ä. erhalten haben22. In Grim m s H an d e x e m p lar von K aradzics übersetzter G ra m m a tik ist n u r ein G egenstand ähnlicher A r t vorhanden. Es ist eine, den Freund K a ra d zic darstellende, 1844 in Berlin gemachte Zeichnung, die an die zweite Deckelseite geklebt ist. Wil- heim Grimms handschriftliche Tagebuchnotizen enthalten Prepiska II, 26, 30. — W ir wissen nicht, w an n die H andschrift verloren gegangen ist. H a n s Daffis — In v e n ta r d e r G rimm schränke in der preußischen Staatsbibliothek, Leipzig 1923 — verzeichnet sie nicht. — Ü b e r das Schicksal d er Bibliothek der B rüder G rim m nach ihrem T o d e s. H e rm a n n G rim m , Schlußwort in: J. G rim m , Kl. Sehr. V, 503 ff. Auch über G rim m s N achlaß s. L udw ig De- necke, Jacob G rim m und sein B ru d e r Wilhelm, S tu ttg a rt (Samm- lur.g Metzler) 1971, 1 ff. гг J. Grimm , Deutsche G ra m m a tik , zw eiter Abdruck, G ütersloh 1893, I, X X I I I ff. 17 Vuk Stefanovi Karadži - 9783954790173 Downloaded from PubFactory at 01/10/2019 06:04:57AM via free access 00057032 genaue A ngaben über K aradžics Besuche im H au se G rim m auch in diesem Ja h r. W ir zweifeln z w a r nicht d ara n , daß die Zeichnung K arad žic darstellt, wissen aber nodi nicht, von wem sie ist. D a ß sie nicht von dem d ritten Bruder G rim m , dem M aler Ludw ig, stammt, glauben w ir auf- grund seiner M emoiren erschließen zu dürfen, denen nicht zu entnehm en ist, d a ß er zu dieser Zeit in Berlin w ar23. Egal von wessen H a n d die Zeichnung stam m t, Jacob Grimms H a n d w ird sie am Deckel des Buches befestigt ha- ben, das a u f der Titelseite seinen und des Freundes N am en führt. Die Zeichnung stam m t von jem and aus der Familie Grimm. Vielleicht von Wilhelms Tochter Auguste, die mit Karadžics Tochter W ilhelmine in Briefwechsel stand und die übrigens viele, viele Jah rzeh n te danach (1919) als letz- tes Mitglied der Familie gestorben ist24. O d e r k a n n diese Zeichnung etw a Jacob G rim m selbst ausgeführt haben?2'■ Wir wissen es nidit; w ir fragen lediglich. Eben in dieses Exem plar, und nicht etw a in eine von K aradžicsV olkslie- dersammlungen, h a t G rim m die Zeichnung geklebt, und zw ar schlechthin deswegen, weil er von allen W erken sei- nes Freundes eben dieses am häufigsten in der H a n d gehabt und es auch wegen der eigenen Mühe, die er sidi seinerzeit darum gemacht, am liebsten gehabt hat. Ü brigens ähnlich wie seine eigene ,Deutsche G ra m m a tik 1. Alles übrige, das in dieses H an d ex em p lar eingetragen worden ist, fü h rt a u f die Spuren von G rim m s Beschäfti- gung m it dem G egenstand, dem das Buch, dessen U berset- zung und die äußerst wirkungsvolle Vorrede dienen soll- ten. Es gibt darin H inw eise auch auf kulturhistorisches Ge- 23 Ludwig Emil G rim m , Erinnerungen aus meinem Leben, hrsg. von A. Stoll, Leipzig 1911, 640. 24 Karl Schulte Kem m inghausen un d Ludwig Denecke, Die B rüder Grim m in Bildern ihrer Zeit, Kassel 1963, 120. 25 Dieser Zeichnung ist in Jugoslavien große P u b lizitä t zuteil ge- worden, nachdem sie in d er Belgrader Zeitung P o litik a vom 19. Jan u a r 1964 veröffentlicht w ord en ist. M ehr d a rü b e r in meinem serbokroatisch geschriebenen A u fs a tz — in : A n a li F ilo lo šk o g fa k u l• teta, Beograd 1966, V, 165, Anm. 26 —,dessen gekürzte Fassung dieser T e x t darstellt. 18 Vuk Stefanovi Karadži - 9783954790173 Downloaded from PubFactory at 01/10/2019 06:04:57AM via free access schehen, nicht nur a u f sprachwissenschaftliche Problem e. Ein großer Teil von G rim m s bedeutendem und um fang- reichem V o rw o rt gilt auch d er K u ltu r- und Literaturge- schichte. Diese V orrede h a t bekanntlich dem alten Goethe als A usgangspunkt zu dem Essay ,Setbische Lieder‘, seinem besten zu diesem G egenstand, gedient. Die ersten drei von den vier, sich auf der Innenseite des ersten unbedruckten Blattes befindenden Aufzeichnungen beziehen sidi au f die zwei w eltbekannten Cottaschen Pu- blikationen: ,M orgenblatt fü r gebildete S tände‘ u n d ,All- gemeine Z eitung‘, in denen m an über G rim m s Ü bersetzung von Karadžics G ra m m a tik geschrieben hatte. G rim m rea- giert in diesen Aufzeichnungen äußerst k n a p p , m it je einem W o rt — belobt , bzw . widerlegt — zu der jeweiligen N um m er. D ie erste Aufzeichnung verweist a u f das ,Litera- tu r-B latt‘ N r . 69, d. h. a u f die literarische Beilage zu N r. 206 des ,M orgenblatts‘ von Freitag, dem 27. August 1824. In dieser N u m m e r d e r Beilage liest man in den ersten drei Spalten die vorbehaltlos lobende Besprechung von Grim m s Übersetzung der serbischen G ram m atik , die zu seinen gro- ßen Leistungen gezählt w ird. G rim m w ird schon aus die- sem A nlaß ״ eine Zierde des gelehrten D eutschlands“ ge- nannt, und dabei w ird besonders seine ,Deutsche G ra m m a - tik ‘ als etw as gerühm t, das kein anderes V olk besitze. D er Rezensent w iederholt G rim m s U rteil über die serbische Volksdichtung: ,diese w erde E u ro p a in Erstaunen setzen‘, u n d lobt G rim m s V orrede, durchaus m it Recht, und gibt sie zusam menfassend w ieder als das Bedeutendste in dem veröffentlichten Buch. Von d er großen Begeisterung für G rim m und K arad žic sticht die kalte Z urückhaltung dem Beitrag V aters gegenüber a u ffa llen d ab. Den begeisterten Rezensenten in dem angesehenen C o t- taschen-Blatt h a t G rim m m it ״x “ , also als u n b ek an n t be- zeichnet. In dem R edaktionsexem plar des ,M orgenblatts‘, in C ottas Archiv in M arbach, steht neben dieser Bespre- chung m it rotem Bleistift d er N a m e Adrian. In der K artei d e r M itarbeiter des ,M orgenblatts‘, wiederum in C ottas Archiv, steht der volle N a m e : Prof. Dr. Joh. Val. A drian Vuk Stefanovi Karadži - 9783954790173 Downloaded from PubFactory at 01/10/2019 06:04:57AM via free access ( 1793 — 1864). Z ufällig ist dieser deutsche K arad žic-V er- ehrer im gleichen J a h r wie K aradžic gestorben. U n te r dem N am en A d ria n stehen in d er erw ähnten K a rte i sieben Blät- ter, a u f denen die N u m m e rn des ,M orgenblatts‘ m it seinen Beiträgen angegeben sind, und d aru n ter die N u m m er, in d er dieser Beitrag erschienen ist. Eben im J a h r 1824, in dem er diese Besprechung geschrieben h at, ist er O rd in a - rius fü r neuere Sprachen u n d L iteraturen an der U n iv er- sität Gießen gew orden u n d h a t die Leitung der dortigen U niversitätsbibliothek übernom m en; n u r ein J a h r d a v o r (1823) w a r er an die U n iv ersität als E x trao rd in ariu s be- rufen w o rd en 28. Die zweite und d ritte Aufzeichnung verweisen a u f einen verleumderischen Angriff gegen K aradžic u n d a u f die scharfe E ntgegnung d arau f. D ie beiden A rtik el sind in C ottas B latt ,Allgemeine Z eitung‘ 1839 u n d 1840 erschie- nen und in beiden ist von G rim m s Ü bersetzung d er serbi- sehen G ra m m a tik die Rede. ln dem boshaften A ngriff gegen K a ra d žic 27 geht der anonym e Verfasser — es ist ein gewisser P av le A d am o - vie28 — so weit, d a ß er sogar K aradžics Autorschaft dieser G ram m atik in A brede stellt. D ie scharf argum entierende A n tw o rt a u f diesen A ngriff ist von K o p itars H a n d 29. K o- p itar erk lärt, wie D . T irol seine deutsche Ü bersetzung der serbischen G ra m m a tik seinem Freund K a ra d žic geschenkt hat und wie sie K arad žic w eiter an G rim m gegeben, wie G rim m sie d a n n ״ nach nöthiger U m a rb e itu n g “ u n d m it seinem bedeutenden V o rw o rt und der A b h an d lu n g von Professor V ater herausgegeben hat. G rim m s U rteil über die Beweiskraft von K o p itars A n tw o rt ist im W o rt w id e r *• Allgemeine Deutsche B iographie I, 1875, 123 ff. *7 Allgemeine Zeitung, N r. 257 vom 14. September 1839, Beilage. K D arüber m ehr im A ufsatz V uk K arad žic, Vilhelm H o p e in Allge- meine Zeitung vom Verf. dieses Beitrags, in: V u ko v z b o rn ik , P o - sebno izdanje Srpske akadem ije nauka i umetnosti, knj. C D , Beo- grad 1966, 611 ff. ** Allgemeine Zeitung, N r. 165 vom 13. Juni 1840, Beilage. Vuk Stefanovi Karadži - 9783954790173 Downloaded from PubFactory at 01/10/2019 06:04:57AM via free access